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Lahm rechnet mit Völler und Klinsmann ab

Philipp Lahm, der Captain der deutschen Elf, sorgt mit seinem neuen Buch in Deutschland für grossen Wirbel.

Der Bayern-Star fährt in seinem ersten literarischen Fussballwerk eine harte Tour, obwohl sein Buch den Titel trägt: «Der feine Unterschied. Wie man heute Spitzenfussballer wird». Der Verteidiger geht dabei mit seinen ehemaligen Trainern Jürgen Klinsmann und Rudi Völler schonungslos um. Vor allem Völler kriegt sein Fett weg. «Die Treffen mit der Nationalelf sind die lockersten Tage meines Profidaseins. Wir trainieren nichts Spezielles, ausser vielleicht Flanken von der Seite in die Mitte, wo dann irgendwer unbedrängt den Ball annimmt und aufs Tor haut. Lustig, ja, und völlig unsystematisch», schreibt Lahm in seinem Buch, das erst am nächsten Montag erscheint, aber der «Bild» schon vorliegt.

Lahm lässt an der Arbeit des damaligen Bundestrainers, der nach dem Aus in der Vorrunde der EM 2004 zurücktrat, kein gutes Haar. Weder Videoanalysen noch taktische Besprechungen waren während Völlers Amtszeit auf der Tagesordnung. Nach jeweils einer Stunde Training pro Tag seien die Spieler hauptsächlich mit Videospielen beschäftigt gewesen: «Ich glaube, dass damals viele Playstations geglüht haben.»

«Taktische Belange kamen zu kurz»

Nach Völlers Rücktritt kam Jürgen Klinsmann. Lahm erlebte den ehemaligen deutschen Nationalstürmer als Bundestrainer (2004 bis 2006) und Bayern-Coach (2008 bis 2009). «Bei Klinsmann trainierten wir fast nur Fitness. Taktische Belange kamen zu kurz», schreibt der 28-jährige Lahm über die Zeit in München. «Schon nach sechs oder acht Wochen» hätten alle Spieler gewusst, «dass es mit Klinsmann nicht gehen würde. Der Rest der Saison war Schadensbegrenzung».

«Jogi, ein gewiefter Taktiker»

Wenig überraschend ist, dass Lahm für den heutigen Nationaltrainer Jogi Löw, der Klinsmann zwei Jahre lang assistierte, nur lobende Worte findet. «Jogi erweist sich schon bei den ersten Trainingseinheiten als gewiefter Taktiker. Es ist interessant, was er über jede einzelne Position zu sagen weiss, vor allem für einen Spieler, dem bisher kein Trainer Anregungen gegeben hat, wie er die Position des linken Verteidigers vielleicht interpretieren könnte.»

Gegenüber Lahms Biografie hat sich bisher nur Rudi Völler geäussert. «Ich empfinde das als Frechheit ohnegleichen, was er da über seinen ehemaligen Trainer Jürgen Klinsmann geschrieben hat», so Völler. Das sei «erbärmlich und schäbig», ergänzte der heutige Sportchef von Bundesligist Bayer Leverkusen.

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