Schweizerinnen starten furios in EM-Qualifikation

Starker Auftakt des Frauen-Nationalteams: Die Schweiz besiegt Litauen in Schaffhausen 4:0.

Fabienne Humm trifft zum 2:0. Video: SRF.
David Wiederkehr@DavidWiederkehr

Es hat etwas von einem Schongang. Zum Start der Qualifikation für die EM 2021 in England trifft das Schweizer Nationalteam der Frauen zweimal auf Litauen, die Nummer 45 Europas.

Eine überschaubare Hürde für die Schweiz, die elftbeste Uefa-Equipe. Aber wie Nils Nielsen, der neue Trainer aus Dänemark, im Vorfeld gemahnt hatte: «Die harten Gegner mögen erst gegen Ende der Qualifikation kommen, aber wenn wir die ersten zwei nicht gewinnen, ist alles egal.»

Gestern nun machte das Heimspiel gegen die Litauerinnen in Schaffhausen den Anfang (ehe am 4. Oktober das Rückspiel ansteht), und die Schweizerinnen wurden ihrer Favoritenrolle gerecht. Nachdem sie in der ersten Halbzeit Mühe bekundet hatten, die tief stehenden Baltinnen zu überwinden, und nur dank eines Eigentores in der 18. Minute 1:0 führten, fiel ihnen nach der Pause vieles leichter. Fabienne Humm (47.), Ramona Bachmann (68.) und Ana-Maria Crnogorcevic (79.) erzielten die Tore zum am Ende erwartet klaren Erfolg.

Rückkehrerinnen als Gewinn

«Wir haben Geduld gezeigt und absolut verdient gewonnen», sagte Bachmann abschliessend. Aber auch sie befand, dass längst nicht alles perfekt gewesen sei. Indem die Schweizerinnen vorab in der ersten Halbzeit allzu oft den Weg durch die Mitte suchten, machten sie den Litauerinnen die destruktive Abwehrarbeit leichter. Erst nach der Pause suchten sie vermehrt die Seiten und fanden so prompt den Erfolg: Zwei der Treffer nach der Pause fielen nach Flanken. «Das tut gut für das Selbstvertrauen», freute sich Humm.

Die Stürmerin des FC Zürich war zwei Jahre nach ihrem Rücktritt aus dem Nationalteam zurückgekehrt – Nielsen hatte die 32-Jährige von seinen Ideen überzeugen können. Bei der Romande Sandy Maendly von Servette-Chênois lag der letzte Pflichtspieleinsatz mit der Schweiz gar fast vier Jahre zurück. Humm und Maendly waren ein Gewinn für das Spiel der Schweizerinnen, genauso wie die junge Mittelfeldspielerin Malin Gut von den Grasshoppers.

«Ich bin zufrieden, denn unser Ziel waren drei Punkte», sagte Nielsen. Aber auch der Däne hatte erkannt, «dass wir besser spielen können und wollen, besser verteidigen und uns besser bewegen».Nach seinem Pflichtspieldebüt resümierte er: «Wir hatten einige schöne Angriffe, aber manchmal spielten wir etwas langsam.» (wie)

Schweiz - Litauen 4:0 (1:0)

Schaffhausen. – 3103 Zuschauer. – SR Celik. – Tore: 18. Liuzinaite (Eigentor) 1:0. 47. Humm 2:0. 68. Bachmann 3:0. 79. Crnogorcevic 4:0.

Schweiz: Thalmann; Maritz, Kiwic, Calligaris, Aigbogun; Reuteler, Bachmann, Gut (69. Bernauer), Maendly (69. Sow); Crnogorcevic, Humm (79. Fölmli).

Bemerkungen: Schweiz ohne Wälti (verletzt), Lehmann und Terchoun. Gedenkminute für die am 29. Juni verstorbene Florijana Ismaili. Lara Dickenmann verabschiedet.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt