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ZSC-Erlösung in der 75. Minute bringt Hallenstadion zum Kochen

Die Lions lagen 0:2 zurück – und schafften noch die Wende zum Sieg. Ganz grosses Eishockey!

Zuerst unten durch, dann siegreich: Der ZSC-Erfolg im Schnelldurchlauf. (Video: SRF/Tamedia)

Wer solche Chancen verpasst, der wird in der Regel bestraft. Prassl kam zu ­Beginn der Overtime zum Schuss, das leere Tor vor sich – doch er schoss in die nach oben gestreckte Fanghand von Merzlikins. Dann durfte Pettersson in der 67. Minute zum Penalty antreten, und als der Lugano-Goalie schon geschlagen war, rettete für ihn der Pfosten.

Darauf nützten die Zürcher eine weitere Strafe nicht. Doch als die 75. Minute lief, störte Schäppi Sanguinetti in der Offensivzone bei der Passabgabe, der Puck prallte in die Mitte auf den Stock von Chris Baltisberger, und der traf zum ­umjubelten 3:2.

Es war bezeichnend, dass eine Szene, bei der die Zürcher konsequent nachsetzten, zum Siegestor führte. Lange hatten sie sich in diesem vierten Spiel schwergetan mit den cleveren Luganesi, doch als sie zum «ZSC-Hockey» zurückfanden, drehten sie die Partie. Damit verschafften sie sich drei Meisterpucks – den ersten am Samstag in Lugano. Es wird dann ein Public Viewing im Hallenstadion geben – für zehn Franken Eintritt.

Sollten die Lions diese erste Chance verpassen, würde es erst am Mittwoch weitergehen, also nach drei spielfreien Tagen.

Und das sagt der Matchwinner zum Siegtor

«Es war unglaublich, die Fans sind explodiert»: Chris Baltisberger.

Wer gestern darauf gehofft hatte, dass die ZSC Lions im zum sechsten Mal in Serie ausverkauften Hallenstadion beschwingt starten würde, wurde enttäuscht. Die hartnäckige vierte Linie ­Luganos erkämpfte sich schon früh den Puck – und der 20-jährige Vedova (3.) ­bedankte sich mit dem ersten NLA-Tor seiner Karriere. Der Schock sass tief bei den Zürchern. Auch zwei Powerplays halfen ihnen nicht, ins Spiel zu finden. Sogar das Gegenteil: Geering vertändelte den Puck im zweiten Überzahlspiel als letzter Mann gegen Lapierre, und der bezwang Flüeler in der 16. Minute gekonnt zum 2:0.

Die ZSC Lions müssen sich lange vorgekommen sein wie im Halbfinal der SCB gegen sie: Sie kamen nie recht dazu, ihr Spiel aufzuziehen. Wie die Berner gegen sie wurden sie zu vielen Puckverlusten in der eigenen Zone gezwungen. Zudem blockten die Tessiner gegen sie einen Schuss nach dem anderen. So, wie sie es gegen den SCB getan hatten. Zu Beginn des Mitteldrittels verhalf den Zürchern dann aber eine glückliche Fügung zum ersten Treffer nach über 80 Spielminuten: Shores Schuss (21.) wurde von Sannitz für seinen Goalie Merzlikins unhaltbar abgelenkt. Und das 1:2 gab den Lions nun endlich etwas Energie.

Indentifikation pur: Fans der ZSC-Lions im Hallenstadion (Key).
Indentifikation pur: Fans der ZSC-Lions im Hallenstadion (Key).

Ein weiteres Tor konnten sie vorderhand zwar nicht erzwingen, doch ­immerhin spielten sie nun wieder auf ­Augenhöhe. Und in der 42. Minute lenkte Suter einen Schuss Martis zum 2:2 an Merzlikins vorbei. Lugano blieb aber stabil und kam in der 49. Minute durch ­Lapierre zur goldenen Gelegenheit, ­wieder vorzulegen – doch Flüeler hielt spektakulär. Und weil in der Folge eine vierminütige Überzahl der ZSC Lions wegen eines hohen Stocks Bertaggias ins ­Gesicht von Klein folgenlos blieb, musste erneut die Overtime entscheiden.

Wie schon in Spiel 2 waren es die Zürcher, die zuletzt jubelten. Es war bereits die vierte Overtime, die sie im Playoff gewannen. Überzeit zahlt sich aus.

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