Messi beteuert seine Unschuld

Der argentinische Fussballstar Lionel Messi will immer nur Fussball gespielt haben. Von Steuerhinterziehung wisse er nichts.

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Fussballstar Lionel Messi hat im Prozess um mutmassliche Steuerhinterziehung in Spanien ein Fehlverhalten abgestritten. Er habe nicht gewusst, dass Einnahmen an Firmen mit Sitz in Ländern wie der Schweiz gegangen seien, sagte der Stürmer des FC Barcelona am Donnerstag. Vielmehr habe er seinem Vater und den Finanzberatern vertraut, als er Dokumente unterschrieb.

Auch Jorge Horacio Messi nahm seinen Sohn in Schutz, stritt aber ebenfalls Fehler ab. Den beiden drohen theoretisch knapp zwei Jahre Haft. Allerdings gilt es als unwahrscheinlich, dass sie wirklich hinter Gittern landen.

«Ich wusste von nichts»

Am (morgigen) Freitag wird der Prozess voraussichtlich enden, ein Urteil soll dann kommende Woche fallen. Erwartet werden für die beiden eine Geldbusse und der Verlust künftiger Steuervorteile. Zudem ist die mutmasslich am Fiskus vorbeigeschleuste Summe von 4,1 Millionen Euro bereits beglichen.

«Ich wusste von nichts», sagte der argentinische Topspieler, der am Donnerstag erst nach fast vier Stunden der Zeugenvernehmung aufgerufen wurde. «Ich habe mich nur ums Fussballspielen gekümmert». Dem 28-Jährigen und seinem Vater werden Steuerdelikte in den Jahren 2007 bis 2009 in drei Fällen vorgeworfen. Auch sein Vater beteuerte vor Gericht, sein Sohn habe nichts gewusst. «Ich dachte nicht, dass es notwendig wäre, ihn über alles zu informieren», sagte er.

Zeuge beschuldigt Vater

Steuerinspektoren hatten zuvor an diesem dritten Prozesstag, ausgesagt, sie hätten Hinweise, dass ein Geflecht mit Unternehmen in Uruguay, der Schweiz oder Belize geschaffen worden sei, um Steuern am spanischen Fiskus vorbei zu schleusen. Ein Zeuge hatte am Mittwoch gesagt, Messis Vater habe gewusst, dass mit dieser Struktur Steuerzahlungen in Spanien vermieden würden; er sei aber davon ausgegangen, dass dies eine legale Praxis sei.

Lionel Messi, in dunklem Anzug mit Krawatte gekleidet, sagte vor Gericht weniger als 15 Minuten aus. Zuvor hatte er während der mehrstündigen Zeugenbefragung wiederholt ungeduldig gewirkt, auf den Boden geschaut und mit seinem famosen linken Fuss, der ihm auf dem Spielfeld so viele Erfolge beschert, gewippt.

«Spiel doch in Panama»

Hunderte Journalisten und einige Schaulustige empfingen den Fussballstar, als er am Morgen am Gericht ankam. Ihm wurden sowohl aufmunternde Worte als auch Schmähungen wie «Spiel doch in Panama» zugerufen. Die Behörden schirmten ihn ab. Wegen des Prozesses verpasst Messi die Vorbereitung der argentinischen Nationalmannschaft auf die Copa América, die am Freitag in den USA beginnt. Als er Stunden später das Gebäude verliess, applaudierten viele Fans.

Nach Angaben von Zeugen kennt sich Messi kaum mit Steuerangelegenheiten aus. Doch halten es die Ermittler für möglich, dass er von der mutmasslichen Steuerhinterziehung wusste und sie billigte. Der hoch bezahlte Topfussballer ist nur einer von mehreren Fussballstars, die jüngst in Konflikt mit dem spanischen Finanzamt gerieten. Dieses knöpfte sich auch Neymar, Javier Mascherano, Adriano und Xabi Alonso vor.

Gegen Messi war auch nach Veröffentlichung der sogenannten Panama Papers über Steueroasen ermittelt worden, in denen sein Name auftauchte. Eine Anklage gab es in dem Fall aber nicht.

mch/sda

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