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Die Einzelkritiken zum Irland-Spiel

Die Schweizer Nationalspieler sahen eine gute eigene Leistung beim 1:1 in Irland. Unsere Noten sehen etwas anders aus.

Thomas Schifferle, Florian Raz
Es ist kein Spiel für einen Goalie. Sommer hat nicht viel zu tun, er kann sich kaum auszeichnen. Was er zu erledigen hat, macht er immerhin fehlerfrei. Am Ende wird er doch noch einmal bezwungen. Dafür kann er nichts.
Es ist kein Spiel für einen Goalie. Sommer hat nicht viel zu tun, er kann sich kaum auszeichnen. Was er zu erledigen hat, macht er immerhin fehlerfrei. Am Ende wird er doch noch einmal bezwungen. Dafür kann er nichts.
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Sticht zwar in der ersten Halbzeit einmal zu aggressiv aus der Abwehr heraus und schenkt den Iren damit eine Chance. Ist aber ansonsten der Mann des Spiels. Stark in der Defensive – und ab Halbzeit zwei so etwas wie der Schweizer Spielmacher. Und das als Innenverteidiger. Kein Zufall jedenfalls, dass er das Tor zum 1:0 nicht nur erzielt, sondern gleich auch den Angriff dazu auslöst.
Sticht zwar in der ersten Halbzeit einmal zu aggressiv aus der Abwehr heraus und schenkt den Iren damit eine Chance. Ist aber ansonsten der Mann des Spiels. Stark in der Defensive – und ab Halbzeit zwei so etwas wie der Schweizer Spielmacher. Und das als Innenverteidiger. Kein Zufall jedenfalls, dass er das Tor zum 1:0 nicht nur erzielt, sondern gleich auch den Angriff dazu auslöst.
Er ist eigentlich ein durchaus talentierter Verteidiger, er ist technisch gut, schnell, körperlich robust. Ja, eigentlich. Aber im Moment ist er damit beschäftigt, sein Talent grosszügig zu verschleudern. Und das tut er, weil er über sich selbst stolpert, weil er eine Selbstgefälligkeit entwickelt hat, die an Arroganz erinnert. Er tut gut daran, sich wieder auf das zu besinnen, was ihn einmal stark gemacht und ihm zum Transfer nach Dortmund verholfen hat. Und wenn er das nicht schafft, braucht er ziemlich schnell einmal eine Bedenkzeit auf der Ersatzbank. In Irland beginnt er mit einem üblen Fehlpass nach zehn Sekunden. Die Aktion steht für seinen ganzen Auftritt.
Er ist eigentlich ein durchaus talentierter Verteidiger, er ist technisch gut, schnell, körperlich robust. Ja, eigentlich. Aber im Moment ist er damit beschäftigt, sein Talent grosszügig zu verschleudern. Und das tut er, weil er über sich selbst stolpert, weil er eine Selbstgefälligkeit entwickelt hat, die an Arroganz erinnert. Er tut gut daran, sich wieder auf das zu besinnen, was ihn einmal stark gemacht und ihm zum Transfer nach Dortmund verholfen hat. Und wenn er das nicht schafft, braucht er ziemlich schnell einmal eine Bedenkzeit auf der Ersatzbank. In Irland beginnt er mit einem üblen Fehlpass nach zehn Sekunden. Die Aktion steht für seinen ganzen Auftritt.
Früher einmal war er ein exzellenter Linksverteidiger, ballsicher, unerschütterlich, stark bei stehenden Bällen. In Irland ist von diesem Spieler sehr wenig zu sehen, Rodriguez setzt keine Impulse, schlägt keine gute Flanke, und als er einmal aus 16 Metern freistehend zum Abschluss kommt, sieht es aus, als hätte er noch nie in seinem Leben gegen einen Ball getreten. Rodriguez könnte es nicht schaden, wieder der alte zu werden.
Früher einmal war er ein exzellenter Linksverteidiger, ballsicher, unerschütterlich, stark bei stehenden Bällen. In Irland ist von diesem Spieler sehr wenig zu sehen, Rodriguez setzt keine Impulse, schlägt keine gute Flanke, und als er einmal aus 16 Metern freistehend zum Abschluss kommt, sieht es aus, als hätte er noch nie in seinem Leben gegen einen Ball getreten. Rodriguez könnte es nicht schaden, wieder der alte zu werden.
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Hat mit Enda Stevens den schwächsten von elf nicht gerade brillanten Iren gegen sich, der erst noch ab Minute 15 mit Gelb vorbelastet ist. Setzt diesen Stevens danach viel zu wenig unter Druck, schlägt eine Flanke nach der anderen aus dem Halbfeld, ohne je einen Abnehmer zu finden. Verliert zum bitteren Ende noch jenen Ball, der schliesslich zum 1:1 im Schweizer Netz landet. Insgesamt ein Auftritt, der nur als Argument für seinen abwesenden Konkurrenten hinten rechts gelten kann: Stephan Lichtsteiner.
Hat mit Enda Stevens den schwächsten von elf nicht gerade brillanten Iren gegen sich, der erst noch ab Minute 15 mit Gelb vorbelastet ist. Setzt diesen Stevens danach viel zu wenig unter Druck, schlägt eine Flanke nach der anderen aus dem Halbfeld, ohne je einen Abnehmer zu finden. Verliert zum bitteren Ende noch jenen Ball, der schliesslich zum 1:1 im Schweizer Netz landet. Insgesamt ein Auftritt, der nur als Argument für seinen abwesenden Konkurrenten hinten rechts gelten kann: Stephan Lichtsteiner.
Er ist der Captain, auch diesmal, weil Lichtsteiner halt erneut nicht dabei sein darf. Granit Xhaka weiss schon lange, wie sich das anfühlt. Er war das schon in Mönchengladbach, und jetzt ist er es auch bei Arsenal. In der Hierarchie der Nationalmannschaft steht er klar vor Xherdan Shaqiri, und er scheut die klare Aussage nicht. So ist das auch in Dublin, als er nach dem Spiel sagt: Wenn Shaqiri wirklich ein Problem habe, dass nicht er der Captain sei, ja dann dürfe er gerne das «Captain-Bändeli» haben. So redet einer, der weiss, wie man Politik macht. Es ist Xhakas bester Moment während seines Ausfluges auf die grüne Insel. Sein Auftritt während des Spiels ist sehr diskret.
Er ist der Captain, auch diesmal, weil Lichtsteiner halt erneut nicht dabei sein darf. Granit Xhaka weiss schon lange, wie sich das anfühlt. Er war das schon in Mönchengladbach, und jetzt ist er es auch bei Arsenal. In der Hierarchie der Nationalmannschaft steht er klar vor Xherdan Shaqiri, und er scheut die klare Aussage nicht. So ist das auch in Dublin, als er nach dem Spiel sagt: Wenn Shaqiri wirklich ein Problem habe, dass nicht er der Captain sei, ja dann dürfe er gerne das «Captain-Bändeli» haben. So redet einer, der weiss, wie man Politik macht. Es ist Xhakas bester Moment während seines Ausfluges auf die grüne Insel. Sein Auftritt während des Spiels ist sehr diskret.
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Steht laut Matchblatt schon in der ersten Halbzeit auf dem Feld, dort aber irgendwie neben sich. Steigert sich ab Minute 50 wie das gesamte Team und ist am wirklich bezaubernd herausgespielten 1:0 beteiligt. Taucht aber wie schon gegen Dänemark ab, als es gilt, den Vorsprung über die Zeit zu bringen.
Steht laut Matchblatt schon in der ersten Halbzeit auf dem Feld, dort aber irgendwie neben sich. Steigert sich ab Minute 50 wie das gesamte Team und ist am wirklich bezaubernd herausgespielten 1:0 beteiligt. Taucht aber wie schon gegen Dänemark ab, als es gilt, den Vorsprung über die Zeit zu bringen.
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Stellt die Journalisten vor die knifflige Frage, wo er unscheinbarer wirkt: auf dem Feld – oder beim Frage-Antwort-Spiel danach. Wieder ein typisches Freuler-Spiel im Nationaldress. Kaum zu sehen und vermutlich mit einer Aufgabe betraut, die uneingeweihte Augen schlicht nicht erkennen können.
Stellt die Journalisten vor die knifflige Frage, wo er unscheinbarer wirkt: auf dem Feld – oder beim Frage-Antwort-Spiel danach. Wieder ein typisches Freuler-Spiel im Nationaldress. Kaum zu sehen und vermutlich mit einer Aufgabe betraut, die uneingeweihte Augen schlicht nicht erkennen können.
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Ach, was für ein Spiel von Embolo! Was für eine trostlose Darbietung eines Spielers, dem einmal eine grosse Karriere vorausgesagt worden ist! Er macht falsch, was er falsch machen kann. Er passt, wenn er alleine weiterziehen müsste. Er passt nicht, wenn er es tun müsste. Er rutscht aus, als er allein vor dem Torhüter zum Abschluss kommt. Was seinen Abend rettet, ist ein Pass, ein einziger. Es ist der zum Tor von Fabian Schär. Ohne diese Aktion wäre seine Note noch schlechter. Die Frage lautet: Warum durfte er 86 Minuten spielen?
Ach, was für ein Spiel von Embolo! Was für eine trostlose Darbietung eines Spielers, dem einmal eine grosse Karriere vorausgesagt worden ist! Er macht falsch, was er falsch machen kann. Er passt, wenn er alleine weiterziehen müsste. Er passt nicht, wenn er es tun müsste. Er rutscht aus, als er allein vor dem Torhüter zum Abschluss kommt. Was seinen Abend rettet, ist ein Pass, ein einziger. Es ist der zum Tor von Fabian Schär. Ohne diese Aktion wäre seine Note noch schlechter. Die Frage lautet: Warum durfte er 86 Minuten spielen?
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Steht rechtzeitig zum Anpfiff auf dem Feld, hat ein Leibchen mit der richtigen Farbe an, dazu eine passende Hose, und korrekterweise je zwei Stulpen und Schuhe. Und das sind noch gar nicht alle seine positiven Szenen: Einmal spielt er Embolo schön frei, der darob so überrascht ist, dass er auf den Hosenboden fällt. Und er ist anders als ein namentlich nicht genannt sein sollender Zauberzwerg zum Nationalteam angereist, obwohl seine Frau in den Wehen liegt. Fliegt nach Schlusspfiff direkt zur Geburt – und wird in dieser Form gegen Gibraltar eher nicht vermisst.
Steht rechtzeitig zum Anpfiff auf dem Feld, hat ein Leibchen mit der richtigen Farbe an, dazu eine passende Hose, und korrekterweise je zwei Stulpen und Schuhe. Und das sind noch gar nicht alle seine positiven Szenen: Einmal spielt er Embolo schön frei, der darob so überrascht ist, dass er auf den Hosenboden fällt. Und er ist anders als ein namentlich nicht genannt sein sollender Zauberzwerg zum Nationalteam angereist, obwohl seine Frau in den Wehen liegt. Fliegt nach Schlusspfiff direkt zur Geburt – und wird in dieser Form gegen Gibraltar eher nicht vermisst.
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