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Strümpfe, Shakes und Schaumstoff

Die Thuner Fussballer vertrauen in diesen Wochen auf das Regenerationsprogramm von Assistenztrainer Pi Zürcher.

Es fühlt sich gut an, da oben an der Tabellenspitze. Das jedenfalls sagen die Spieler und Verantwortlichen des FC Thun, der nach dem 3:0 gegen die Grasshoppers am Sonntag die Super League anführt. Das letzte Mal waren die Thuner im September 2004 Leader, nach einem 4:1 gegen den FC Basel. Allerdings waren vor sieben Jahren bereits neun Runden ausgetragen, als Thun die Spitze übernahm, jetzt sind es erst deren zwei. Ausserdem hat der FC Luzern erst eine Partie ausgetragen. «Wir geniessen den Moment, und obwohl derzeit alles läuft wie geschmiert, wollen wir nicht abheben», sagt Sportchef Andres Gerber.

Morgen Mittag reisen die Oberländer, die seit dem 14.Juli bereits vier Wettbewerbsspiele bestritten haben, von Bern-Belpmoos aus nach Palermo, wo sie am Donnerstag in der 3.Qualifikationsrunde zur Europa League auf den Serie-A-Klub US Palermo treffen. Doppeltorschütze Stephan Andrist sagte nach dem Sieg gegen GC: «Da das Spiel früh entschieden war, konnten wir in der Schlussphase Kraft für die nächsten Partien sparen.» Trotzdem setzt Trainer Bernard Challandes auf die Rotation («Es gibt keine 11 Stammspieler»), dosiert das Training und sorgt mithilfe seiner Mitarbeiter für die richtige Regeneration. Schon vor Saisonbeginn zeigte Assistenzcoach Pi Zürcher den Spielern eine Powerpoint-Präsentation: «Ich machte sie darauf aufmerksam, was es zu einer raschen und richtigen Erholung braucht», sagt er, «das Thema wird im Fussball noch immer unterschätzt.» Der ausgebildete Fitness- und Konditionstrainer liess es nicht bei Worten bewenden. Zürcher achtet darauf, dass die Spieler kurz nach dem Abpfiff einen Shake zu sich nehmen, in dem unter anderem Kohlenhydrate und Eiweiss enthalten sind, wenig später wird mit einem Essen der Kohlenhydratspeicher weiteraufgefüllt. Ausserdem steigen die Fussballer nach dem Spiel abwechslungsweise in ein Kaltwasserbad und unter die warme Dusche, danach ziehen sie Kompressionsstrümpfe an, die bis zu den Knien reichen. «Alle diese Massnahmen tragen zu einer schnelleren Erholung bei. Das ist wissenschaftlich erwiesen», sagt Zürcher. Zuletzt hat er in den USA spezielle Schaumstoffrollen, sogenannte Foam Rolls, bestellt, mit denen die Profis leichte Verspannungen selber lösen können. Ob die Spieler seine Massnahmen zu 100 Prozent befolgen, weiss Thuns Assistenzcoach nicht. «Ich spioniere ihnen ja nicht nach, aber ich habe den Eindruck, sie glauben, was ich ihnen über richtige Regeneration erzählte.»

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