«Warum nur so schamlos betrügen?»

Sions Boss Christian Constantin will gegen Ref Sascha Amhof Strafanzeige wegen Betrugs einreichen. Darf er das? Die heftigen Reaktionen.

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Thomas Niggl@tagesanzeiger

Sions Präsident Christian Constantin fühlt sich betrogen. Ref Sascha Amhof habe bei der 2:3-Niederlage der Walliser einen ungerechtfertigten Elfmeter für die Berner gepfiffen. Im «Blick» fährt Constantin scharfes Geschütz auf, will den Unparteiischen vor Gericht ziehen.

«Ich werde Strafklage einreichen. Jetzt ist das Fass voll. Ich habe die Liga gewarnt. Ich habe genug geredet und geschrieben. Nun muss gehandelt werden. Wir verlieren wegen dieses Entscheids das Rennen um Platz zwei – und damit möglicherweise Millionen.» Die Strafanzeige wegen Betrugs werde eingereicht, doppelt er nach.

«Der wahre Betrüger ist nicht der Ref»

Luigi Ponte, der Präsident der Schweizer Schiedsrichtervereinigung, ist mächtig erbost. «Constantin nehme ich schon lange nicht mehr ernst. Und wenn schon, dann müsste er auf den YB-Spieler Sulejmani losgehen, denn dieser ist nämlich der wahre Betrüger», ereifert sich Ponte. Er habe eine dreiste Schwalbe produziert und damit alle schamlos getäuscht.» Profifussballer sollten Vorbilder sein, meint Ponte. «Hoffentlich macht so etwas nicht Schule bis in die unteren Ligen.»

Ponte hat die besagte Penaltysituation mehrmals am TV studiert. «Zuerst habe ich tatsächlich auch geglaubt, dass es ein glasklarer Penalty ist. Doch bei der Wiederholung konnte man dann sehr wohl und deutlich erkennen, dass es niemals einer war.»

«Das Ganze macht ihm schwer zu schaffen»

Ponte hatte mit Schiedsrichter Sascha Amhof nach dem Spiel telefonischen Kontakt. «Im Nachhinein weiss auch er, dass er einen Fehler gemacht hat. Doch das Ganze macht ihm schwer zu schaffen.» Ponte empörte sich auch über den Auftritt von Basels Spieler Renato Steffen im «Sportpanorama».

«In dieser Situation geht alles sehr schnell. Sulejmani hat plötzlich den Goalie vor sich, der Ball springt danach weg. Das Einzige, was er noch machen kann, ist umzufallen», sagte Steffen. Ponte erachtet auch diese Aussage als total daneben. «Warum nur müssen Profifussballer so schamlos betrügen», fragt sich der ehemalige Spitzenref.

Bickel nimmt Constantin in Schutz

YB-Sportchef Fredy Bickel bringt für Sions Präsident Christian Constantin ein gewisses Verständnis auf. «Ich habe mich vom Schiedsrichter auch schon benachteiligt gefühlt und war darüber geradezu erzürnt. Dann kochen halt diese Emotionen hoch, die nun mal zum Fussball gehören», sagt der Zürcher. Es sei eher kein Elfmeter für YB gewesen.

Bickel glaubt nicht daran, dass Constantin tatsächlich gerichtlich gegen Schiedsrichter Sascha Amhof vorgehen werde. «Das wird er kaum tun. Diese Androhung hat er bestimmt nur in der ersten Erregung von sich gegeben. Dass er da zu weit gegangen ist, weiss er wohl selbst.»

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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