Thun verliert in Luzern, Hoffnung von GC schwindet

Der FC Thun verliert beim FC Luzern 1:2. Für Schlusslicht GC wird es nach dem 1:1 in Neuenburg immer enger.
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Die Grasshoppers sind immer akuter vom Abstieg bedroht. Das Kellerduell zwischen Neuchâtel Xamax und GC endete 1:1 unentschieden. Weil GC ein 1:0 aus der Hand gab, ist der Rekordmeister mehr denn je auf ein Wunder angewiesen.

Lange konnten die Grasshoppers hoffen. Auf den ersten Sieg seit 153 Tagen. Und darauf, dass sie den Abstiegskampf mit einem Auswärtssieg bei Neuchâtel Xamax neu befeuern. Die Mannschaft von Uli Forte führte dank einem frühen Tor von Julien Ngoy und lag damit in der virtuellen Rangliste nur noch sechs Punkte hinter dem Barrageplatz. Sie verteidigte das 1:0 über weite Strecken gut und schnupperte einige Male am 2:0.

Fast noch den Punkt verspielt

Wie so oft in dieser Saison behielt die Partie kein gutes Ende vor für die Grasshoppers. Raphaël Nuzzolo glich für Xamax mit Anbruch der Schlussviertelstunde aus. Weitere Tore fielen nicht, obwohl die Grasshoppers das Risiko zusehends erhöhten.

Zumindest kassierten die gebeutelten Gäste, bei denen der im Vorfeld als verletzt gemeldete Marko Basic in der 66. Minute überraschend sein Comeback gab, am Ende nicht noch das 1:2. Einige Male bot sich den Neuenburgern die Chance dazu, weil der Gegner den Sieg mehr brauchte und Räume für Kontern öffnete. Als letzter scheiterte Samir Ramizi in der 93. Minute aus guter Position.

Nach dem leistungsgerechten Remis präsentiert sich die Situation für die Grasshoppers fast schon ausweglos. Neun Punkte müsste der seit dem 25. November sieglose Rekordmeister in den letzten fünf Spielen auf die formstarken Neuenburger gutmachen. Auch deshalb haderten einige Zürcher mit den engen Schiedsrichter-Entscheiden. Beim Ausgleich startete Nuzzolo aus abseitsverdächtiger Position, auf der anderen Seite wurden zwei Treffer von Marco Djuricin wegen Abseitsstellungen nicht anerkannt. Beim ersten nach einer halben Stunde war der Fall klar, beim zweiten war es knapp.

Den Gegentreffer hatten sich die Gäste aber auch selbst zuzuschreiben. Als letztes Glied in der Kette machte für einmal auch Heinz Lindner keine gute Falle. Weil sich Lindner sich beim Herauslaufen verschätzte, konnte Xamax' Topskorer den GC-Keeper umkurven und zum Ausgleich einschieben. Ihrerseits hatten die Grasshoppers beim Führungstreffer ebenfalls von einer unglücklichen Goalie-Aktion profitiert. Laurent Walthert hatte eine Flanke von Yoric Ravet ungenügend abgelenkt.

Luzern gegen Thun wie im Cup - nur umgekehrt

Nach fünf sieglosen Meisterschaftsspielen erringt der FC Luzern seinen zweiten Erfolg am Stück. Nach dem 2:1 in St. Gallen bezwingen die Innerschweizer denn FC Thun daheim 3:1. In dieser Woche hat der Fussball in Luzern eine seltsame Geschichte geschrieben. Im Cup-Halbfinal am Dienstag mühten sich die Luzerner gegen die Thuner 90 Minuten lang vergebens. Sie kamen zu Chancen, die für das Weiterkommen hätten ausreichen sollen - bis der Thuner Defensivspieler Roy Gelmi kurz vor Schluss das einzige Tor der Partie schoss.

Als die beiden Mannschaften am Samstag im gleichen Stadion in der Meisterschaft gegeneinander spielten, benötigten die Luzerner keine drei Minuten und keine eigentliche Chance, um gegen die Berner Oberländer endlich ein Tor zu erzielen. Es reichte schon, dass Verteidiger Christian Schwegler einen seiner berühmten weiten Einwürfe in Richtung der Fünferlinie warf. Ein Thuner war dort im Gedränge irritiert und lenkte den Ball mit dem Kopf ins eigene Tore. Der Pechvogel hiess Roy Gelmi.

Mit einem platzierten Schlenzer aus 17 Metern erzielte Pascal Schürpf nach 34 Minuten das 2:0, das die Luzerner für eine gute Leistung in der ersten Halbzeit ungenügend honorierte. Die Thuner fanden kurz nach der Pause mit einem Tor ins Spiel zurück, das wohl ebenso irregulär war wie Gelmis Tor im Cup-Halbfinal. Mit grösster Wahrscheinlichkeit hatte der Ball die Grundlinie überschritten, als Grégory Karlen zum eingewechselten Torschützen Marvin Spielmann passte. Von dort weg zeigte auch die Mannschaft von Trainer Marc Schneider ein paar schwungvolle Angriffe, der Sieg des FCL, den Blessing Eleke mit dem 3:1 nach 88 Minuten gegen die etwas geöffnete Thuner Abwehr sicherstellte, blieb indessen verdient.

Trotz des Vorstosses in den Cupfinal müssen sie im Berner Oberland eine klare Baisse gewärtigen. Thun hat keines der letzten zehn Meisterschaftsspiele mehr gewonnen. Je fünf Niederlagen und Unentschieden sind die Bilanz.

Telegramme

Neuchâtel Xamax - Grasshoppers 1:1 (0:1)
7137 Zuschauer. SR Jaccottet. Tore: 8. Ngoy (Bajrami) 0:1. 75. Nuzzolo (Ramizi) 1:1.
Neuchâtel Xamax: Walthert; Sejmenovic (73. Tréand), Oss, Djuric; Gomes, Pickel (64. Ramizi), Serey Die, Janick Kamber; Doudin; Pululu (83. Di Nardo), Nuzzolo.
Grasshoppers: Lindner; Pusic, Cvetkovic, Zesiger, Asllani; Taipi (66. Basic), Diani (85. Pinga); Ravet, Bajrami, Ngoy (81. Tarashaj); Djuricin.
Bemerkungen:Neuchâtel Xamax ohne Ademi (gesperrt), Huyghebaert und Le Pogam (beide verletzt). Grasshoppers ohne Nathan, Sigurjonsson, Caiuby, Robin Kamber, Gjorgjev, und Arigoni (alle verletzt).
Verwarnungen: 49. Zesiger (Foul). 69. Asllani (Spielverzögerung). 73. Djuricin (Unsportlichkeit). 92. Di Nardo (Foul).

Luzern - Thun 3:1 (2:0)
8064 Zuschauer. SR Tschudi. Tore: 3. Gelmi (Eigentor) 1:0. 34. Schürpf 2:0. 50. Spielmann (Karlen) 2:1. 88. Eleke (Voca) 3:1.
Luzern:Zibung; Schwegler, Lucas, Sidler; Vargas (91. Kakabadse), Custodio, Ndenge, Schulz, Schürpf (79. Voca); Eleke, Demhasaj (59. Schneuwly).
Thun: Faivre; Glarner, Rodrigues, Sutter, Kablan; Bigler (46. Spielmann), Stillhart (33. Fatkic), Gelmi, Schwizer (46. Tosetti); Sorgic, Karlen.
Bemerkungen:Luzern ohne Knezevic, Juric und Schmid (alle verletzt). Thun ohne Hediger, Joss und Ruberto (alle verletzt). Stillhart verletzt ausgeschieden.
Verwarnungen: 51. Zibung (Reklamieren), 53. Gelmi (Foul), 70. Rodrigues (Foul), 86. Lustenberger (auf der Bank/Reklamieren).

SDA

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