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Selbst der Gegner gratuliert

Das letzte Spiel des Jahres und einer erfolgreichen Vorrunde gewinnt der FC Thun gegen die Grasshoppers 1:0. GC-Trainer Thorsten Fink will sich die Oberländer als Vorbild nehmen.

Der GC-Goalie geschlagen, das Spiel entschieden: Thuns Captain Dennis Hediger (Nummer 17) trifft in der 85. Minute zum 1:0.
Der GC-Goalie geschlagen, das Spiel entschieden: Thuns Captain Dennis Hediger (Nummer 17) trifft in der 85. Minute zum 1:0.
Keystone

Mit einem Wort, das nicht gedruckt werden soll, bezeichnet Timo Righetti die Kälte, als er am Samstagabend nach Spielende in der Garderobe des FC Thun verschwindet. Er, der verletzt von der Tribüne zuschauen musste, fror wie die 4692 Zuschauer in der Stockhorn-Arena.

Erhitzt vom Match waren dagegen Marvin Spielmann und Dennis Hediger, die beiden verschenkten zum Vorrundenende bis auf ihre Unterhosen all ihre Kleider und trotzten kurzzeitig halbnackt der Kälte.

Ein 1:0-Sieg hatte gegen die Grasshoppers resultiert, glückhaft war dieser zustande gekommen. Nach einem Rot-würdigen, aber mit Gelb geahndeten Foul des genesenen GC-Captains Rúnar Sigurjónsson an Thun-Captain Dennis Hediger trat Stefan Glarner zum Freistoss an, spielte den Ball dem zentral vor dem Tor positionierten Hediger zu. Dieser zog ab, sein Schuss wurde von Djibril Diani unhaltbar ins Tor von Heinz Lindner abgelenkt – Thun siegte.

Gerade in der ersten Halbzeit aber hatten die besseren Möglichkeiten GC gehört, Thun wurde offensiv kaum gefährlich und offenbarte Unstimmigkeiten im Defensivverhalten. «Eine gewisse mentale Müdigkeit war spürbar. Es ist gut, dass es nun eine Pause gibt», sagte Trainer Marc Schneider, alles in allem doch zufrieden mit der Partie.

Finks Lob

Das 1:0 gegen GC steht am Ende einer Vorrunde, die für den FC Thun vorzüglich verlaufen ist. Davon zeugt auch, dass ausgerechnet der Trainer des geschlagenen Gegners, Thorsten Fink, an der Pressekonferenz nach dem Spiel lobende Worte findet: «Ich möchte dem FC Thun für ein tolles Jahr gratulieren. Es zeigt, dass man mir Kontinuität, Charakter und Ruhe einiges erreichen kann. Das wollen wir uns für die Rückrunde ins Heft schreiben.»

28 Punkte und den dritten Rang haben die Oberländer damit erreicht, was bemerkenswert ist – und den Trainer nur ein wenig überrascht. «Wir haben an die Mannschaft geglaubt. Dass es gerade 28 Punkte und der 3. Rang sind, ist eine schöne Momentaufnahme», sagt Schneider, mahnt aber auch, «nach hinten sind es nur elf Punkte.» Elf Punkte auf den Barrageplatz, den derzeit die Grasshoppers besetzen. «Das ganze Jahr ist für uns sehr positiv verlaufen, gerade wenn man sieht, in welcher Lage wir uns im März befanden», sagt Hediger. Thun stand damals am Tabellenende. «Seither haben wir relativ viele Punkte geholt», hält der Captain fest. Sie hätten vielleicht zusammen durch den «Seich» gemusst, diese schwierige Saison 17/18 überstehen müssen, um dort hinzukommen, wo sie nun seien. Den Erfolg erklärt er sich auch mit dem Glauben an die eigenen Fähigkeiten.

Erst einmal geniessen

Vertrauen, Ruhe, Geduld, Kontinuität sind die Grundbegriffe des Erfolgs. «Wir verfallen bei einer Niederlage nicht in Panik, werden nach einem Sieg nicht euphorisch», sagt Hediger. Dementsprechend unaufgeregt klingt Stefan Glarners Resümee der Vorrunde. «Im Grossen und Ganzen bin ich zufrieden. Doch es gab auch Spiele, in denen mehr hätte herausschauen müssen.»

«Das Jahr ist für uns sehr positiv verlaufen.»

Thuns Captain Dennis Hediger

Und: «Wir trauen uns viel zu. Unser Ziel ist immer, zu gewinnen. Wir können jeden Gegner schlagen, doch wenn nur einer zwei Prozent weniger gibt, reicht es nicht mehr.» Trotz der guten Vorrunde bleiben die Thuner also mit den Füssen am Boden, sind sich bewusst, wie schnell das Blatt sich wenden kann. Vorerst stehen aber die knapp dreiwöchigen Ferien an. «Wir dürfen den Moment geniessen», sagt Trainer Schneider.

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