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Stahel: Keine Angst vor schlankem Ronaldinho

Der FCZ-Verteidiger spielte beim 1:3 im Hinspiel gegen die AC Milan glücklos, aber er glaubt weiter an die Qualifikation.

Das Uefa-Cup-Hinspiel im San Siro: Die Milan-Spieler bejubeln Stahels unglückliches Eigentor, das die Italiener mit 1:0 in Führung bringt.
Das Uefa-Cup-Hinspiel im San Siro: Die Milan-Spieler bejubeln Stahels unglückliches Eigentor, das die Italiener mit 1:0 in Führung bringt.
Keystone
Kurz zuvor landete der Ball in Didas Tor: Stahels regulärer Treffer wird fälschlicherweise aber wegen Offside aberkannt.
Kurz zuvor landete der Ball in Didas Tor: Stahels regulärer Treffer wird fälschlicherweise aber wegen Offside aberkannt.
Keystone
Milan-Trainer Carlo Ancelotti stand nach einem schwachen Saisonstart unter Druck. Mit dem 3:1 hat sich seine Mannschaft eine ideale Ausgangslage für das Rückspiel in Zürich geschafft.
Milan-Trainer Carlo Ancelotti stand nach einem schwachen Saisonstart unter Druck. Mit dem 3:1 hat sich seine Mannschaft eine ideale Ausgangslage für das Rückspiel in Zürich geschafft.
Keystone
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Die «Gazzetta dello Sport» liess sich die Gelegenheit nicht nehmen. In seiner gestrigen Ausgabe titelte das rosafarbene Blatt auf der Frontseite: «Ronaldinho - der Bauch ist weg.» Illustriert war der Artikel mit zwei Bildern des Brasilianers. Eines stammt aus dem Juni und zeigt den Spieler mit vielleicht fünf Kilogramm Übergewicht, das andere wurde nach dem Derby vom Sonntag gegen Inter aufgenommen, in dem Ronaldinho den einzigen Treffer erzielt hatte. Der Künstler jubelt mit nacktem Oberkörper, er ist muskelbepackt, aber ohne ein Gramm Fett.

Verbesserter Ronaldinho?

«Er wird bestimmt einiges stärker spielen als im ersten Match», ist Florian Stahel überzeugt. Im Uefa-Cup war Ronaldinho erst in der letzten Viertelstunde für Schewtschenko auf den Platz gekommen. Stahel, mit einem aberkannten regulären Treffer und einem Eigentor zuvor die tragische Figur beim FCZ, hielt den Brasilianer gut unter Kontrolle. Beeindruckt war er dennoch: «Er führt den Ball ganz eng am Fuss, er ist technisch brillant - aber austrainiert war er nicht.»

Das hat sich in den vergangenen zwei Wochen geändert. Ronaldinho hat sich einer Spezialdiät unterzogen und auf nächtliche Eskapaden verzichtet. Es heisst, er habe die Abende in seinem Haus vor der Playstation verbracht. Im Trainingszentrum Milanello ist er von Fachleuten mit Einzeltrainings fit getrimmt worden. «Mitte Oktober werde ich wieder 100 Prozent meiner Leistungsfähigkeit erreichen», erklärte er dieser Tage. Stahel schmunzelt: «Noch fängt ja der Oktober erst an.»

Ein Mensch mit einem Kopf und zwei Füssen

Ronaldinho - er ist für Stahel ein ganz grosser Spieler, aber letztlich auch nur ein Mensch mit einem Kopf und zwei Füssen. Der Verteidiger erklärt, er habe Respekt vor ihm, aber sicher keine Angst. Vielmehr glaubt er unverdrossen an die Chance des FCZ und gibt die Taktik für das Spiel gleich vor: «Wir dürfen nicht kopflos nach vorne stürmen, sondern wir müssen mit viel Geduld spielen.» Dann lächelt Stahel und fährt fort: «Wir können das entscheidende Tor auch in der 93. Minute noch schiessen.» Wie damals, an jenem denkwürdigen 13. Mai 2006 im Basler St.-Jakob-Park, als Stahel im Fallen flankte und Filipescu in der Mitte das Tor machte. Es war der Siegestreffer gegen Basel, das 2:1. Der FCZ war nach 25 Jahren wieder Meister.

«Mein bisher grösster Sieg», sagt Stahel. Ein Erfolg gegen die grosse AC Milan wäre gewiss höher einzuschätzen und würde in ganz Europa registriert. Also macht der Verteidiger sich und seinen Mitspielern mit einem breiten Lachen Mut: «Wir gewinnen 2:0 und sind weiter.»

ta/fal

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