Zum Hauptinhalt springen

Schwierige Traineraufgabe: Konkurrenzkampf moderieren

Im Heimspiel am Sonntag gegen Lausanne dürfte YB-Trainer Adi Hütter personell wieder stark rotieren.

Starke Konkurrenz bei YB: Michel Aebischer (links).
Starke Konkurrenz bei YB: Michel Aebischer (links).
Andreas Blatter

Zum Beispiel Michel Aebischer. 20 Jahre, Grosstalent im Mittelfeld, hoher Status bei YB – unterstrichen durch Nominationen im Startspiel gegen Basel (2:0) sowie auswärts gegen Dynamo Kiew (1:3). Der Youngster tat sich in den ruppigen Partien schwer – und fand sich am Mittwoch im Rückspiel gegen Kiew nicht mal mehr auf dem Matchblatt wieder.

Zum Beispiel Miralem Sulejmani. Held gegen Basel mit herrlichem Freistosstor, später angeschlagen, gegen Kiew nur Joker. Aber ein edler, mit starkem Auftritt nach seinem Eintritt rund eine Viertelstunde vor Spielende.

Zum Beispiel Jean-Pierre Nsamé, ein Schrank von einem Stürmer, kräftig, gross, torgefährlich. Überzeugendes Super-League-Debüt bei GC (4:0) am Samstag, vier Tage später, nur auf der Bank.

Oder zum Beispiel Jordan Lotomba. Erst 18, nahe am Team, tolle Leistung gegen GC, am Mittwoch 2:0-Siegesschütze nach seiner Einwechslung gegen Kiew.

«Es geht um die Mannschaft»

Der YB-Konkurrenzkampf findet auf breiter Basis und hohem Level statt. Nichts beweist das besser als die radikale Herabstufung von Aebischer: vom Stammteam auf die Tribüne in einer Woche.

«Es ist, wie es ist», sagt Trainer Adi Hütter, «ich muss nicht nur das Team, sondern auch die Bank stets so besetzen, dass wir auf alle Eventualitäten vorbereitet sind.» Und sowieso: «Es geht nicht um Einzelschicksale. Sondern um die Mannschaft.» Alle würden mitziehen, jeder dränge sich auf. «Für einen Trainer ist das grossartig. Und schwierig, weil man heikle Entscheidungen treffen muss.»

Die Kadertiefe bei YB ist bemerkenswert. Und sorgt für lange Gesichter beim einen und anderen. In der Innenverteidigung spielten Steve von Bergen und Kasim Nuhu jede Minute. Marco Bürki, Rückkehrer aus Thun, und Grégory Wüthrich, letzte Saison lange verletzt, müssen warten.

Leonardo Bertone wiederum, mit jahrelanger Erfahrung in der Super League, fand sich in der Hierarchie des zentralen Aufbaus zu Saisonbeginn auf Position 4 wieder. Hinter dem überragenden Sékou Sanogo, Aebischer und Djibril Sow, der sich mit starken Vorstellungen als erste Wahl neben Sanogo etabliert hat.

Bertone scheint im Ranking zumindest wieder mit Aebischer gleichgezogen zu haben, agierte bei GC vor Wochenfrist überzeugend. Und sagt: «Es gibt keine Hierarchie. Sondern vier gute Mittelfeldspieler.»

Er sei nicht beunruhigt, denn er habe in der Vergangenheit immer regelmässig gespielt. Letzte Saison war Bertone einer der meisteingesetzten Fussballer bei YB. «Wir spielen alle drei, vier Tage. Da muss man akzeptieren, nicht immer dabei zu sein.»

Kommt noch ein Stürmer?

Nun folgt erneut eine englische Woche, die Hütter als «extrem wichtig» bezeichnet. «Wir wollen den Lauf weiterführen», sagt er. «Und die Heimspiele gegen Lausanne und Thun sowie das Cupspiel bei Breitenrain gewinnen.» Anzunehmen ist, dass es erneut zu umfangreichen Rotationen kommen wird.

Noch sorgt der Erfolg für Harmonie im Team. Es wird Hütters vielleicht schwierigste Aufgabe sein, den Kampf um Einsatzzeiten angemessen zu moderieren. «Wir stehen in der europäischen Gruppenphase», sagt er. «Es wird alle brauchen.»

Nicht auszuschliessen ist sogar, dass YB im Sturm noch einmal personell nachlegen wird, da Alexander Gerndt zu Lugano wechselte. Der Schwede rutschte abgeschlagen auf den letzten Platz in der Stürmerliste ab. Und verliess YB. Wie wenige Wochen vor ihm Michael Frey, den es zu Zürich gezogen hatte.

«Wir sind gut aufgestellt», sagt Hütter, «und haben mit Guillaume Hoarau, Roger Assalé und Jean-Pierre Nsamé drei starke Stürmer. Zudem kann Christian Fassnacht vorne spielen.» Allerdings wäre die Personallage schon leicht angespannt, würde sich einer der drei Angreifer verletzten. Wenn YB im 4-4-2-System agiert, sässe auf der Bank kein reiner Stürmer mehr.

«Wir beobachten den Markt», sagt Hütter, «und reagieren, wenn wir das Gefühl haben, es sei ­nötig.»

(fdr)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch