Ein Däne für die YB-Defensive

Die Young Boys haben den neuen Innenverteidiger gefunden. Frederik Sörensen von Köln verstärkt den Meister leihweise bis Ende Saison.

Robust und relativ spielstark: Der 27-jährige Frederik Sörensen will seine Karriere bei YB neu lancieren.

Robust und relativ spielstark: Der 27-jährige Frederik Sörensen will seine Karriere bei YB neu lancieren.

(Bild: Imago)

Fabian Ruch

Christoph Spycher ist in der letzten Woche ziemlich herumgereist in Europa auf der Suche nach einem neuen Innenverteidiger. Am Ende gab es zwei gute Kandidaten, fündig geworden ist der YB-Sportchef schliesslich in Deutschland. Frederik Sörensen verstärkt die Young Boys bis Ende Saison, er kommt leihweise vom Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Köln. «Das ist ein Abwehrspieler, der in unser Anforderungsprofil passt und uns helfen kann», sagt Spycher. «Er ist hervorragend geschult, kopfballstark, erfahren, spielt schnell nach vorne.»

Sörensen, ausgebildet unter anderem bei Juventus, galt vor Jahren als eines der grössten Verteidigertalente Europas, ging 2015 für knapp drei Millionen Franken zu Köln, überzeugte dort, stand kurz vor einem 10-Millionen-Franken-Transfer in die Premier League. Seine italienische Frau allerdings wäre lieber in die Heimat gezogen, ein Wechsel zurück in die Serie A indes klappte nicht, und als Köln 2017 abstieg, erklärte Sörensen, er wolle nicht in der 2. Bundesliga spielen. Weil er vor zwei Jahren keinen neuen Verein fand, blieb er in Köln, hatte unter dem damaligen Trainer Markus Anfang jedoch einen schweren Stand und bestritt letzte Saison in der zweithöchsten Spielklasse Deutschlands nur fünf Kürzesteinsätze (total 46 Minuten).

Sörensen war in der Sackgasse. Nach 98 Spielen für Köln (81 in der 1. Bundesliga). Und nach 69 Serie-A-Partien für Juventus, Bologna und Hellas Verona.

Mutige Spielweise

Nun will Frederik Sörensen seine Karriere in Bern neu lancieren. «Er gehörte hier in den letzten Jahren zu den besten Innenverteidigern», sagt Köln-Experte Stephan von Nocks vom Fussballmagazin «Kicker». «Im Zweikampf ist er stark, seine Schnelligkeit ist ordentlich, insbesondere für seine Grösse, und er sucht beim Passspiel sofort und mutig den Weg in die Offensive.»

Sörensen, der ein Länderspiel für Dänemark bestritt, misst 194 Zentimeter, ist relativ spielstark und robust, er könnte auch als Rechtsverteidiger agieren. Auf dieser Position gelang ihm einst eine grandiose Partie gegen Bayerns Flügel Franck Ribéry. Stärker aber ist Sörensen im Abwehrzentrum. Sein Transfer zu den Young Boys hilft allen beteiligten Parteien. YB bekommt einen Verteidiger, der im anstrengenden Herbst eine Verstärkung sein kann. Köln könnte, überzeugt Sörensen in Bern, im nächsten Sommer eine anständige Ablösesumme kassieren für den Fussballer, dessen Vertrag 2021 ausläuft. Und Sörensen erhält endlich wieder Spielpraxis.

Zuletzt nicht viel gespielt

Eine definitive Verpflichtung Sörensens war für die Young Boys wirtschaftlich nicht möglich, eine Option zur Übernahme im nächsten Jahr gibt es auch nicht. Köln soll sich zudem offenbar am hohen Jahreslohn von rund 1,5 Millionen Franken beteiligen.

Neben Abwehrchef Fabian Lustenberger stehen auch die jungen Cédric Zesiger und Nicolas Bürgy, im Sommer von GC und Aarau gekommen, als Innenverteidiger im Kader. Sowie Grégory Wüthrich, der aber in den nächsten Wochen noch zu einem kleineren Verein wechseln dürfte, um mehr Einsatzchancen zu erhalten. Und ab 2020 werden auch die noch monatelang verletzten Mohamed Camara und Sandro Lauper wieder dabei sein.

Ob Frederik Sörensen bereits am Mittwoch im Hinspiel des Champions-League-Playoff gegen Roter Stern Belgrad dabei sein wird, ist fraglich. Er wurde in den letzten 12 Monaten ausgesprochen wenig eingesetzt.

Ärger über Etoile Carouge

Die offensiven YB-Schlüsselspieler Guillaume Hoarau und Miralem Sulejmani wiederum dürften gegen Belgrad nach Muskelproblemen fehlen, werden aber bei ihrer Rückkehr ohnehin kaum noch in Bestform sein. Und während Christian Fassnacht am Freitagabend beim mühsamen 1:0 in der 1. Cuprunde bei Etoile Carouge sein Comeback gab, ist nun Marvin Spielmann nach einem harten Foulspiel von Carouge-Verteidiger Babacar Dia verletzt. Der Flügel leidet an einer Sprunggelenksblessur. Wie lange er ausfällt, ist noch offen.

Die Young Boys zeigten sich in Genf sehr verärgert über die rüde Spielweise und die teilweise heftigen Attacken des Aussenseiters aus der Promotion League. «Der Schiedsrichter hätte unsere Spieler besser schützen müssen», sagt Christoph Spycher. Immerhin steht mit Frederik Sörensen in der Defensive nun eine weitere Alternative bereit.

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