Rivalität hält sich in Grenzen

Drei Wochen vor dem ersten Super-League-Derby teilten sich die U-21-Mannschaften der Young Boys und des FC Thun nach einem leistungsgerechten 2:2-Remis die Punkte.

Remis im Derby: Thuns Tim Frey (rechts) behauptet sich.

Remis im Derby: Thuns Tim Frey (rechts) behauptet sich.

(Bild: Patric Spahni)

2:2 endete das 1.-Liga-Spiel zwischen den Nachwuchsteams von YB und Thun, ein Ergebnis, das gerecht war. Jedoch hätten die Gäste in der Schlussphase das Spiel gewinnen können. Gianluca Privitelli, der auf diese Saison hin als Coach von Breitenrain zu den Oberländern gewechselt hat, haderte über einen verpassten Sieg.

In den äusserst animiert geführten letzten zehn Minuten erspielten sich die Gäste ein Chancenverhältnis von 4:1 mit dem aus ihrer Sicht negativen Höhepunkt eines von Floriant Zubaku zu Beginn der Nachspielzeit nicht am glänzend reagierenden Dario Marzino vorbeigebrachten Foulpenaltys.

Entsprechend war auch YB-Trainer Joël Magnin, der allerdings auf mehr in nationalen Auswahlen engagierte Akteure verzichten musste als sein Antipode, mit der Punkteteilung zufrieden. «Auch wenn wir zweimal geführt und lange mehr und die besseren Chancen hatten», sagte er.

Eher Partner

Zumindest im Nachwuchsbereich hält sich die Rivalität zwischen den beiden Berner Spitzenfussballvereinen allerdings in Grenzen. Eigentlich sei eher das Gegenteil der Fall, betonen beide U-21-Coachs. «Talente, die bei uns über die Klinge springen müssen, können oft bei den Oberländern doch den nächsten Schritt machen. So ist der FC Thun für uns sogar eher Partner als Rivale», sagt Magnin auf das aktuellste Beispiel Sandro Lauper verweisend. Er spielt nun wieder für YB, schaffte aber im Oberland den Durchbruch in den Spitzenfussball.

Da Privitelli in seinen beiden Breitenrain-Jahren zusätzlich als Nachwuchstrainer für die Stadtberner tätig war, kennt er sowohl die Verhältnisse als auch die Verantwortlichen bei YB ­natürlich ebenfalls bestens. «Bei­denorts wird seriöse und zielorientierte Ausbildungsarbeit geleistet», lautet der Befund des neuen Thun-Trainers.

«Auch deshalb», ergänzt Magnin, «stehen für das U-21-Team nicht die Resultate im Vordergrund.» Es gehe vorab darum, die jungen Spieler weiterzubringen und an höhere Aufgaben heranzuführen.

Für Privitelli ist es zudem auch wichtig, der hohen Belastung der jungen Akteure Rechnung zu tragen. «Sie absolvieren ja meist auch noch eine Ausbildung oder Schule und sind dort etwa mit Zwischen- oder Abschlussprüfungen zusätzlich gefordert», sagt er.

Für Thun sei es trotzdem wichtig, den Klassenerhalt zu schaffen, «da die jungen Spieler in der 1. Liga natürlich mehr gefordert werden als auf einer tieferen Stufe». So gesehen sei man mit dem Remis, dem erst zweiten Punktgewinn in dieser Saison, letztlich trotzdem zufrieden.

Berner Oberländer

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