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Nur ein temporärer «Stromausfall»

Der FC Thun hat mit dem 4:2-Sieg gegen den Leader St.Gallen viel Selbstvertrauen getankt. Matchwinner war David Blumer.

Ein, zwei Tore können im Fussball eine Matchanalyse komplett über den Haufen werfen. Wer wagt es schon, ein Team nach einem 4:2-Sieg zu kritisieren? Nun, der FC Thun siegte gegen den bis anhin verlustpunktlosen Leader St.Gallen verdient. Die Leistung, die für drei Punkte reichte, war aber nicht über die gesamte Spielzeit berauschend. Die Oberländer spielten zu Beginn und am Ende stark, bauten aber zwischenzeitlich enorm ab.

Bereits in der 10.Minute führte ein schnell vorgetragener Angriff zum 1:0. David Blumer lancierte Stefan Glarner, der den Ball über den gegnerischen Torhüter ins Tor lobte. Es folgte der temporäre «Stromausfall». In der 17.Minute überforderte Adrian Winter die Thuner Hintermannschaft und flankte in die Mitte zu Moreno Merenda. Dessen Schuss konnte Thun-Goalie Patrick Bettoni noch abwehren, nicht aber den Nachschuss von Diego Ciccone.

Unmittelbar nach dem 1:1 gingen bei Bettoni die Lichter vollends aus. Der 32-Jährige erlitt eine leichte Hirnerschütterung und musste durch Sascha Stulz ersetzt werden. Auch die restlichen Thun-Spieler machten aber fortan den Eindruck, als hätte ihnen jemand den Stecker herausgezogen. Unzählige Angriffsbemühungen endeten mit Fehlpässen.

Die St.Galler profitierten schliesslich von einem weiteren Thuner Aussetzer. Nach einer harmlos aussehenden Aktion zeigte Schiedsrichter Martin Schneider in der 37.Minute unvermittelt auf den Penaltypunkt. Merenda war im Strafraum von Luis Calapes gefoult worden. Der Fehlbare gab sein Vergehen auch zu. «Es fand ein Kontakt statt», sagte Calapes nach dem Spiel, «danach hat sich mein Gegenspieler geschickt fallen gelassen.» Merenda, der Gefoulte, verwertete den Strafstoss souverän zum 2:1.

Steigerung in Halbzeit zwei

Thun-Trainer Hansruedi Baumann war mit den ersten 45 Minuten seiner Equipe natürlich nicht zufrieden, dennoch appellierte er, die Geduld nicht zu verlieren: «Ich war überzeugt, dass wir mit ruhigem Spiel noch zu unseren Chancen kommen würden.» Als die Betriebstemperatur der Thuner wieder anstieg, machten ein Spieler und zwei Standardsituationen die Differenz. In der 68.Minute schlug Stjepan Kukuruzovic einen Freistoss zu Glarner, der den Ball David Blumer einschussbereit vorlegte – 2:2. Nur 6 Minuten später trat Oscar Scarione einen Freistoss und fand den Kopf Blumers – 3:2. Der 22-jährige Stürmer krönte den Tag schliesslich mit seinem Hattrick in der Nachspielzeit zum 4:2. «So kann es ruhig weitergehen», sagte Blumer zufrieden, wohlwissend, dass Stürmer ausschliesslich an den Toren gemessen werden.

Und Trainer Baumann muss jetzt schauen, dass die Spieler auf dem Boden bleiben. Die fehlende Konstanz war bisher das Hauptproblem der Thuner. Diese treffen am Freitag im Cup auf den Zweitligisten Windisch. «Auch dort müssen wir konzentriert spielen.» Luxemburg lässt grüssen.

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