Neue Konkurrenz im Thuner Tor

Der FC Thun verpflichtet mit Djordje Nikolic ein neues Goalie-Talent. Und Grégory Karlen vom FC Sion soll die Lücke von Simone Rapp füllen. Beide Spieler werden vorerst ausgeliehen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Mittwoch war ein schlechter Tag für die Goalies des FC Thun: In Einzelgesprächen wurde der Nummer 1 der Vorrunde, Francesco Ruberto, und dem langjährigen Stammtorhüter Guillaume Faivre mitgeteilt, dass sie Konkurrenz erhalten werden.

Tags darauf stellte der FC Thun Djor­dje Nikolic als Zugang vor, der ­20-jährige Serbe, mit 195 Zentimetern eine imposante Erscheinung, kommt leihweise vom FC Basel. Sein Kontrakt ist bis zum Sommer 2019 gültig. Sollten die Basler aber etwa Stammtorhüter Tomáš Vaclík verkaufen, könnten sie Nikolic während der Transferperioden zurückholen.

Die Vorrunde verbrachte der U-21-Nationalspieler bei Schaffhausen in der Challenge League. In 17 Partien erhielt er nur 21 Gegentore. «Djordje bringt alle Anlagen eines modernen Goalies mit. Mit seinem jungen Alter und seinem grossen Potenzial passt er perfekt zu uns», sagt Thuns Trainer Marc Schneider.

Auch wenn Nikolic in der Super League erst einmal zum Einsatz gekommen ist – im Herbst 2016 just gegen den FC Thun –, steht ausser Frage, dass er im Oberland als Nummer 1 vorgesehen ist. Ruberto und Faivre müssten den Entscheid nun sacken lassen, sagt Sportchef Andres Gerber. Klar ist: Der Klub würde es gerne sehen, wenn einer der Goalies eine Luftveränderung anstrebt.

Ebenso klar ist: Beim FC Thun wird kein Spieler zum Abgang gedrängt. «Wir versuchen, für jeden die beste Lösung zu finden. Eine Gruppe Wald wird es bei uns nicht geben», sagt Gerber in Anspielung auf einen im Schweizer Fussball schon fast legendären Vorfall. 2003 hatte der FC St. Gallen unerwünschte Spieler in eine separate Trainingsgruppe aussortiert.

Nach der Vorrunde mit etlichen Fehlern Rubertos kündigten die Thuner Verantwortlichen zwar an, die Situation der Torhüter zu überdenken. Ruberto und Faivre sollten in der Vorbereitung jedoch die Chance zur Bewährung erhalten. Nun wird ihnen schon vor dem ersten Testspiel gegen Rapperswil-Jona (Freitag, 15.30 Uhr, Stockhorn-Arena) Nikolic vor die Nase gesetzt.

«Wir sahen uns nicht nach einem neuen Goalie um», sagt Gerber. «Als sich die Gelegenheit bot, mussten wir handeln. In unserer Situation müssen wir auch harte Entscheide fällen.» Der FC Basel hatte sich in den letzten Tagen an die Oberländer gewandt. Es ist im Interesse des Meisters, sammelt Nikolic eine Liga höher Erfahrungen.

Kaufoption auf Karlen

Nikolic war nicht der einzige Transfer, den der FC Thun am Donnerstag bekannt gab: Vom FC Sion wechselt Mittelfeldakteur Gregory Karlen vorerst leihweise ins Oberland. Die Thuner besitzen auf den 22-Jährigen eine Kaufoption, die sie im Sommer voraussichtlich einlösen würden, wie Gerber sagt. Karlen kann im offensiven Mittelfeld alle Positionen bekleiden. «Sein Offensivdrang und seine Kopfballstärke sind auffallend», sagt Trainer Marc Schneider.

Letzte Saison war Karlen einer der Aufsteiger der Saison gewesen, in der Vorrunde wurde er aber nur noch sechsmal eingesetzt. Deshalb sah sich sein Berater nach einem neuen Klub um, die Thuner nutzten die Chance, nach längerem Hin und Her willigte Sion am Mittwoch ein. Insofern war es ­zumindest für den FC Thun ein guter Tag. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.01.2018, 17:52 Uhr

Artikel zum Thema

Masse für die verlorene Klasse beim FC Thun

Der FC Thun verliert zum Trainingsstart Topskorer Simone Rapp an Konkurrent Lausanne. Der Klub weiss um die suboptimale Aussenwirkung. Und vertraut auf Bewährtes. Mehr...

Der Überlebenskampf ist für den FC Thun härter geworden

Sportredaktor Dominic Wuillemin zum Abschluss des Thuner Fussballjahres. Mehr...

Dossiers

Kommentare

Blogs

Sweet Home Versteckspiel mit dem TV

Tingler Immer schöner

Die Welt in Bildern

Wo die Toten ruhen: Anlässlich des Feiertags Eid al-Fitr besuchen Muslime den Friedhof von Nadschaf im Irak, der mit 5 Millionen begrabenen Menschen als grösster der Welt gilt. (16. Juni 2017)
(Bild: Alaa Al-Marjani ) Mehr...