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Schweizer egalisieren Quali-Rekord

Die Schweiz gewinnt das WM-Qualifikationsspiel gegen die Färöer 2:0. Mit zwölf Punkten aus vier Spielen egalisiert die Nati einen alten Rekord.

Gegen die Färöer setzen die Schweizer ihre makellose Serie in der WM-Ausscheidung fort. 2:0 besiegt Vladimir Petkovics topklassierte Equipe den hartnäckigen, aber limitierten Herausforderer.

Die Schweiz gewann auch den fünften Vergleich mit dem Aussenseiter aus dem Nordatlantik, aber sie tat sich teilweise schwerer als bei früheren Begegnungen. Die Insulaner fanden offensiv zwar nur vereinzelt statt, aber in der Defensive sind sie an guten Tagen inzwischen widerstandsfähiger als andere Vertreter der Zwergen-Fraktion.

Vorzuwerfen ist Granit Xhaka und Co. ausser des an sich (zu) knappen Resultats nicht allzu viel. Sie beherrschten den Gegner im Prinzip ohne die geringsten Schwierigkeiten, erfüllten aber in der Offensive die hohen Ansprüche nur partiell. Zu oft fehlte die Präzision, in gewissen Szenen auch die Raffinesse. Ohne die beiden verletzten Spektakelmacher Xherdan Shaqiri und Breel Embolo, das war zu befürchten, hielt sich der Einfallsreichtum in Grenzen.

Angesichts der deutlichen Faktenlage - über 25 Abschlussversuche und 10:4 Cornerbälle - benötigten die Favoriten einen überaus langen Anlauf für die Bereinigung der letzten Unebenheiten. Erst nach dem Kopfballtreffer von Captain Stephan Lichtsteiner in der 83. war der vierte Erfolg in Serie und die Egalisierung einer 45-jährigen Startrekordmarke endgültig in Stein gemeisselt.

Derdiyoks kursweisende Aktion

Eren Derdiyok und das Nationalteam, in den letzten Jahren eine zumindest nicht unkomplizierte Verbindung. Immer wieder hatte der einst als Nachfolger von Topskorer Alex Frei eingeplante Stürmer Chancen verlangt und erhalten, eher selten unterlegte er seine Ambitionen in wichtigen Momenten aber eher selten mit entsprechenden Eindrücken.

Am 4. Spieltag der WM-Qualifikation spielte Nationalcoach Petkovic dem momentan besten Galatasaray-Torschützen den Ball abermals zu - und der 28-Jährige liess sich den Steilpass nicht entgehen. Anstelle des in Frankfurt derzeit weitgehend überzähligen Angreifers Haris Seferovic, im Nationalteam normalerweise gesetzt, gehörte Derdiyok erstmals seit exakt zwölf Monaten wieder zur Startformation und markierte das kursweisende 1:0 (27.).

Nach einer ersten Justierungsphase, die ein paar Minuten länger als erwartet gedauert hatte, setzten die Schweizer zur Umklammerung an. Bei jeder Tempoverschärfung lösten sie in der Zone der Nordländer ein mittleres Durcheinander aus. Die unübersichtlichen Szenen vor Keeper Gunnar Nielsen häuften sich.

Und als die Schweizer vermehrt mit präzisen Flanken operierten, verloren die zwar robusten, aber nicht allzu stilsicheren Gäste rasch einmal die Übersicht. Innert Sekunden prallte der Ball zweimal von der Latte zurück, ehe der Glücksbonus aufgebraucht war.

Schulterschluss mit dem Publikum

Für die Schweiz endete in Luzern ein Länderspieljahr plangemäss - mit viel Applaus und einem weiteren Schritt in Richtung WM-Endrunde 2018. Innerhalb von acht guten Monaten haben sich die Zweifel nahezu in Luft aufgelöst. Die Dissonanzen des vergangenen Frühlings sind verschwunden, die Ambiance ist nicht mehr zu vergleichen mit jener bizarren Momentaufnahme nach dem trostlosen 0:2 im drittletzten EM-Test gegen Bosnien-Herzegowina.

In der restlos gefüllten Luzerner Arena schwenkten die Anhänger vergnügt die roten Flaggen und bereiteten der SFV-Auswahl den perfekten Empfang, der einer Mannschaft zusteht, die bereits während und speziell nach dem Turnier in Frankreich mit mehrheitlich überzeugenden Auftritten im Popularitäts-Ranking immer weiter aufsteigt.

Der Schulterschluss mit dem Publikum geht einher mit der erstklassigen Positionierung im internationalen Business. Dank dem besten Qualifikations-Start seit 1972 gehören die Schweizer im europäischen Kontext derzeit zu einem erlesenen Kreis - weit über 90 Prozent der 54 Ausscheidungsteilnehmer haben in der aktuellen Kampagne bereits Punkte eingebüsst.

Ungarn siegen ohne viel Mühe

Ungarn entledigte sich in der Schweizer WM-Qualifikationsgruppe der Aufgabe im Heimspiel gegen Andorra relativ souverän.

Etwas über eine halbe Stunde lang wehrten sich die Halbprofis mit Erfolg gegen den Rückstand, aber zuletzt hiess es 4:0.

Im Vergleich zur Startformation bei der 2:3-Heimniederlage gegen die Schweiz nahm Ungarns deutscher Nationalcoach Bernd Storck drei Änderungen vor. Die Formation war diesmal erwartungsgemäss offensiver ausgerichtet, mit Freiheiten für die offensiv wirkungsvollen Aussenverteidiger Barnabas Bese und Mihaly Korhut wie auch für die Aussenläufer Adam Gyurcso und Balazs Dzsudzsak.

Mit dem 1:0 des Mittelfeldspielers Zoltan Gera nach 34 Minuten war der Match gemäss den Statistiken schon entschieden. Bei ihrem einzigen Punktgewinn in allen 47 Auswärtsspielen einer Qualifikation - es war ein 0:0 in Mazedonien vor der WM 2006 - schossen die Andorraner kein Tor. Als Verteidiger Adam Lang, Söldner in Dijon, kurz vor der Pause nachdoppelte, verflogen alle Zweifel am Ausgang des Spiels.

Schweiz - Färöer 2:0 (1:0) Swissporarena, Luzern. - 14'800 Zuschauer (ausverkauft). Tore: 27. Derdiyok (Behrami) 1:0. 83. Lichtsteiner (Rodriguez) 2:0. Schweiz: Sommer; Lichtsteiner, Schär, Djourou, Rodriguez; Behrami, Xhaka; Stocker (69. Edimilson Fernandes), Dzemaili (80. Steffen), Mehmedi; Derdiyok (87. Seferovic). Färöer: Nielsen; Naes, Gregersen, Nattestad, Hansen; Vatnhamar (81. Andreas Olsen), Benjaminsen (89. Faerö), Hallur Hanson, Sörensen (79. Joensen); Hendriksson; Edmundsson. Bemerkungen: Schweiz ohne Shaqiri, Embolo und Bürki (alle verletzt) sowie Tarashaj (krank). 25. Kopfball von Dzemaili streift die Latte. 80. Pfostenschuss von Mehmedi. Verwarnungen: 14. Hendriksson (Foul). 60. Naes (Foul). 74. Rodriguez (Foul). 85. Benjaminsen (Foul).

SDA

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