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Unkonzentriert und deutlich unterlegen

Thun hat gegen Zürich die schlechteste Leistung in dieser Saison gezeigt. Die Oberländer verloren 1:4, wobei Goalie Guillaume Faivre bei drei Toren keine gute Figur abgab.

Überrascht: Stjepan Kukuruzovic (nicht im Bild) überlistet Thuns Torhüter Guillaume Faivre und trifft zum 3:0 für den FCZ.
Überrascht: Stjepan Kukuruzovic (nicht im Bild) überlistet Thuns Torhüter Guillaume Faivre und trifft zum 3:0 für den FCZ.
Patric Spahni
Der Thuner Renato Steffen im Duell mit dem Zürcher Josip Drmic.
Der Thuner Renato Steffen im Duell mit dem Zürcher Josip Drmic.
Keystone
Der Zürcher Trainer Rolf Fringer erteilt Anweisungen.
Der Zürcher Trainer Rolf Fringer erteilt Anweisungen.
Keystone
Der Thuner Marco Schneuwly mit dem Zürcher Berat Djimisiti.
Der Thuner Marco Schneuwly mit dem Zürcher Berat Djimisiti.
Keystone
Der Thuner Jeremy Maniere im Duell mit Berat Djimisiti vom FC Zürich.
Der Thuner Jeremy Maniere im Duell mit Berat Djimisiti vom FC Zürich.
Keystone
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Die beste Nachricht erreichte den FC Thun nach dem «Horrorszenario» gegen den FC Zürich (Trainer Bernard Challandes) aus Luzern. Dort hatte der frühere Thun- und aktuelle FCL-Spieler Stephan Andrist in der 89.Minute den Ausgleich gegen Servette erzielt. Der Thuner Vorsprung auf die weiter auf dem Abstiegsrang klassierten Genfer beträgt nach dem 1:4 immerhin noch 7 Punkte.

Vielleicht wäre gestern ja alles anders gekommen, hätte FCZ-Goalie David Da Costa in der Startphase nach einem Eckball die Direktabnahme von Thun-Verteidiger Jérémy Manière nicht mit einem tollen Reflex pariert und die frühe Thuner Führung verhindert. Doch danach gingen die Gastgeber vor knapp 6000 Zuschauern in der Arena sang- und klanglos unter. Den robusten und kompromisslosen Zürchern hatten sie nichts entgegenzusetzen. Thun offenbarte Probleme in der Defensive und konnte auch nicht auf Goalie Guillaume Faivre als sicheren Rückhalt zählen. Es lief die 15.Minute, als der Torhüter bei einem von Davide Chiumiento raffiniert getretenen Freistoss aus dem Halbfeld zwei Schritte nach vorne machte, dann aber verharrte und daher ohne Abwehrchance blieb. Jorge Teixeira, von Manière allein gelassen, gelang per Kopf das 1:0.

Kukuruzovics Kunstschüsse

Natürlich monierte Challandes hinterher, das Foul, das zum Freistoss und dann zum Tor geführt hatte, sei keines gewesen. Tatsache ist, dass sich die Thuner, nachdem sie bereits gegen GC und Sion auf die gleiche Weise ein Kopfballtor zuliessen, Gedanken machen sollten, wie sie diese Situationen in den Griff kriegen. Und sie sollten auch üben, selber solch gefährliche Freistösse zu treten. Das gelang gestern trotz mehrerer Gelegenheiten nicht im Ansatz. Nach 28 Minuten erhöhte Adis Jahovic auf 2:0; es war der einzige Gegentreffer, an dem Guillaume Faivre keine Mitschuld traf. Unmittelbar nach Wiederanpfiff und dann auch in der 77.Minute liess er sich zweimal von Stjepan Kukuruzovic überraschen. Aus 35 Metern überlistete der gebürtige Thuner den zu weit vor dem Tor postierten Keeper zum 3:0. Das 4:0 gelang Kukuruzovic mit einem Heber aus spitzem Winkel. Challandes wollte Faivre trotzdem nicht zu sehr in den Fokus seiner Kritik rücken: «Man muss Kukuruzovic loben und nicht den Fehler beim Torhüter suchen», sagte er.

Der Coach hielt sich gestern gegenüber den Unparteiischen auffällig zurück. Das musste er auch, schliesslich hatte er in den Tagen zuvor jedem, der es hören wollte, verraten, dass er einen Rücktritt in Erwägung ziehen würde, sollte er bis zur Winterpause noch einmal wegen Kritik am Schiedsrichtertrio auf die Tribüne verbannt werden.

Schwere Aufgabe im Cup

Nach dem 1:4 – Marco Schneuwly hatte kurz vor Schluss für Thun getroffen– weiss Challandes aber nun ja auch, dass ihm mit seiner Mannschaft noch viel Arbeit bevorsteht. Der Trainer sprach im Anschluss an die Partie so lange zum Team, dass FCZ-Trainer Rolf Fringer, des Wartens müde, beschloss, die vorgesehene Pressekonferenz auf eigene Faust zu beginnen. Sein Team hat Thun mit dem klaren Sieg überholt. Thun, neu auf Platz 7 klassiert, steht am Samstag die Aufgabe im Cup bei Lugano bevor. Der ersehnte Befreiungsschlag wird auch dort schwierig zu realisieren sein.

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