«Wir hielten zweimal eine Reaktion bereit»

Steve von Bergen sah YB gegen Valencia keineswegs wehrlos.

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Auch im grossen Theater braucht es Kulissenwechsel. Das Mestalla-Stadion in Valencia hat schon viele Abende in der Champions League gesehen. Am Mittwoch gegen die Young Boys endet für einmal wieder einer versöhnlich für den kriselnden Gastgeber, es gibt einen wohltuenden Heimsieg, den ersten seit dem 20. Mai.

Beim 3:1 kommen die Berner den Spaniern kaum je hinterher. Und auch danach geht es schnell. Die wartenden Journalisten kommen im Stadionbauch in den Genuss eines rasanten Bühnenumbaus. Aus dem Eingangsbereich wird flugs eine Interviewzone, Absperrungen hier, Werbewände da.

Von Ballmoos’ späte Parade

Als erstes trudeln dort die Verlierer ein, frisch geduscht, mit ernüchternden Eindrücken im Gepäck. «Ich fand unsere Leistung besser als das Resultat», sagt Steve von Bergen. Auch am Mittwoch steht der YB-Captain mit seiner Meinung etwas antizyklisch da, die zwischenzeitliche Überforderung seiner Abwehr sieht er nicht so dramatisch.

«Wir hatten zweimal eine Reaktion bereit», sagt er, spielt auf den Ausgleich und die grosse Chance von Nicolas Ngamaleu beim Stand von 2:1 an. «Das dritte Tor tat uns am meisten weh.»

Mit drei Gegentreffern war YB am Ende noch gut bedient. Weil Sékou Sanogo nach Roter Karte vom Feld musste, weil die Spannung aus dem Team gewichen war. «Ich will mir die Szene erst in Ruhe ansehen», sagt Sanogo.

«Das dritte Tor tat am meisten weh»Steve von Bergen, YB-Captain

Ein bitterer Abend war es auch für David von Ballmoos. Der Goalie konnte bei den drei Gegentreffern kaum etwas ausrichten, war trotzdem oft mittendrin - und verhinderte mit einer Parade kurz vor Schluss das 4:1. «Untergegangen sind wir nicht», findet von Ballmoos, «ein Untergang, das sind doch sechs, sieben Gegentreffer.»

Und schon im Fernsehen sagt Trainer Gerardo Seoane: «Ich habe auch gute Dinge gesehen. Wir haben den Gegner in Zweikämpfe verwickelt, das haben wir uns vorgenommen.» Einzig mehr Mut hätte sich der Coach von seiner Equipe gewünscht.

In der Gruppe H zahlen die Young Boys bislang das erwartete Lehrgeld, haben schon zehn Tore kassiert und müssen die Segel fürs Achtelfinale streichen. «Für uns liegt noch etwas drin», sagt Sanogo, «und wir spielen auch in den zwei letzten Partien auf Sieg.»

Aber in drei Wochen in Manchester und Anfang Dezember gegen Juventus bleibt den Young Boys wahrscheinlich nur die Möglichkeit, die ernüchternde Bilanz im grossen Theater etwas aufzubessern. (Berner Zeitung)

Erstellt: 08.11.2018, 07:05 Uhr

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