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Uwe stürmt, Thuns Hediger leidet

YB gibt in Thun erst zum dritten Mal in dieser Saison Punkte ab. Die Oberländer kommt das 1:1 teuer zu stehen.

Dominic Wuillemin
YB-Flügel Ngamaleu (links) und Thun-Verteidiger Joss im Duell. Foto: Freshfocus Aufwühlendes Ende: Thuns Hediger verletzt sich schwer. Foto:Freshfocus Bis die Frisur nicht mehr hält: YB-Trainer Seoane. Foto: Keystone

Er braucht keine Absprache mit dem Physiotherapeuten, keine Nachfrage beim Arzt: Als YB-Mittelfeldspieler Djibril Sow in der Schlussphase des Berner Derbys unglücklich auf das Knie Dennis Hedigers fällt und dieser unter Schmerzen mehrmals auf den Kunstrasen schlägt, da ahnt sein Trainer Marc Schneider, dass er länger ohne seinen Captain wird auskommen müssen.

Hediger hat seit Sommer 2014 von 163 Partien nur 12 verpasst – alle, weil er nach Gelber oder Roter Karte gesperrt gewesen war. Nicht einmal liess sich der 32-Jährige von Verletzungen am Einsatz hindern, schon gar nicht von Wehwehchen. Als Thun vergangenen Frühling tief im Abstiegssumpf steckte, spielte Hediger mit einem Handbruch.

Diesmal wird auch er, dieser unverwüstliche Antreiber, nicht an ein schnelles Comeback glauben. Sein Knie ist schon blau und angeschwollen, als er gestützt von Helfern in die Garderobe gebracht wird. Es besteht Verdacht auf Kreuz- und Seitenbandriss, heute dürfte der Befund erfolgen. Die Verletzung sei ein herber Rückschlag, sagt Schneider, der sich mit Hediger in der Garderobe kurz unterhalten hat. Derweil meint YB-Trainer Gerardo Seoane, bevor er an der Medienkonferenz seine Ausführungen beginnt, er wünsche gute Besserung.

Ohne die Topskorer

Es ist das aufwühlende Ende eines ereignisreichen Derbys, das vor 8140 Zuschauern schwungvoll beginnt – obwohl mit Guillaume Hoarau und Dejan Sorgic die besten Ligatorschützen fehlen. Nach 5 Minuten bedient Grégory Karlen Sorgics Ersatz Nicolas Hunziker, der 22-Jährige vermag zwar Goalie David von Ballmoos zu umdribbeln, aber Innenverteidiger Sandro Lauper kann im letzten Moment abwehren.

Das Derby ist lanciert, YB nun wach. Die Stadtberner übernehmen mehr und mehr das Diktat. Eine erste Chance lässt Roger Assalé liegen. Doch als Thuns Rechtsverteidiger Stefan Glarner der Ball vor der Torlinie an den Arm springt und der Schiedsrichter auf Penalty für YB entscheidet, verwandelt der kleine Ivorer in der 19. Minute eiskalt.

YB hatte das Spiel lange im Griff. Dann brachen die letzten 15 Minuten an und die Young Boys wirkten unkonzentriert.Spielmann nutzte dies aus und glich die Partie zum Endstand von 1:1 aus.
YB hatte das Spiel lange im Griff. Dann brachen die letzten 15 Minuten an und die Young Boys wirkten unkonzentriert.Spielmann nutzte dies aus und glich die Partie zum Endstand von 1:1 aus.
Marcel Bieri, Keystone
Die Berner Oberländer starten gut in die Partie. Lauper kann im letzten Moment einen Abschluss von Hunziker klären.
Die Berner Oberländer starten gut in die Partie. Lauper kann im letzten Moment einen Abschluss von Hunziker klären.
freshfocus: Claudio de Capitani
Die Gäste sind es aber, welche in Führung gehen:Assalé verwandelt den Elfmeter nach dem Handspiel von Glarner.
Die Gäste sind es aber, welche in Führung gehen:Assalé verwandelt den Elfmeter nach dem Handspiel von Glarner.
freshfocus: Claudio de Capitani
Marvin Spielmann, der Mann der Stunde, nutzt eine Unachtsamkeit der Defensive des Meisters aus und trifft in der 81. Spielminute zum verdienten Ausgleich.
Marvin Spielmann, der Mann der Stunde, nutzt eine Unachtsamkeit der Defensive des Meisters aus und trifft in der 81. Spielminute zum verdienten Ausgleich.
Marcel Bieri, Keystone
Überschattet wird das Ganze aber von der schweren Verletzung von Dennis Hediger. Der Kapitän verdreht sich in einem Zweikampf mit Sow das Knie und wird wohl länger ausfallen.
Überschattet wird das Ganze aber von der schweren Verletzung von Dennis Hediger. Der Kapitän verdreht sich in einem Zweikampf mit Sow das Knie und wird wohl länger ausfallen.
freshfocus: Claudio de Capitani
Kemal Ademi lässt die Neuenburger wieder hoffen. Der Angreifer bringt Xamax gegen Luzern in Führung.
Kemal Ademi lässt die Neuenburger wieder hoffen. Der Angreifer bringt Xamax gegen Luzern in Führung.
Valentin Flauraud, Keystone
Unter Neutrainer Henchoz finden die Neuenburger zum Siegen zurück. Xamax schlägt Luzern am Ende 2:1.
Unter Neutrainer Henchoz finden die Neuenburger zum Siegen zurück. Xamax schlägt Luzern am Ende 2:1.
Valentin Flauraud, Keystone
Sion und Lugano teilen sich die Punkte. In einem richtungsweisenden Spiel zwischen zwei abstiegsbedrohten Mannschaften sind es die Sittener die zweimal Moral beweisen.
Sion und Lugano teilen sich die Punkte. In einem richtungsweisenden Spiel zwischen zwei abstiegsbedrohten Mannschaften sind es die Sittener die zweimal Moral beweisen.
Salvatore Di Nolfi, Keystone
Gerndt bringt Lugano in der ersten Hälfte in Führung, ehe Lenjani die Partie wieder ausgleicht.
Gerndt bringt Lugano in der ersten Hälfte in Führung, ehe Lenjani die Partie wieder ausgleicht.
freshfocus: Frederic Dubuis
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Die Dinge scheinen ihren gewohnten Lauf zu nehmen, zumal der souveräne Leader nach einem Führungstreffer in dieser Saison überhaupt noch nie Punkte hat liegen lassen. Doch während Sturmtief Uwe unermüdlich durch die Stockhorn-Arena bläst, erinnern die Bemühungen des Meisters nun vermehrt an ein laues Lüftchen. Seoane steht bei Wind und Regen an der Seitenlinie, dirigiert, korrigiert – bis irgendwann auch seine Frisur nicht mehr hält. Das einzig Konstante an der Darbietung sei die Inkonstanz gewesen, sagt Seoane. Sein Team habe sich zwar genügend Chancen erarbeitet. «Aber wir hätten diese entschiedener ausspielen sollen.»

Mit Glück und Mut

Dennoch ist es YB, das dem zweiten Tor zunächst näher ist. Christian Fassnacht trifft nach 55 Minuten mit einem satten Schuss an die Latte. Es wäre wohl die Entscheidung gewesen.

So aber machen sich die Thuner daran, ihr Glück in Kapital umzuwandeln. Das Heimteam agiert beherzter, es kann den Ball länger in den eigenen Reihen behaupten, kommt zu mehr Eckbällen und den deutlicheren Gelegenheiten. Einmal reagiert Goalie von Ballmoos gegen den aufgerückten Innenverteidiger Miguel Rodrigues stark, einmal verpassen mit Karlen, Marvin Spielmann und dem eingewechselten Nelson Ferreira gleich drei Oberländer knapp. Sein Team sei zaghaft gestartet, sagt Schneider. «Aber dann legten wir den Respekt ab und steigerten uns kontinuierlich.»

Derby-Schreck ist zurück

Der Lohn ist der Ausgleich Spielmanns in der 81. Minute, der nach einer Flanke des eingewechselten Dennis Salanovic unbedrängt aus kurzer Distanz einschiessen kann. Es ist erst das dritte Mal, dass YB in dieser Saison Punkte abgibt. Erstmals gegen den FC Thun, der letzte Saison als einziger Club eine positive Bilanz gegen den Meister ausgewiesen hatte. Das Unentschieden sei das gerechte Resultat, findet Seoane.

Auch die Thuner könnten mit dem 1:1 eigentlich gut leben, wäre da nicht die Verletzung Hedigers. «So kommt uns der Punktgewinn teuer zu stehen», sagt Schneider.

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