Zum Hauptinhalt springen

Perfekter Abend für die Young Boys

Mit einer starken Leistung haben die Young Boys in Bellinzona 7:1 gewonnen. YB erzielte herrliche Tore – und Seydou Doumbia einen Hattrick. Vor dem Heimspiel gegen Luzern am Sonntag liegt YB neun Punkte vor den Verfolgern.

Die entscheidende Szene: Bellinzonas Torhüter Carlo Zotti legt YB-Starstürmer Seydou Doumbia.
Die entscheidende Szene: Bellinzonas Torhüter Carlo Zotti legt YB-Starstürmer Seydou Doumbia.
Keystone
Schiedsrichter Claudio Circhetta entscheidet auf Penalty und zeigt Bellinzonas Goalie Carlo Zotti die rote Karte.
Schiedsrichter Claudio Circhetta entscheidet auf Penalty und zeigt Bellinzonas Goalie Carlo Zotti die rote Karte.
Keystone
Seydou Doumbia, hier neben Jérôme Thiesson,kam immer wieder zu Chancen.
Seydou Doumbia, hier neben Jérôme Thiesson,kam immer wieder zu Chancen.
Keystone
1 / 7

Als sich der YB-Auftritt längst zur triumphalen Gala entwickelt hatte, setzte die Nachricht aus Neuenburg dem wunderbaren Berner Abend in Bellinzona die Krone auf. Luzern hatte gegen Xamax zum 1:1 ausgeglichen, und so führt YB nach dem 7:1-Sieg im Tessin in der Tabelle mit neun Punkten Vorsprung auf Xamax und Basel. Die YB-Spieler feierten nach Spielende ausgelassen mit den mitgereisten Fans, die Freude über die starke Leistung und die Erleichterung über die eindrückliche Reaktion nach der 1:2-Niederlage bei GC war bei den Bernern zu spüren.

Nur einer behielt die Ruhe und analysierte souverän wie immer. «Es freut mich, dass die Spieler das neue System gut umgesetzt haben», sprach Vladimir Petkovic. Aber der YB-Trainer sagte auch: «Die Leistung gegen GC am Samstag war nicht unsere schlechteste gewesen. Und heute waren wir sehr gut, aber nicht perfekt.» Weil Flügelspieler Alberto Regazzoni gesperrt ausfiel, hatte Petkovic das 3-4-3-System in eine 3-5-2-Formation verändert – mit Thierry Doubai im zentralen Mittelfeld und Gilles Yapi sowie Xavier Hochstrasser auf den Halbpositionen. Das war eine kluge Idee, die zum höchsten YB-Sieg in der Meisterschaft seit dem 29. September 2001 und dem 7:0-Heimerfolg gegen Lausanne führte.

Die Doumbia-Show

Und natürlich besetzte Seydou Doumbia, der heute für seinen Stinkefinger gegen einen GC-Spieler gesperrt werden dürfte, auch in Bellinzona eine Hauptrolle. Er war es, der nach 12 Minuten einen Foulpenalty herausholte, den Landsmann Yapi souverän zur Führung verwandelte. Und er war es, der mit seiner Schnelligkeit danach am meisten von der personellen YB-Überzahl auf dem Feld profitierte. Schiedsrichter Claudio Circhetta hatte den bedauernswerten Bellinzona-Torhüter Carlo Zotti nach dem Foul an Doumbia mit einer zu strengen Entscheidung des Feldes verwiesen. Zotti verliess den Platz immerhin mit einer 0:0-Bilanz, während seine überforderten und dezimierten Mitspieler nach höchsten Ansprüchen der Fussballkunst vorgeführt wurden.

Mittlerweile gehen den Chronisten ja langsam die Superlativen für die Darbietungen Doumbias aus. Gestern erzielte der Stürmer in der ersten Halbzeit innerhalb einer Viertelstunde einen Hattrick. Und ein Tor war schöner als das andere herausgespielt. Beim 0:2 kombinierten sich der starke Doubai, David Degen und Marco Schneuwly elegant über den Rasen, während Doumbia seinen Torriecher ein erstes Mal bewies. Beim 0:3 setzte Scott Sutter zum flinken Sololauf auf der rechten Seite an – und Doumbia bewies ein zweites Mal seinen Instinkt. Beim vierten YB-Tor schliesslich leitete Doumbia den Angriff mit unnachahmlicher Geschwindigkeit an der Mittellinie ein, der Ball kam über Yapi und Hochstrasser wieder zu Doumbia – und der bewies nicht nur zum dritten Mal seine Gefährlichkeit, sondern diesmal auch seine Spielkunst, weil er den Ball wunderschön über den früheren YB-Goalie Matteo Gritti ins Netz spedierte.

Sermeters Kunstschuss

Die zweite Halbzeit geriet zur YB-Trainingslektion mit den Themen Ballstaffetten, Torabschluss und Passsicherheit. Die Gäste erzielten rasch zwei weitere Treffer, und natürlich waren es erneut Bewerbungen für die Rubrik «Tor des Monats». Zuerst zelebrierten Degen und Yapi den frechen und gekonnten Doppelpass über mehrere Meter und an einigen Gegenspielern vorbei, ehe Degen locker zum 0:5 einschob. Und nach einer Stunde Spielzeit war es Sutter, der mit einem spektakulären Seitfallzieher das 0:6 erzielte. Der letzte Berner Treffer schliesslich passte zu dieser für Bellinzonas Keeper unglücklichen und für YB grossartigen Veranstaltung – in der 81. Minute schoss Gritti den eingewechselten Marc Schneider ab und vor allem an, und vom Kopf des YB-Spielers flog der Ball ins Netz.

Den fantastischen Schlusspunkt aber setzte ein Tessiner Spieler: Gürkan Sermeter traf mit einem Schuss aus rund 35 Metern (näher kam Bellinzona dem YB-Tor nach der Pause selten) genau in den Torwinkel. Vielleicht passt das ja: Der 35-jährige Sermeter spielte sieben Jahre als Publikumsliebling für YB.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch