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Später Könizer Dolchstoss

Köniz hat in der Promotion League das Derby gegen Münsingen 2:1 gewonnen. Die Aaretaler stellten über weite Strecken die bessere Equipe, waren aber zu ineffizient.

Der Könizer Ausgleich zum 1:1. Dennis Wyder (Nummer 7) nickt wuchtig per Kopf ein.
Der Könizer Ausgleich zum 1:1. Dennis Wyder (Nummer 7) nickt wuchtig per Kopf ein.
Stefan Wermuth

Unterschiedlicher können Gefühlswelten nicht sein. Während Spieler und Staff von Köniz nach dem Abpfiff in Partylaune verfallen, hüpfend einen Kreis bilden und vor der Tribüne im Stadion Liebefeld in corpore die Welle zelebrieren, herrscht rund um Münsingen die grosse Tristesse.

Coach Kurt Feuz kann es nicht fassen, was in der Schlussphase des Derbys passiert ist. Er verharrt erst mal zwei, drei Minuten mit leerem Blick wie eine Salzsäure auf der Trainerbank.

Einige Spieler der Aaretaler liegen auf dem Rasen, starren fassungslos in den Herbsthimmel, andere diskutieren aufgeregt mit dem ihrer Meinung nach nicht immer souveränen Schiedsrichtergespann.

Präsident Andreas Zwahlen tröstet derweil jene Akteure, die den schnellsten Weg in die Garderobe suchen. Er spricht der Münsinger Entourage aus der Seele, indem er sagt: «Diese Niederlage tut richtig, richtig weh.»

Kurz den Fokus verloren

Die Nachspielzeit lief, als Köniz-Stürmer Mylord Kasai den Spielverlauf ad absurdum führte. Nach einem Foul im Mittelfeld haderten und diskutierten etliche Münsinger. Es schien, als ob sie darob beim anschliessenden Freistoss für Köniz den Fokus und die Konzentration verloren hätten.

Nur so ist zu erklären, wie Kasai in der 92. Minute ungedeckt losstürmen und den Münsingern mit seinem 2:1-Siegtreffer den Dolchstoss versetzen konnte. «Ich würde nicht sagen, dass der Sieg gestohlen ist», erklärte der Könizer Marco Stauffiger, musste dabei aber selber etwas schmunzeln.

«Ein Unentschieden wäre wohl gerecht gewesen. Aber für uns ist dieser Erfolg nach fünf Spielen ohne Sieg sehr wichtig, zumal das Derby wie ein Sechspunktespiel war», sagte der 23-jährige Aussenverteidiger, der den gesperrten Samir Naili als Captain vertrat.

Tatsächlich hätte der Tabellenletzte Münsingen mit einem Sieg für den Zusammenschluss am Tabellenende der Promotion League sorgen können. Entsprechend giftig waren die Aaretaler vor 680 Zuschauern ins Spiel gestartet.

Nach acht Minuten buchte Captain Patric Gasser mit einem Klassetor das 1:0, nachdem er eine Flanke von Nikola Marinkovic mit dem Rücken zum Tor angenommen, sich blitzschnell gedreht und den Ball ins lange Eck versenkt hatte. Münsingen hielt die Zügel in der Hand, dominierte, war energischer und spritziger.

Der routinierte FCM machte den jungen Könizern das Leben schwer, liess aber in der gefährlichen Zone die Konsequenz vermissen. Köniz indes zeigte sich effizient: Eine Freistossflanke verwertete Dennis Wyder wie aus dem Nichts wuchtig per Kopf zum 1:1 (29.). Danach folgte die einzige Phase, in der die Einheimischen Oberwasser hatten.

In der zweiten Halbzeit dominierte wieder Münsingen, verpasste aber die Führung, was sich rächen sollte. «Wir werden unserer Linie treu bleiben und weiter kämpfen, die Saison ist noch lang», sagte FCM-Präsident Zwahlen. Köniz-Captain Stauffiger hingegen meinte: «Wir haben in unserem jungen Team einen guten Spirit, in dem jeder für den anderen kämpft. Dieser Sieg tut richtig gut.»

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