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Mehr Länder, mehr Spiele, mehr Geld

Findet die Fussball-Weltmeisterschaft bald mit 48 Nationen statt? Der Weltverband Fifa plant eine Aufstockung des Teilnehmerfeldes.

Spektakel Fussball-WM: Die Schweiz und Argentinien laufen
Spektakel Fussball-WM: Die Schweiz und Argentinien laufen
Keystone

Für die Fifa war es eine besinn­liche Weihnachtszeit – nach äusserst turbulenten Monaten. Anfang nächster Woche steht der Fussball-Weltverband wieder im Fokus, weil der Weltfussballer (vermutlich Cristiano Ronaldo) geehrt wird. Vor allem aber sollen am Council in Zürich am Montag und Dienstag die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Seit längerer Zeit geistert die Idee einer Erhöhung der WM-Teilnehmerzahl im Raum.

Bereits Sepp Blatter stellte eine Weltmeisterschaft mit 40 Nationen und nicht mehr 32 in Aussicht, Blatters Nachfolger Gianni Infantino konkretisierte diese Überlegungen im Herbst. «Mit 40 Teams, das rechnet sich nicht, zudem ist der Modus zu kompliziert», sagte der Fifa-Präsident. Eine Ausweitung des Turniers aber sei unabdingbar. «Mehr Länder und mehr Regionen in der ganzen Welt wären glücklich», meinte der Walliser.

Verschiedene Modelle

Die Frage ist längst nicht mehr, ob eine grössere WM kommt. Sondern: wann! Die globalen Fussballfestspiele sind ein Milliardenbusiness, Fussball boomt weltweit weiter, und mehr Mannschaften bedeuten: mehr Spiele, mehr und längere und fast flächendeckende Aufmerksamkeit, höhere TV-Einnahmen, grössere Sponsorenbeiträge. Zudem wird das Risiko minimiert, dass wie in der Vergangenheit ab und zu eine grosse Fussballnation schon in der Qualifikation scheitert. «Die Fans weltweit wollen alle Stars an der WM sehen», sagte Infantino.

Es gibt verschiedene Modelle, wie eine WM mit 48 Teilnehmern auszutragen wäre. Eine Idee ist, 32 Mannschaften Barragespiele bestreiten zu lassen – und dann kämpfen die 16 Sieger zusammen mit 16 bereits qualifizierten Nationen im 32er-Team-Format um den WM-Titel. Sinnvoller wäre es, jedem Land mindestens zwei oder drei Vorrundenpartien zugestehen zu lassen.

Entweder mit 16 Gruppen an je 3 Teams, wobei die zwei Besten die Sechzehntelfinals erreichen. Dann würden – wie bisher – maximal sieben Spiele auf dem Weg zum Titel anstehen. Insgesamt wären aber unter Umständen deutlich mehr Partien auszutragen (80 oder sogar 104 statt wie bisher 64). Gianni Infantino erklärte denn auch bereits, es sei sehr gut vorstellbar, in Zukunft eine WM in zwei oder sogar drei Ländern auszutragen.

Man könnte nämlich auch einen Vorrundenmodus mit 12 Gruppen an je 4 Teams aufstellen, dann würden die zwei Gruppenbesten sowie acht Dritte weiterkommen. Auch so würde der Weltmeister nur eine Begegnung mehr bestreiten müssen.

Eine politische Debatte

Wegen des überhitzten Kalenders regt sich vor allem in einflussreichen, grossen Verbänden, Ligen und Klubs Widerstand. Reinhard Grindel, Präsident des Deutschen Fussballbundes, sagt in der aktuellen «Sportbild»: «Nicht mit uns. Wir sind davon überzeugt, dass am bewährten Modus festgehalten werden sollte.» Und Karl-Heinz Rumme­nigge, Vorstandsvorsitzender bei Bayern München, findet: «Es kann nicht sein, dass unsere ­besten Spieler immer intensiver beansprucht werden.»

Diese Worte wirken scheinheilig, quetschen die Topklubs ihre Akteure doch auch immer stärker aus. Und am Ende ist es kaum relevant, ob ein Fussballer 61 oder 62 Partien in 12 Monaten absolviert hat. Es ist längst eine politische Debatte: Die Fifa wird die Vereine an den gesteigerten Erträgen partizipieren lassen.

Und weil die Fussball-WM eine Erfolgsgeschichte ist und in den letzten Jahrzehnten sukzessive vergrössert wurde, dürfte bald die nächste Aufstockung anstehen. Nicht zuletzt vergrössert das die Aussichten einer WM-Teilnahme von mächtigen, reichen Ländern wie Russland und China, Japan und Katar.

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