Lehrgeld, Lob und Leistungsträger

Die Young Boys gewinnen gegen Thun zum sechsten Mal in Folge (4:1). Matchwinner war dabei Michael Frey, der unter Adi Hütter erstmals von Anfang an spielen durfte.

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Daniel Ernst@daniserio87

88 Minuten waren am Samstag zwischen YB und Thun gespielt, da jubelte Guillaume Hoarau bereits das zweite Mal. Soeben hatte er zum 4:1-Endstand mittels Penalty getroffen und entschied das Derby damit endgültig. Er war es bereits gewesen, der 12 Minuten zuvor das 3:1 hatte erzielen können. Gerade mal fünf Minuten war der Torjäger da im Spiel.

Im Regelfall schreibt der Schütze zweier Tore die Geschichte des Spiels. Nicht am Samstag, wo lange vor der Einwechslung von Hoarau ein anderer Akteur der Partie seinen Stempel aufgedrückt hatte: Michael Frey.Ziemlich genau zwei Jahre sind seit dessen letztem Berner Derby vergangen. Auch damals, im August 2014, gelang ihm beim 1:1 ein Tor. Kurz darauf wechselte er nach Lille.

Am Samstag zeigte sich Frey bei seinem Startelfdebüt unter Trainer Adi Hütter von seiner besten Seite. Nach 7 Minuten markierte er mit einem satten Schuss das 1:0 und beschäftigte auch im Anschluss die Thuner Hintermannschaft. Beim Eigentor Sandro Laupers in der 53. Minute provozierte er mit seiner Präsenz dessen Fehler, das 3:1 von Hoarau bereitete mit dem Kopf vor. «Ich wollte Frey etwas kitzeln und setzte ihn deshalb noch nicht viel ein», sagte Hütter und lobte seinen Spieler: «Super, wie er darauf reagiert hat. Auch im Training arbeitet er toll.»

Verständnis für Fehler

Anders als bei Hütter war die Gefühlslage bei Thuns Trainer Jeff Saibene. «Wir mussten heute Lehrgeld bezahlen», sagte der Oberländer Coach.

Simone Rapp und der Brasilianer Carlinhos brachten die YB-Defensive zu selten in Bredrouille. Hinten schien Thun mit den schnellen Angriffen der Young Boys einige Male überfordert. Viel Lehrgeld musste Lauper bezahlen. Der junge Defensivspieler hinterliess trotz einigen starken Aktionen gleich in mehreren Situationen keinen guten Eindruck.

Ebenso der 18 Jahre alte Ayrton Ribeiro, der in der Pause für Reinmann kam und kurz vor Schluss mit seinem Foul an Hadergjonaj den Penalty verschuldete. Saibene nimmt diese der Jugend geschuldeten Fehler gelassen: «Das sind wichtige Erfahrungen für so junge Spieler, ich sah auch viel Positives.»

Wermutstropfen Sanogo

«Mindestens Lauper wird sicher wieder eingesetzt», verriet Saibene im Hinblick auf das GC-Spiel vom Donnerstag. YB trifft bereits am Mittwoch auswärts auf den FCB und wird bei diesem wichtigen Spiel auf Sékou Sanogo verzichten müssen, der sich beim Derby eine Oberschenkelverletzung zuzog. «Das ist der einzige Wermutstropfen heute», sagte Hütter. YB hofft, dass der zentrale Mittelfeldspieler für die Champions-League-Playoffs gegen Borussia Mönchengladbach wieder fit sein wird.

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