Wer war bitte nochmals dieser Aubameyang?

Michy Batshuayi macht Dortmund gerade sehr viel Freude – und den abgewanderten Star Pierre-Emerick Aubameyang vergessen.

Erlebt in Dortmund einen perfekten Start: Stürmer Michy Batshuayi.<p class='credit'>(Bild: Keystone)</p>

Erlebt in Dortmund einen perfekten Start: Stürmer Michy Batshuayi.

(Bild: Keystone)

Als er kam, war Pierre-Emerick Aubameyang irgendwie immer noch da. Vom ersten Moment an gab sich Michy Batshuayi gar nicht erst Mühe, sich von Aubameyang abzugrenzen. Als sein Wechsel von Chelsea zu Dortmund am letzten Transfertag Ende Januar publik wurde, teilte Batshuayi ein Bild von sich auf Twitter. Die Bildunterschrift: «Ich habe gehört, der Job als Batman sei in Dortmund noch frei. Ich habe mich dazu entschieden, diesen zu übernehmen.» Wobei: Eigentlich nennt er sich ja gar nicht Batman, sondern Batsman – eine Verschmelzung aus Batman und seinem Nachnamen.

Schon Pierre-Emerick Aubameyang, sein Vorgänger im BVB-Sturm, inszenierte sich jeweils als Batman. Ein Bundesliga-Tor feierte er einmal mit Batman-Maske. Der alte Batman ging, weil er sich zu Höherem berufen fühlte. Der neue Batman kam, weil sie ihm in London nicht zutrauten, zu Höherem berufen zu sein.

In der Premier League machte Batshuayi lediglich 12 Spiele für Chelsea. Nur ein einziges Mal spielte er von Beginn weg. Und dies, obwohl Chelsea-Trainer Antonio Conte über den 24-Jährigen bei dessen Vorstellung im Sommer 2016 sagte, dass er ein sehr schneller Stürmer mit grossem technischen Potenzial sei.

Batshuayis Traumquote

Ähnliches sagte Ende Januar auch Peter Stöger, der Trainer der Dortmunder. Nur setzte dieser im Gegensatz zu Conte von Beginn weg auf ihn. Stöger war bemüht, Druck von den Schultern seines Stürmers zu nehmen. Die Aubameyang-Vergleiche schürten die Hoffnungen. Doch in Dortmund konnten sie noch so sehr Batshuayis Individualität unterstreichen, die Parallelen waren nun mal frappant.

Aubameyang hat ein Faible für extravagante Mode. Batshuayi auch. Aubameyang liebt schnelle Sportwagen. Batshuayi auch. Und Aubameyang zeigt nach Toren gerne Akrobatikeinlagen. Batshuayi auch. Dass der Belgier den Salto mindestens so gut beherrscht wie der nach Arsenal abgewanderte Aubameyang, bewies er bald.

In seinem ersten Auswärtsspiel gegen Köln gelang ihm ein Doppelpack. Eine Woche später traf er auch gegen Hamburg wieder. Und am Donnerstag kehrte er mit seinen beiden Toren das Europa-League-Spiel gegen Bergamo. 3:2 statt 1:2. Am Ende sprachen alle wieder von Batman, pardon, Batsman.

Ein besonderer Stürmer

Fünf Tore und eine Vorlage in drei Spielen – Batshuayi schlug sofort ein. Deshalb spricht sein Trainer auch von einem guten Schachzug, ihn nach Dortmund gelotst zu haben. «Er ist ein besonderer Stürmer.» Wie BVB-Sportchef Michael Zorc gegenüber Sky bestätigte, hatte der Club schon vor vier Jahren Interesse am Belgier. Damals scheiterte der Transfer. Vier Jahre später klappte es und Zorc sagt jetzt: «Dass er jetzt so eingeschlagen hat, ist auch für uns eine Glücksgeschichte. Wenn man ihn sieht, hat man das Gefühl, der passt ganz gut in die Mannschaft.»

Einziger Wermutstropfen: Batshuayi ist nur ausgeliehen. Im Sommer soll er zurück zu Chelsea. Die Dortmunder waren zwar interessiert, Batshuayi gleich zu kaufen, doch gemäss Zorc war das nicht möglich. «Wenn Roman Abramowitsch ‹Nein› sagt, dann heisst es ‹Nein›.» Der deutsche Boulevard forderte die BVB-Clubführung deshalb bereits auf, im Sommer das Festgeldkonto für eine definitive Übernahme zu öffnen. Ob Batshuayi dann noch zahlbar ist, hängt vor allem von seinen Auftritten in der Bundesliga ab.

Wenn er so weitermacht, muss der BVB im Sommer den nächsten Batman suchen. Von Pierre-Emerick Aubameyang redet in Dortmund jedenfalls niemand mehr.

cst

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