Münsingen macht den «Spitz» zu seiner Heimat

Breitenrain hat gegen Münsingen 0:1 verloren. Auch ein Lautsprecher sorgte für Aufregung beim FCB.

FCM-Präsident Andreas Zwahlen (mit Schal) und FCB-Boss Claudio A. Engeloch (2. v. r.) schauten das Derby auf einer Terrasse.

FCM-Präsident Andreas Zwahlen (mit Schal) und FCB-Boss Claudio A. Engeloch (2. v. r.) schauten das Derby auf einer Terrasse.

(Bild: Andreas Blatter)

Peter Berger@PeterBerger67

Schon eine halbe Stunde vor Matchbeginn herrschte Hektik. Der Sportplatz Spitalacker wurde laut beschallt. Dabei gilt für die «Heimat» des FC Breitenrain seit Jahren ein richterliches Lärmverbot. Aber es war nicht das, was Max Haller in Rage brachte. Der Präsident der Donatorenvereinigung war ausser sich, weil in der Heimstätte der Münsinger Clubsong «FCM isch üsi Heimat» ertönte.

Bei Spielbeginn war das Lied erneut zu hören. Das schien die Aaretaler zu beflügeln, denn sie spielten besser. Nach 36 Minuten holte FCB-Verteidiger Christoph Schneuwly im Strafraum Sandro Christen von den Beinen. Münsingens Luca Lavorato trat den Penalty, traf aber nur die Latte. Kurz vor der Pause folgte der nächste Dämpfer für die Gäste: Alban Murina sah innerhalb von drei Minuten Gelb-Rot.

Als in der Pause dann sogar der Breitenrain-Song zu hören war, schienen alle Vorteile beim FCB. Aber der Gastgeber kreierte kaum Gefährliches. Vielmehr war es auf der Gegenseite Christen, der mit einem Distanzschuss den einzigen Treffer erzielte. «Wir liessen uns durch den Penalty und den Platzverweis nicht entmutigen, dafür sind wir belohnt worden», sagte Christen.

Das sah auch Coach Kurt Feuz so: «Breitenrain hatte viel Ballbesitz, aber wir verteidigten gut. Deshalb ist der Sieg verdient.» Breitenrain enttäuschte. «Ausser einigen gefährlichen Flanken gelang uns nicht viel», gestand Felix Hornung. Der FCB-Goalie musste mit ansehen, wie seine Vorderleute immer wieder an der Defensive der Münsinger scheiterten.

Selbstverständlich war auch bei Münsingens Tor der FCM-Song ertönt. Aber zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Aufregung darüber gelegt. Der Lärm kam nämlich nicht vom «Spitz», sondern aus einem privaten Lautsprecher auf der Dachterrasse eines angrenzenden Wohnhauses. Dort schaute sich Münsingens Präsident Andreas Zwahlen mit Breitenrain-Boss Claudio A. Engeloch die Partie an.

Zwahlen und dessen befreundeter Bewohner hatten Engeloch eingeladen. Als Protest gegen das Lärmverbot wollte der seine Anwesenheit nicht verstanden haben. «Auf keinen Fall war das eine Protestaktion», betonte Engeloch.

«Wir möchten zwar nicht in einem Aquarium spielen, haben das Verbot aber längstens akzeptiert. Ich war dort, weil es unhöflich gewesen wäre, die Einladung auszuschlagen.» Immerhin gab Engeloch zu, dass er sich bei den Gastgebern dafür eingesetzt habe, dass doch auch der FCB-Song gespielt werde.

Berner Zeitung

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