Kein blutiges Knie mehr dank Naturrasen

Das letzte Spiel auf dem Kunstrasen im Stade de Suisse hat geendet wie das erste vor fünfeinhalb Jahren: mit einem 1:1.

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Mitten in der ersten Halbzeit gegen Sion wurde YB-Verteidiger Christoph Spycher gestern vom Feld geholt. An der Seitenlinie hatte der vierte Unparteiische die Schürfwunde gesehen, die sich Spycher bei einem Zweikampf zugezogen hatte, und verlangte, dass diese versorgt werde. YB-Arzt Cuno Wetzel war rasch zur Stelle, stoppte die Blutung und deckte die Wunde ab. Spycher kehrte aufs Feld zurück.

Ab sofort wird sich der Routinier im Stade de Suisse nicht mehr so rasch ein blutiges Knie holen. Die Zukunft gehört dem Naturrasen, der in den nächsten Tagen über den Kunstrasen verlegt wird und auf dem YB künftig spielt. Um beste Spielqualität zu garantieren, wird der Rasen künftig viermal pro Jahr ersetzt, eine halbe Million Franken lässt sich YB diese Massnahme kosten.

Gross: «Nicht mein Entscheid»

In Bern ist seit gestern aber eine Ära zu Ende. Aus wirtschaftlichen Überlegungen beschloss die damalige Stade-de-Suisse-Führung um CEO Stefan Niedermaier im Jahr 2005, die Spielfläche des neuen Stadions mit künstlichem Gras zu versehen. Das erste Spiel auf Plastik bestritt YB am 19.Juli 2006 gegen den FC Basel. Beim 1:1 trafen Carlos Varela für YB und Ivan Ergic für die Basler.

Bern nahm in der Schweiz in Sachen Kunstrasen eine Vorreiterrolle ein. In Neuenburg und in Thun zogen die Stadionverantwortlichen nach und liessen ebenfalls Plastik verlegen. Und doch war die Kritik der ständige Begleiter. Vor allem der damalige FCB-Trainer Christian Gross liess kein gutes Haar an der Unterlage. Bei seinem Wechsel nach Bern diesen Sommer versteckte der Zürcher seine Abneigung gegen den Kunstrasen denn auch nicht. Dennoch betonte er gestern, nicht er habe entschieden, den Rasenwechsel vorzunehmen. «Das war ein Beschluss der Verantwortlichen. Ich habe das nie zur Bedingung für eine Zusage als YB-Trainer gemacht.» Freuen wird sich Gross, der heute Abend in einem Lokal in der Länggasse an einem Talk Rede und Antwort steht, aber sicher, wenn es im Stade de Suisse künftig wieder nach Rasen riecht.

Ilja Kaenzig, der im vorletzten Sommer die Nachfolge von Niedermaier als YB- und Stade-de-Suisse-Geschäftsführer antrat, hingegen freut sich, wenn der Schweizerische Fussballverband wieder regelmässig Partien des Nationalteams nach Bern vergibt. Den Anfang macht am 29.Februar das Freundschaftsspiel Schweiz - Argentinien. Und dann hofft Kaenzig auch auf den Zuschlag für den Cupfinal 2012. Nachdem YB am unterklassigen FC Winterthur gescheitert ist, wäre das immerhin ein finanzielles Trostpflaster.

Berner Zeitung

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