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YB-Torjäger auf Abwegen

Guillaume Hoarau hätte die Young Boys beim 2:2 in Luzern locker zum Sieg schiessen können. Stattdessen stand er im Schatten eines anderen Goalgetters.

Am Boden: Guillaume Hoarau  erlebt in Luzern einen Tag zum Vergessen. Hier rutscht er nach einer verpassten Chance aus.
Am Boden: Guillaume Hoarau erlebt in Luzern einen Tag zum Vergessen. Hier rutscht er nach einer verpassten Chance aus.
Martin Meienberger / Freshfocus
Im Schuss: Yuya Kubo, Torschütze beim 2:2 in Luzern.
Im Schuss: Yuya Kubo, Torschütze beim 2:2 in Luzern.
Keystone
Blieb für einmal ohne Treffer: Hoarau wollte in diesem Spiel einfach nichts zählbares gelingen.
Blieb für einmal ohne Treffer: Hoarau wollte in diesem Spiel einfach nichts zählbares gelingen.
Keystone
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Huscht Marco Schneuwly bei einem Interview ein Lächeln über das Gesicht, will das etwas bedeuten. Der frühere YB-Stürmer ist nach zwölf Jahren in der Super League für einiges bekannt, aber bestimmt nicht dafür, dass er seine Gefühle zur Schau stellt. Jetzt steht der Luzerner Angreifer in der Mixed-Zone der Swissporarena und lächelt tatsächlich.

Er hat allen Grund dazu: Der 31-Jährige erlebt derzeit wohl die beste Phase in seiner Karriere. Eine Viertelstunde zuvor traf der Wünnewiler vor 11'880 Zuschauer für das Heimteam in der 92. Minute mit einem herrlichen Kopfball zum 2:2-Ausgleich. Es war bereits sein zehntes Saisontor. Und sein zehntes gegen seinen Stammklub, nachdem er YB im Winter 2012 in Richtung Thun verlassen hatte. «Der hat perfekt gepasst», sagt Marco Schneuwly. YB verpasste es derweil sehr knapp, ein Zeichen zu setzten.

Beeindruckter Hütter

Bei den Young Boys war nach den vier Heimsiegen gegen Nikosia, GC und Vaduz den Auswärtsspielen in Nikosia und Luzern grosse Aussagekraft beigemessen worden. Sie wissen: Dazu, nachhaltig Erfolg zu haben, bedarf es mehr als mitreissende Darbietungen auf dem heimischen Kunstrasen. In Nikosia am Donnerstag war YB vieles schuldig geblieben, gestern nicht.

Zur Pause lagen die Berner zwar durch einen Treffer des jungen Nicolas Haas (31. Minute) zurück, aber sie waren da bereits die torgefährlichere Equipe gewesen. Stürmer Guillaume Hoarau hatte bei einer seiner drei Gelegenheiten den Pfosten getroffen, Flügelspieler Thorsten Schick Sekunden vor dem Pausenpfiff die Latte. «Gratulation den beiden Teams zu diesem tollen Spiel», sagt Adi Hütter an der Medienkonferenz nach der Partie. Von Enttäuschung keine Spur.

Dabei ist der Spieltag für die Young Boys sehr bitter verlaufen. Während der FC Basel am Samstagabend die Partie gegen Lausanne in der Nachspielzeit gedreht hatte, verloren sie gestern in ebendieser 2 Punkte.

Die 15 Zähler, die den Leader und den Dritten aus Bern trennen, geben ein verzerrtes Bild des eigentlichen Leistungsvermögens ab. Das muss die Basler nicht kümmern, die Young Boys kümmerte es gestern auch nicht, zu gross ist der Rückstand auf die Tabellen­spitze. «Ich bin nur über das Ergebnis unglücklich», sagt Hütter. «Von unserer Darbietung aber bin ich beeindruckt.»

«Ich bin nur über das Ergebnis unglücklich»

YB-Trainer Adi Hütter

Unglücklicher Hoarau

Vor allem wie YB nach der unglücklich verlaufenen ersten Halbzeit zurückkam, war erstaunlich. Bereits nach 47 Minuten gelang Yoric Ravet nach sehenswerter Hackevorarbeit Sékou Sanogos der Ausgleich. Die Gelb-Schwarzen waren jetzt deutlich überlegen. Sie machten über beide Seiten Druck, schnürten die Luzerner in der Defensive ein, erspielten sich Gelegenheit um Gelegenheit.

Mit mehr Effizienz wäre es durchaus möglich gewesen, ähnlich hoch zu ge­winnen wie zuletzt gegen GC und Vaduz. Allein Hoarau boten sich fünf grosse Gelegenheiten. Solche, die der Routinier gewöhnlich kühl zu verwerten weiss. Doch der Franzose erlebte einen Nachmittag zum Vergessen, er war ein Torjäger auf Abwegen. Entweder stellte sich ihm der Pfosten entgegen.

Oder der starke Luzerner Torhüter David Zibung parierte ausgezeichnet. Oder ein Verteidiger brachte gerade noch ein Bein dazwischen. Sinnbildlich, dass es ausgerechnet Hoarau war, der vor dem 2:2 das Kopfballduell gegen Marco Schneuwly verlor. «Es ist schade, wenn man so Punkte abgibt», sagte der Franzose.

Zumal dem eingewechselten Yuya Kubo in der 86. Minute aus sehr knapper Offsideposition der vermeintliche Siegtreffer gelungen war. Hoarau mochte sich nicht lange mit den Geschehnissen aufhalten. «Wir müssen weiterarbeiten.» Und solche Matchs gebe es halt im Leben eines Stürmers, meinte er.

Zwei Wochen Pause

Die Super League pausiert nun zwei Wochen. Nächsten Sonntag trifft die Schweiz in der WM-Qualifikation in Luzern auf die Färöer. Marco Schneuwly wird da übrigens nicht mit dabei sein. Obwohl er für Luzern in der Super League seit dem Sommer 2014 42 Treffer erzielt hat.

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