Koller zu teuer – holt Bickel einen alten Copain zu YB?

YB-Sportchef Fredy Bickel will bis spätestens Mittwoch den Ersatz für den am Sonntag entlassenen Trainer Martin Rueda präsentieren. Das Anforderungsprofil basiert auf drei Eckpunkten.

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Thomas Niggl@tagesanzeiger

Heute Morgen sprach Fredy Bickel mit der Mannschaft, die sich am Sonntag gegen Schlusslicht Servette bei der 0:2-Niederlage im eigenen Stadion blamiert hatte. Was bei dieser Krisensitzung herauskam, wollte er im Detail nicht sagen. «Nur so viel. Die Spieler stehen in der Verantwortung, das habe ich ihnen klipp und klar gesagt. Der Rest bleibt intern.»

Bickel will bis spätestens am Mittwoch den neuen Trainer präsentieren. Es wird eine Interimslösung bis Ende Saison sein. Heute Nachmittag führt er mit einem Kandidaten erste Verhandlungen. Zum Anforderungsprofil sagt Bickel: «Er muss den Schweizer Fussball kennen und vor nicht allzu langer Zeit noch ein Team der Super League trainiert haben. Er muss zudem auch bereit sein, ein befristetes Engagement bis vorerst zum Saisonende einzugehen.»

Auf Bickels Liste müssten demnach der in Thun beurlaubte Bernard Challandes, der beim FCZ entlassene Rolf Fringer, der in Sion abservierte Pierre-André Schürmann und der ehemalige GC-Coach Ciriaco Sforza, der allerdings ein kurzfristiges Engagement nicht eingehen würde, stehen. Nicht infrage kommen SRF-Experte Hanspeter Latour und Andy Egli. Beide haben schon länger keinen Spitzenverein mehr trainiert.

Koller ist für YB zu teuer

Zu Bernard Challandes und Rolf Fringer hat Fredy Bickel ein spezielles Verhältnis. Mit beiden Trainern arbeitete er beim FC Zürich zusammen. Die Entlassung von Challandes war für Bickel einer der bittersten Momente seiner bisherigen Karriere. Auf die Entmachtung Fringers hatte Bickel im Letzigrund keinen Einfluss mehr. Das war der alleinige Entscheid von Präsident Ancillo Canepa.

Bickel ist auf der Suche nach einer kurz- und einer langfristigen Lösung. Dabei soll auch der österreichische Nationalcoach Marcel Koller ein Thema sein. Doch der ehemalige Meistertrainer des FC St. Gallen und der Grasshoppers wird kaum in die Schweiz zurückkommen. Der ÖFB möchte den Ende WM-Qualifikation auslaufenden Vertrag mit dem Zürcher verlängern. Zudem wäre Koller für YB auch zu teuer.Mit einem Jahresgehalt von 1,5 Millionen Euro gehört er zu den Spitzenverdienern. Koller hat zwar nie einen Hehl daraus gemacht, dass er eigentlich gerne wieder eine Clubmannschaft trainieren möchte. Doch da wird es ihn eher in die Bundesliga als zurück in die Schweiz ziehen.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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