Zum Hauptinhalt springen

Von Pelé bis Pirlo: Fussballstars in Übersee

Fussball, mit weitem Abstand Weltsportart Nummer eins, tat sich in den USA lange Zeit schwer, Fuss zu fassen. Nun aber boomt die MLS – und die positive Entwicklung ist noch lange nicht zu Ende.

Weltstars in New York: Pelé und Franz Beckenbauer.
Weltstars in New York: Pelé und Franz Beckenbauer.
Keystone

Fussball in den USA – das ist keine Erfolgsgeschichte. Im Schatten der drei traditionsreichen ­Gigantensportarten Baseball, American Football und Basketball fristete der Fussball jahrzehntelang ein Dasein in der Nische. Selbst als 1967 zwei Profiligen entstanden, änderte das nur temporär etwas, als die Weltstars Pelé, Franz Beckenbauer und ­Johan Cruyff am Ende ihrer grossen Karrieren verpflichtet wurden. Das sorgte für riesiges Zuschauerinteresse, doch der Profifussball setzte sich nicht durch.

Aufschwung dank WM 1994

Erst als die USA die Zusage für die Ausrichtung der Weltmeisterschaft 1994 erhielt, wurde eine neue nationale Liga installiert, die Major League Soccer (MLS). 1993 gegründet, hat sie sich längst etabliert. Mittlerweile nehmen 22 Mannschaften, davon drei aus Kanada, aus vielen grossen Städten am Spielbetrieb teil, der Zuschauerschnitt beträgt über 21'000 pro Partie – und damit mehr als in der Basketballliga NBA oder der NHL. Und das Interesse an den Teams ist sprunghaft gestiegen, viele Vereine bauten kleinere, moderne Stadien, weil die gewaltigen American-Football-Arenen zu gross waren.

Die MLS befindet sich immer noch im Wachstum, reizvolle Destinationen bemühen sich um eine Franchise. So ist ein weiteres Team in Los Angeles geplant, in Las Vegas und Miami werden Organisationen aufgebaut. Dort leben besonders viele fussballbegeisterte Südamerikaner.

Soccer sicherer als Football

Obwohl Fussball für viele Amerikaner immer noch eine Frauensportart darstellt, hat die Popu­larität stark zugenommen. Die Weltsportart Nummer eins entfaltet ihre Faszination mit Ver­zögerung. Viele Einwanderer aus Süd- und Mittelamerika haben mittlerweile Kinder, welche ebenfalls für den Fussball schwärmen und ihren Idolen nacheifern.

Im College ist Fussball deshalb bereits die beliebteste Sportart, in den USA wächst eine starke Generation an talentierten Spielern heran. Und viele Eltern bevorzugen Soccer, wie man in den USA sagt, für ihre Kinder heute gegenüber dem deutlich härteren American Football, wo viele Athleten durch die Zusammenstösse schwerwiegende Verletzungen erleiden.

Einige Altmeister

Die MLS boomt also und ist auch für ausländische Akteure attraktiv geworden. Wie in allen US-Teamsportarten wird mit Drafts gearbeitet, wonach die besten Collegespieler zu den schwächsten Mannschaften der Liga wechseln. Das sorgt für Ausgeglichenheit.

Auch gibt es einen Salary Cap, wobei es in der MLS die Designated-Player-Regel gibt. Dabei dürfen bis zu drei Akteure mehr als den maximal festgelegten Lohn erhalten – dabei handelt es sich in der Regel um ehemalige Weltklassespieler wie die Weltmeister Andrea Pirlo und David Villa (New York City), Kaka ­(Orlando City) oder Bastian Schweinsteiger, der seit kurzem in Chicago spielt. Diese Stars verdienen teilweise zwischen 5 und 7,2 Millionen Franken im Jahr.

Aber auch der albanische Nationalspieler Shkelzen Gashi, einst bei GC und Basel Torschützen­könig, fällt mit rund 1,7 Millionen Jahreslohn in diese Kategorie – wie auch der frühere YB-Stürmer Josef Martinez, der in Atlanta 1,1 Millionen verdient. Die meisten Akteure aber erhalten zwischen 100'000 und 250'000 Franken, das Lohngefälle in der Liga ist enorm.

Ein Schweizer wurde Meister

Seit der englische Superstar David Beckham vor einigen Jahren für mehrere Saisons bei Los Angeles Galaxy anheuerte, steuern immer wieder ehemalige Topkräfte wie danach auch Didier Drogba die MLS zum Karriere­ende an. Das Leben in einer US-Millionenstadt ist reizvoll, das Niveau zwar besser als vor einigen Jahren, aber insgesamt immer noch nicht auf dem Level der europäischen Topligen.

Neben Scott Sutter sind derzeit auch die Schweizer Jerome Thiesson (Minnesota) und Stefan Frei (Seattle) in der nordamerikanischen Profiliga engagiert. Goalie Frei war letzte Saison der starke Rückhalt auf dem Weg zum Meistertitel, er besitzt mittlerweile auch den amerikanischen Pass und wurde fürs Nationalteam aufgeboten. Ein Länderspiel bestritt der 31-Jährige aber noch nicht. Und auch in unteren Ligen spielen Schweizer.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch