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Serienmeister-Besieger

YB zeigt gegen Meister Basel sein Sonntagsgesicht und siegt 2:1. Beim FCB liegt der Fokus auf dem Cufinal an Auffahrt gegen Sion.

Das Spiel zwischen YB und Basel war eine Partie, die ihren Höhepunkt in den Startminuten hatte.
Das Spiel zwischen YB und Basel war eine Partie, die ihren Höhepunkt in den Startminuten hatte.
Keystone
Nach 180 Sekunden brachte Doumbia die Basler in Führung.
Nach 180 Sekunden brachte Doumbia die Basler in Führung.
Keystone
Vor dem Spiel gratulierte YB-Cheftrainer Adi Hütter (links) Basel-Trainer Urs Fischer zur Meisterschaft.
Vor dem Spiel gratulierte YB-Cheftrainer Adi Hütter (links) Basel-Trainer Urs Fischer zur Meisterschaft.
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Super League ist, wenn der Meister das Gipfeltreffen Zweiter vs. Erster als Vorbereitungsspiel benutzt. Am Donnerstag bestreitet der FC Basel in Genf den Cupfinal gegen Sion, deshalb verzichtet er am Sonntag im Stade de Suisse gegen YB auf mehrere Stammkräfte.

Der Fokus gilt dem Termin an Auffahrt, die Young Boys geniessen Vorfahrt. Die Berner nutzen diese Ausgangslage, siegen gegen den FCB verdient 2:1 und dürfen sich von ihren Anhängern als Serienmeister-Besieger feiern lassen – sie haben die Serie gegen Basel in dieser Saison ebenfalls 2:1 gewonnen (bei einem Remis).

«Es ist schade, haben nicht auch andere Teams den FCB bezwungen», sagt YB-Verteidiger Steve von Bergen. Und Goalie Yvon Mvogo meint: «Leider haben wir gegen kleinere Teams deutlich nicht so stark agiert wie Basel.» Das sei ein mentales Problem, ergänzt der Torhüter ehrlich.

Doumbia trifft Mini-Doumbia

Gegen den Tabellenführer zeigen die Young Boys nach dem kläglichen Auftritt am Mittwoch in Vaduz (0:1) wieder ihr Sonntagsgesicht. Und wie fast immer, wenn Berner in der Super League auf Basler treffen, entwickelt sich eine muntere Veranstaltung, im vorerst sehr unterhaltsamen Spielchen muss keine Verwarnung ausgesprochen werden.

Seydou Doumbia bringt den FC Basel bereits in der 3. Minute in Führung. Der ehemalige YB-Publikumsliebling jubelt bei seinem Treffer nicht. Video: SRF

Auch das sagt vieles aus. Nicht mal die begabten Kartensammler Kevin Mbabu und Taulant Xhaka erhalten eine Gelbe Karte, obwohl sie sich durchaus aufdrängen.

Der Titelhamsterer und sein Herausforderer eröffnen den Spitzenkampf gar im Hochgeschwindigkeitsmodus. Herrlich herausgespielt ist das 0:1 in der 3. Minute im Tänzchen der Fussballveteranen. Der 34-jährige Alain Rochat und der bald 34-jährige Steve von Bergen werden vom rasanten Zusammenspiel des 34-jährigen Matias Delgado und des offiziell 29 Jahre alten, nach Gerüchten aber mindestens 34-jährigen Seydou Doumbia düpiert.

Doumbia, vor Jahren bei YB Publikumsliebling und Torschützenkönig, jubelt aus Verbundenheit zum alten Arbeitgeber in dessen Wohnzimmer nicht.

Die Young Boys zeigen sich nicht geschockt. Sie wirbeln und kombinieren und attackieren wirkungsvoll, ihr Ausgleich in der 9. Minute erreicht auf der Attraktivitätsstufe mindestens den gleichen Wert wie das Basler Passspektakel kurz zuvor.

Miralem Sulejmani lanciert schliesslich mit einem magistralen Weltklassezuspiel den kühlen Finisseur Roger Assalé, der wie Basels Goalgetter aus der Elfenbeinküste stammt – und sich in Bern zum ­Mini-Doumbia entwickelt hat.

Miralem Sulejmani lanciert Roger Assalé: in der 9. Minute ist der Ausgleich Tatsache. Video: SRF

Zakaria und Aebischer stark

Nach den vielleicht besten 10 Minuten dieser Super-League-Spielzeit nehmen die Rivalen deutlich Tempo aus dem Geschehen. Oft fehlt nun die letzte Beharrlichkeit. Die Young Boys sind engagierter, konzentrierter, besser, was sich im 2:1 kurz nach der Pause niederschlägt.

Es ist der eingewechselte Thorsten Schick, der den Ball über die Torlinie bugsiert. Basel leistet nicht besonders viel Gegenwehr, hat einmal Pech beim Pfostenfreistoss Delgados, ist aber nicht mit bedingungsloser Ernsthaftigkeit am Werk.

Kurz nach der Pause übernehmen die Young Boys durch Thorsten Schick die Führung. Video: SRF

Und so wissen die Young Boys die Qualität des Erfolges einzuordnen. «Das war ein Prestigesieg für uns, mehr nicht», sagt Trainer Adi Hütter. Ihm hat wie Captain von Bergen die Reaktion auf den Fehltritt gegen Vaduz gefallen. Insbesondere die 20-jährigen Denis Zakaria und Michel Aebischer im zentralen Aufbau glänzen mit einem dominanten, stilsicheren, passstarken Auftritt.

Mvogos Modusvorschlag

Die Basler werden die zweite Saisonniederlage locker verschmerzen. Sie wollen ihre Saison in drei Tagen als Cupfinalspezialist-Besieger krönen, während YB mal wieder die Zuschauerrolle einnimmt, wenn ein Titel vergeben wird.

«Unser Ziel muss sein, nächste Saison den Rückstand auf Basel zu verringern», sagt Hütter. Sein Torhüter Yvon Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig wechselt, präsentiert gar einen revolutionären Ansatz zur aktuellen Modusdebatte: «Wenn wir 36-mal gegen Basel spielen könnten, hätten wir eine Meisterchance.»

Trotz fast immer anregender Unterhaltung in den Treffen zwischen YB und dem FCB würde Mvogos Vorschlag die Langeweile in der Super League kaum nachhaltig bekämpfen.

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