Vorfreude auf die grosse Kulisse – und etwas Angst vor Assalé

Verletzung überstanden: YB-Captain Steve von Bergen steht wohl heute in Zagreb im Einsatz.

Bereit: YB-Spieler in Zagreb.

Bereit: YB-Spieler in Zagreb.

(Bild: Keystone Antonio Bat)

Am Samstag war Derby im Maksimir in Zagreb. So richtig von den Sitzen gerissen hat das keinen: Erstens waren nur 2500 Zuschauer da, zweitens kann Lokomotiva gegen das übermächtige Dinamo kaum je etwas ausrichten – und drittens präsentierte sich der kroatische Serienmeister so, wie das Meister zwischen zwei Europacuprunden so zu tun pflegen: im zweiten Anzug.

Auf zehn Positionen änderte Trainer Nenad Bjelica sein Team, Goalie Danijel Zagorac war der Einzige beim 1:0-Sieg, der schon im Playoff-Hinspiel am Mittwoch gegen YB gestartet war. Neben der rigorosen Rotation gab es bei Dinamo am Tag vor dem Spiel vor allem ein Thema: die mit 25'000 Zuschauern ungewöhnliche Kulisse.

«Das ist keine Belastung, das ist Inspiration», sagte Bjelica, der vor dem bereits sechsten europäischen Einsatz diese Saison Captain Arijan Ademi und Verteidiger Kévin Téophile-Catherine als leicht angeschlagen meldet.

Auch bei den Young Boys stand hinter dem Captain bis gestern noch ein Fragezeichen. Steve von Bergen setzte am Wochenende gegen Xamax (5:2) mit muskulären Problemen an der Wade aus, absolvierte in der Folge seine Einheiten individuell. «Sein Zustand ist viel besser, ein Einsatz sollte möglich sein», sagte YB-Trainer Gerardo Seoane. Sowohl Dinamo als auch die Young Boys werden sehr wahrscheinlich in derselben Besetzung wie im Hinspiel antreten.

Naturgemäss bekunden ­beide Lager reges Interesse an der Verfassung des Gegners. Bei der kroatischen Journaille war es gar so gross, dass sich eine Angst vor Roger Assalé breitmachte. Die Schreiber hatten mitbekommen, dass der YB-Ivorer am Samstag wieder im Einsatz gewesen war und sogleich getroffen hatte. «Lassen wir sie in der Angst», sagte Seoane schmunzelnd, obwohl er heute sehr wahrscheinlich vorerst den formstarken Nicolas Ngamaleu stürmen lassen wird.

Der Schweizer Fussballfan wird ja heute wegen der neuen Rechtesituation in der hiesigen TV-Landschaft erstmals zur Kasse gebeten, wenn er den Berner Auftritt in Kroatien verfolgen will. SRF 2 hat die Rechte an den Dienstagsspielen in der Europa League an Teleclub verloren, die Partie (Anpfiff 21 Uhr) wird auf dem Sportkanal 2 des Bezahlsenders übertragen.

Die Uefa trägt der Bedeutung der Affiche überdies auch in der Schiedsrichterwahl Rechnung: Geleitet wird die Begegnung vom Weltklassereferee Björn Kuipers. Der Niederländer hat schon an je zwei WM- und EM-Endrunden ­gepfiffen. Der Rahmen in Zagreb also ist bestimmt würdiger als am Samstag.

Die möglichen Aufstellungen: Dinamo Zagreb: Zagorac; Stojanovic, Théophile-Catherine, Dilaver, Leovac; Ademi (Sunjic); Hajrovic, Olmo, Gojak, Orsic; Gavranovic.

YB: Von Ballmoos; Mbabu, Wüthrich, von Bergen, Benito; Fassnacht, Sanogo, Sow, Sulejmani; Hoarau, Ngamaleu. Bemerkung: YB ohne Lauper und Lotomba (beide verletzt).

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