Sandro Lauper: Auf Umwegen zurück

YB verpflichtet vom FC Thun Sandro Lauper. Der 21-jährige mit Vergangenheit im YB-Nachwuchs sorgt für eine spannende Konstellation im Mittelfeld.

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Als Sandro Lauper am Donnerstagvormittag eines seiner letzten Trainings im Trikot des FC Thun bestreitet, sind seine Haare frisch geschnitten. So, als wolle sich der Mittelfeldspieler bereit machen für den grossen Auftritt.

Kurz darauf wird sein Wechsel zu YB, der seit Wochen feststeht, offizialisiert. Der 21-jährige Konolfinger erhält einen Vierjahresvertrag, über die Ablösesumme vereinbaren die Vereine Stillschweigen. Sie dürfte sich deutlich über eine Million Franken belaufen.

Thuns Sportchef Andres Gerber meint, Laupers Verkauf sei der lukrativste, den er je getätigt habe.Für Lauper ist der Transfer zu YB eine Rückkehr, in Bern hatte er ab der U-12 sämtliche Nachwuchsstufen durchlaufen, ehe er in der U-21 für ungenügend befunden wurde und Ende 2014 ins Oberland wechselte.

«Es tut gut, sehen meine damaligen Trainer, dass sie sich getäuscht haben», sagt Lauper. «Und ich bin sehr glücklich, kann ich jetzt den nächsten Schritt vollziehen.» Zuvor räumte er mit den jungen Mitspielern die Tore vom Platz, er hat auf der Karriereleiter zwar einige Stufen auf einmal genommen, abgehoben ist er deswegen nicht.

An Lauper zeigten auch Bundesligisten Interesse, vor allem Wolfsburg und Mainz sollen sich um den U-21-Nationalspieler bemüht haben. «Der Transfer nach Deutschland hätte mich gereizt», sagt Lauper. «Aber als ich von der Möglichkeit erfuhr, zu YB wechseln zu können, war der Fall für mich klar.»

Für ihn sei wichtig gewesen, in der Nähe von Familie und Freunden verbleiben zu können. In Bern trifft Lauper auf etliche Bekannte, mit Christian Fassnacht verbindet ihn eine Freundschaft. Sportchef Christoph Spycher habe sich immer mal wieder bei ihm über Lauper erkundigt, sagt der YB-Flügel.

Umgekehrt habe dieser bei gemeinsamen Essen mehr über das Innenleben bei YB erfahren wollen. «Ich war beim Transfer so etwas wie ein Bindeglied», sagt Fassnacht.

Unsicherheit bei Sanogo

Lauper dürfte im YB-Mittelfeld Leonardo Bertone ersetzen, der vor einem Wechsel ins Ausland steht. Nach über einem Jahrzehnt im YB-Trikot sucht der 24-jährige Berner eine neue Herausforderung. Offenbar zeigen Clubs aus mehreren Ligen wie Deutschland und Holland Interesse.

Derweil kann sich Djibril Sow, der in der Schweizer U-21 zuletzt Seite an Seite mit Lauper gespielt hat, zwar vorstellen, eine weitere Saison bei YB zu bestreiten. Aber was ist, wenn ihm ein Club aus einer Topliga ein vorzügliches Angebot vorlegt? Und da ist vor allem der Fall von Sékou Sanogo.

Nach überragender Saison steht der Ivorer auf dem Zettel etlicher ausländischer Vereine. Vielleicht bietet sich dem 29-jährigen Mittelfeldakteur die letzte Gelegenheit, einen vor allem auch finanzielllukrativen Transfer zu vollziehen.

Bei YB gehört er, anders etwa als Guillaume Hoarau und Captain Steve von Bergen, dessen Vertrag Ende dieser Saison ausläuft, nicht der höchsten Lohnkategorie an.

Insofern weiss Lauper, der auch in der Innenverteidigung eingesetzt werden kann, nicht genau, was ihn ab Mitte Juni in Bern erwartet, zumal YB seit Mittwoch einen neuen Trainer sucht. Mit Adi Hütter, der zu Eintracht Frankfurt wechselt, habe er nie gesprochen.

«Es war die sportliche Führung um Spycher, die sich um mich bemüht hat. Und es bringt sowieso nichts, sich zu viele Gedanken zu machen.» Er lässt keine Zweifel aufkommen, er fühlt sich bereit für den nächsten Schritt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.05.2018, 15:08 Uhr

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