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Nach YB-Niederlage: Die Erklärungen gleichen sich

Die Young Boys üben sich nach der Niederlage in Basel weitgehend in Durchhalteparolen. «Wir müssen besser zusammenarbeiten», verlangt Goalie und Captain Marco Wölfli.

Früher Blick zurück: YB-Goalie Marco Wölfli bleibt nach seinem missglückten Abschlag und dem Treffer zur Basler Führung nur das Nachsehen.
Früher Blick zurück: YB-Goalie Marco Wölfli bleibt nach seinem missglückten Abschlag und dem Treffer zur Basler Führung nur das Nachsehen.
Keystone
Die Spieler des FC Basel feiern das 1:0 gegen YB.
Die Spieler des FC Basel feiern das 1:0 gegen YB.
Keystone
Yapi, der Torschütze zum 1:0, enteilt YB-Verteidiger Alain Nef.
Yapi, der Torschütze zum 1:0, enteilt YB-Verteidiger Alain Nef.
Keystone
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Der Abgang glich dem Gebotenen. Still und fromm schleichen die Young Boys nach der Niederlage in Basel vom Platz. Ruhig, beängstigend ruhig bleibt es nach dem 0:2 in und um die YB-Kabine. Der ziemlich gesittete Gang der Gäste widerspiegelt am Samstagabend auch die Befindlichkeit, mit der die Berner eine weitere Enttäuschung, einen weiteren Rückschlag in der Meisterschaft, in der sie die Ambitionen auf einen Spitzenplatz langsam begraben müssen.

Gleichzeitig lassen sich die Basler Akteure im Theater St.-Jakob-Park von ihren Anhängern als Hauptattraktion des Abends feiern. Noch sechs Punkte ist der FCB von der Spitze entfernt – das effiziente «System Yakin» scheint nach Startschwierigkeiten zu funktionieren. Munter erklärt Torschütze Marco Streller, wie er sich unter der Woche an seine Gesichtsmaske (wegen eines Nasenbeinbruchs) gewöhnen musste («die Sicht ist beschränkt»), nebenan beantwortet Ex-YB-Spielmacher Gilles Yapi Fragen zu seinem in Basel deutlich verbesserten Befinden.

Anzeichen von Genügsamkeit

Und die YB-Fraktion? Sie gibt sich wortkarg, überhaupt ist fast niemand bereit, Stellung zu nehmen. «Eigentlich wollten wir ja eine Serie starten», sagt Raphaël Nuzzolo, der nach dem Match als einziger Berner spricht, fast ein wenig verlegen. Davon ist YB momentan weit entfernt. «Heute hat jeder ein wenig für sich gespielt», kommentiert Nuzzolo das konzeptlose Vorgehen im Aufbau. Der Blick auf die Kaderliste lässt die nächste harmlose YB-Vorstellung noch unglaublicher erscheinen. Raúl Bobadilla etwa, am Samstag einmal mehr der beste Berner, erhält in seiner Heimat Argentinien wohlwollende Presse und wird von einigen gar als Ergänzungslösung im Sturm der Nationalmannschaft gehandelt. Platz 5 in der Schweizer Super League ist für einen Spieler von diesem Format kein Ort zum Verweilen. Flügelläufer Nuzzolo sagt gar: «Wir haben sehr starke Einzelspieler, aktuell vielleicht sogar die besseren als Basel.» Auch der Bieler hat den Meister nicht in Topform erlebt, «aber mit solchen Fehlern bringen wir so manchen Gegner ins Spiel».

Zum ungenügenden Auftritt als Team mischt sich bei den Young Boys bisweilen die Genügsamkeit. Marco Wölfli ist YB-Captain und Ersatz des Nationaltorwarts, er ist bei YB die Leaderfigur schlechthin – und er muss am Samstag das 0:1 auf seine Schultern nehmen. «Schade, sieht der Schiedsrichter Yapis Handspiel nicht, aber den Ball muss ich besser befreien», sagt Wölfli dazu. «Ich bin selbstkritisch genug, ich weiss, dass das ein Fehler war», meint er weiter. Doch wenn es um die eklatanten Leistungsschwankungen der Young Boys geht, wirkt auch der Captain ratlos und hat nur die immer gleiche Antwort bereit: «Wir müssen besser zusammen arbeiten, positiv bleiben und hart trainieren. Dann kommt der Lauf.»

Ob die Entlassung von CEO Ilja Kaenzig Anfang letzter Woche Einfluss auf die Leistung nahm, kann Wölfli, in dessen Ära zig Funktionäre kamen und gingen, nicht so recht beurteilen. «Man bekommt das schon mit, auch wie die Presse reagiert und wie die Aufmerksamkeit zunimmt.» Und so bleiben den Young Boys in der sich langsam verschärfenden Krise nur Durchhalteparolen, etwa Marco Wölflis Hoffen auf die positive Seite der Leistungsschwankungen: «Ich hätte nichts gegen einen guten Match bei Udinese.»mrm>

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