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Vom Meister vorgeführt

Der FC Thun ist gegen Basel arg unter die Räder gekommen und mit dem 0:3 noch gut bedient. Und nun wartet YB.

Ausgebremst: Dejan Sorgic (l.) kommt nicht an Eder Balanta vorbei.
Ausgebremst: Dejan Sorgic (l.) kommt nicht an Eder Balanta vorbei.
Patric Spahni
Kämpferherz: Thun-Captain Dennis Hediger nimmt es mit fast der ganzen Basler Hintermannschaft auf.
Kämpferherz: Thun-Captain Dennis Hediger nimmt es mit fast der ganzen Basler Hintermannschaft auf.
Patric Spahni
Basel nimmt in der Folge das Tempo raus und erlaubt Thun, das Spiel ausgeglichen zu gestalten. Die Thuner präsentieren sich aber 90 Minuten lang erschreckend harmlos.
Basel nimmt in der Folge das Tempo raus und erlaubt Thun, das Spiel ausgeglichen zu gestalten. Die Thuner präsentieren sich aber 90 Minuten lang erschreckend harmlos.
Anthony Anex, Keystone
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Laut sei er in der Pause geworden, erzählte Marc Schneider nach dem 0:3 gegen Basel. «Die erste Halbzeit war mutlos und ungenügend.» Schon nach zweieinhalb Minuten waren die Thuner in Rückstand gelegen. Matteo Tosetti und Stefan Glarner hatten auf der rechten Seite Basels Renato Steffen viel zu wenig unter Druck gesetzt. Der Ex-Thuner konnte ungehindert zur Mitte flanken, wo Basels neuer Torjäger Ricky van Wolfswinkel mit seinem Laufweg die FCT-Innenverteidiger Nicolas Bürgy und Roy Gelmi verwirrte und zu Statisten degradierte.

Schon gegen Luzern hatte Basel eine Woche zuvor ein solches Tor erzielt. «Wir hatten diese Szene genau besprochen und waren darauf vorbereitet. Aber dann klappt es bereits nach zwei Minuten nicht. Das stresst mich», sagte Trainer Schneider verärgert.

Nach dem frühen Gegentor passte bei den Gastgebern vorerst nichts mehr zusammen. Hätte Goalie Francesco Ruberto zwei Minuten später gegen FCB-Angreifer Kevin Bua nicht pariert, wäre die Partie schon nach fünf Minuten entschieden gewesen.

Das war dann kurz vor Ablauf einer halben Stunde der Fall. Einen Corner von Tosetti wehrten die Basler problemlos ab und starteten über Mohamed Elyounoussi unverzüglich den Konter. Einen Pass später hiess es durch Bua 2:0 für die Gäste. Zweimal hatte damit der Meister die Thuner lehrbuchmässig vorgeführt und überfordert.

Offensiv harmlos

«Bei beiden Gegentoren verhalten wir uns zu naiv und zu lieb», haderte Dennis Hediger. Und weil nach vorne nicht nur dem Captain, sondern auch weiteren bestandenen Akteuren wie Mickaël Facchinetti und Stefan Glarner, aber auch Goalie Ruberto viele Zuspiele misslangen, waren die ersten 45 Minuten aus Thuner Sicht ein Greuel. Bei der einzigen gefährlichen Torchance vor der Pause traf Stürmer Nicolas Hunziker auf Vorarbeit von Sandro Lauper den Ball nicht.

Dennis Hediger äusserst sich zu den beiden Gegentoren in der ersten Halbzeit. Video: Peter Berger

Nach dem Seitenwechsel verdienten einzig die Distanzschüsse von Glarner und Tosetti sowie ein Kopfball von Bürgy – er verfehlte nach einem Eckball freistehend das Tor – die Bezeichnung Torchance. Thun hatte zwar nun mehr Ballbesitz, aber dies auch nur, weil der FCB seinen Betrieb quasi eingestellt hatte.

Basels Coach Raphael Wicky war damit nicht zufrieden: «Ich hätte mir in der zweiten Halbzeit mehr Aktivität und Spielkontrolle erhofft.» Immerhin durfte er festhalten: «Viele Chancen haben wir Thun nicht zugelassen.» FCT-Captain Hediger erklärte die Harmlosigkeit folgendermassen: «Im Angriff fehlte die Überzeugung. Da trafen wir den Ball nicht richtig oder flankten hinter das Tor.»

Als der Meister in der Schlussphase nochmals einen Gang höher schaltete, brannte es bei den Gegenstössen in der Thuner Hintermannschaft schnell wieder lichterloh. Ruberto vermochte viermal zu parieren, bevor in der letzten Nachspielminute Dimitri Oberlin bei seinem ersten Einsatz für den FCB das erste Tor gelang. Das 19-jährige Schweizer Sturmjuwel feierte damit einen perfekten Einstand in der Super League.

Dimitri Oberlin trifft bereits im ersten Einsatz für Basel. Video: Peter Berger

Einen Stürmer mit der Qualität des früheren FCZ-Juniors und jetzigen Leihgabe von Red Bull Salzburg haben die Thuner nicht. Schlimmer ist: Sie kamen gegen Basel kaum einmal in den Strafraum. Tosetti war über rechts zwar bemüht, auf der anderen Seite war Nuno da Silva wirkungslos. Der Zugang vom FC Breitenrain aus der Promotion League stand erstmals in der Startelf, traute sich aber nicht viel zu. Allerdings war er nicht der einzige, der nach dem frühen Gegentor den Mut verloren hatte.

Schwieriges Derby steht an

Diesen müssen die Thuner rasch wiederfinden. Denn bereits am Mittwoch kommt es in Bern zum Derby gegen YB. Nach drei Niederlagen stehen die Oberländer bereits unter Druck. Sportchef Andres Gerber hat sich den Auftakt in die Saison ebenfalls anders gewünscht: «Aber wir müssen jetzt geduldig und positiv bleiben.»

Stefan Glarner sprach nach dem 0:3 gegen Basel Klartext: «So werden wir gegen keinen Gegner einen Punkt holen.» Video: Peter Berger

Natürlich weiss auch Gerber, dass die Situation heikel ist, zumal YB derzeit «voller Euphorie steckt und mit Leichtigkeit agiert.» Die Chance sieht Gerber darin, «dass man in dieser Partie von uns nichts erwartet.» Das ist etwas wenig Zuversicht, aber zu mehr gab der Auftritt gegen Basel auch nicht Anlass.

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