Müller: «Die Art und Weise macht mich sauer»

Der Bayern-Star ist schwer enttäuscht, dass Nationaltrainer Joachim Löw ihn, Hummels und Boateng ausgemustert hat.

Nimmt kein Blatt vor den Mund: Thomas Müller äussert sich zu seinem Rauswurf aus Deutschlands Nationalmannschaft. (Video: Instagram)

Ohne Thomas Müller (29) und die Verteidiger Mats Hummels (30) sowie Jérôme Boateng (30) plant Joachim Löw die Zukunft. Stattdessen setzt der Trainer der deutschen Nationalmannschaft auf jüngere Spieler. Das gab der DFB am Dienstag bekannt. Die drei Stars von Rekordmeister Bayern München zählten gut zehn Jahre lang zu den Stammspielern der Deutschen. Nun wurde das Trio ausgemustert.

Müller liess sich Zeit für seine Reaktion. Sie erfolgt erst am Mittwochabend in einem Video, das er auf Instagram postet. «Ich hab erst mal eine Nacht darüber geschlafen, um die Ereignisse auch sacken zu lassen», sagt der Stürmer. Er sei perplex ob der plötzlichen Entscheidung des Bundestrainers gewesen. Dass der Coach sportliche Entscheidungen treffen muss, ist ihm bewusst. «Allerdings, je länger ich darüber nachdenke, macht mich die Art und Weise wie alles abgelaufen ist, einfach sauer», betont der Routinier (100 Länderspiele, 38 Tore), der 2010 im Nationalteam debütierte. Weshalb Müller derart enttäuscht über das Vorgehen des Bundestrainers und DFB ist, erfahren Sie im Video oben.

Der Weltmeister von 2014 ist überzeugt: «Mats, Jérôme und ich sind immer noch in der Lage, auf Topniveau Fussball zu spielen.» Umso mehr schmerzt ihn, nicht mehr Teil der Nationalmannschaft sein zu können. «Ich habe immer alles gegeben im DFB-Trikot», sagt Müller abschliessend.

«Ich bin traurig»

Auch Boateng, der 76 Länderspiele für Deutschland bestritt, tat seine Enttäuschung via Instagram kund. «Ich bin traurig über diese Nachricht, weil es für mich immer das Allergrösste war, mein Land zu repräsentieren», hält er schriftlich fest. Dennoch respektiere er den Kurs und habe Verständnis für die Entscheidung des Bundestrainers. «Ich war selbst jung und darauf angewiesen, dass mir ältere Spieler Platz machen.» Boateng war 2009 zu seinem Debüt im DFB-Dress gekommen. Der Abwehrspieler ist gleicher Ansicht wie Müller: «Ich persönlich bin davon überzeugt, dass ich weiterhin auf höchstem Niveau spielen kann und werde das auch in Zukunft zeigen.»

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Bundestrainer Joachim Löw hat mir heute in einem aufrichtigen Gespräch mitgeteilt, dass ich nicht weiter Teil des DFB-Teams sein werde, er in Zukunft jungen Spielern die Bühne bieten möchte und besonders im Hinblick auf die anstehenden Turniere der Mannschaft ein neues Gesicht geben möchte. Ich bin traurig über diese Nachricht, weil es für mich immer das Allergrösste war, mein Land zu repräsentieren. Dennoch respektiere ich den neuen Kurs und habe Verständnis für die Entscheidung des Bundestrainers. Ich war selbst jung und darauf angewiesen, dass mir ältere Spieler Platz machen. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass ich weiterhin auf höchstem Niveau spielen kann und werde das auch in Zukunft zeigen. An die Zeit im DFB-Team werde ich immer mit grosser Freude zurückblicken. Ich war immer extrem stolz, das Trikot der Nationalmannschaft tragen zu dürfen und werde vor allem den Sommer 2014 nie vergessen. Dennoch hätte ich mir natürlich einen anderen Abschied für uns gewünscht. Viel Erfolg der Mannschaft für die Zukunft!

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Etwas anders reagierte Hummels (70 Einsätze fürs Nationalteam) auf seine Ausbootung aus dem Nationalteam. Der Innenverteidiger postete in seiner Instagram-Story ein Selfie mit seinem Sohn Ludwig, der im Hintergrund aufs Sofa krabbelt. Dazu schrieb er «Aufmunterer» und setzte ein Herz-Emoji daneben. Hummels, der im Mai 2010 erstmals für Deutschland auflief, verarbeitet die Enttäuschung offenbar mit seiner Familie.

Mit einem Augenzwinkern: So reagiert Mats Hummels auf das Ende seiner Karriere im deutschen Nationalteam. (Bild: Instagram)

Rekordmeister über Zeitpunkt überrascht

Der FC Bayern München publizierte auf seiner Homepage eine Erklärung, die Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Sportchef Hasan Salihamidzic unterschrieben. Sportliche Entscheidungen kommentiere man zwar nicht, halten die beiden fest. «Allerdings halten wir den Zeitpunkt und die Umstände der Bekanntgabe dieser Entscheidung an die Spieler und an die Öffentlichkeit für fragwürdig», schreiben die Münchner.

Rummenigge und Salihamidzic zeigen sich überrascht, dass Löw seine Entscheidung nicht schon früher fällte. «Das letzte Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft fand am 19. November 2018 statt. Dass die Spieler und die Öffentlichkeit rund dreieinhalb Monate später unmittelbar vor richtungsweisenden Spielen des FC Bayern (...) informiert wurden, irritiert uns», ist in der Bayern-Mitteilung zu lesen.

Am Dienstag hatte Löw die drei Weltmeister in einem persönlichen Gespräch informiert, dass er künftig nicht mehr mit ihnen plane. Gemäss den Bayern war Löws Besuch in München nicht angekündigt gewesen.

ddu

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