Als wäre er nie weggewesen

Guillaume Hoarau trifft nach seiner Rückkehr in YBs Startelf gleich dreimal.

Es ist Guillaume Hoaraus vierter Hattrick für YB – der erste in dieser Saison.

Es ist Guillaume Hoaraus vierter Hattrick für YB – der erste in dieser Saison.

(Bild: Keystone)

Guillaume Hoarau meldet sich auf eindrückliche Art und Weise zurück. Nach seiner Wadenverletzung, die ihn zu einer einmonatigen Pause zwang, trifft «Air France» bei seinem Comeback in der Startelf gegen den FC St. Gallen gleich dreimal und entscheidet damit die Partie. Es ist sein vierter Hattrick in Diensten der Gelb-Schwarzen – der erste in dieser Saison.

Aber nicht nur das: Hoarau übernimmt auch wieder die Führung in der Torschützenliste. 16 Treffer stehen auf seinem Konto – sein erster Verfolger Dejan Sorgic vom FC Thun kommt auf deren 15. Und dies, obwohl der Franzose sechs Spiele weniger bestritten hat.

Dass er nach seinem Tor in der 90. Minute zum 3:2 das Trikot auszieht und dafür die Gelbe Karte kassiert, dürfte ihm herzlich egal sein. Mehr stört ihn bestimmt eine Aktion kurz darauf in der Nachspielzeit: Als er völlig alleine mit Nicolas Ngamaleu auf Dejan Stojanovic loszieht, kann Hoarau auswählen, ob er schiessen oder passen will. Er entscheidet sich für den Schuss – und scheitert.

Somit vergibt er den vierten YB-Treffer schon fast fahrlässig. Am Ende spielt es keine Rolle, seine drei Tore reichen zum Sieg. Und dass er auch ein Mensch von grosser Klasse ist, beweisen die Szenen nach Spielende. Direkt nach dem Schlusspfiff sucht er sofort Ngamaleu und entschuldigt sich für das verpasste Abspiel.

Pünktlich zum Rendezvous

Auf die Entschuldigung folgt die Freude. Als die Mannschaft mit den Fans ausgelassen feiert, erhält Hoarau einen Sonderapplaus. Minuten später erscheint er ausgelassen in den Katakomben bei den Journalisten. Das Lachen im Gesicht sowie der Hattrick-Ball unter dem Arm dürfen nicht fehlen.

«Es war kompliziert, St. Gallen hat gut gespielt», sagt Hoarau. «Wir boten dem Publikum ein Spektakel und haben am Schluss drei Punkte geholt. Es ist schön, konnte ich mit meinen Toren einen Teil dazu beitragen.» Auch er zeigt sich wie die Mitspieler cool, was den möglichen Meistertermin angeht. «Wir wollen natürlich, dass es schnellstmöglich passiert. Aber wir nehmen Spiel für Spiel.»

Für den Fall, dass Hoarau nicht 90 Minuten hätte durchspielen können, hatte sein Trainer vorgesorgt: Gerardo Seoane setzte auf ein 4-1-2-3-System. Mit Ngamaleu hatte er so wenigstens eine Offensivoption auf der Bank. Aber Hoarau spielte, als wäre er nie weggewesen. So brachte Seoane beim Stand von 1:2 Ngamaleu für Mittelfeldspieler Lauper – und wechselte auf das gewohnte 4-4-2.

Seinen Torjäger lobt Seoane selbstredend: «Man merkte ihm die fehlende Praxis schon an, er war nicht immer ins Spiel eingebunden. Aber er ist einer, der sich pünktlich zum Rendezvous in der gefährlichen Zone meldet und dann eiskalt ist.» Es gebe dem Team zudem Selbstvertrauen, wenn es wisse, dass vorne drin einer wie Guillaume stehe, der immer für ein Tor gut sei.

Gegen St. Gallen waren es sogar drei.

Berner Zeitung

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