Kaum Zahlen, dafür neue Kleider für YB

Das neue Jahr bringt für YB diverse Änderungen. Mit der Weltmarke Nike läuft ab Sommer ein neuer Ausrüstervertrag, zudem wird die Stadionverpflegung neu gestaltet.

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Die Hintergrundgeräusche blieben mehrheitlich aus. Obwohl es sportlich einer Berg- und Talfahrt glich: Wirtschaftlich gesehen war das Jahr 2014 wohl ein weiterer Umgang der Konsolidierung, wie die Young Boys ihre Erwartungen bisweilen im sportlichen Bereich anzukündigen pflegten.

Zahlen geben die YB-Besitzer Andy und Hans-Ueli Rihs ja gemeinhin keine mehr bekannt, seit dem von ihnen gedeckten Verlust von gegen 15 Millionen Franken aus dem Geschäftsjahr 2012 traten die Geldgeber aber massiv auf die Bremse – Sparen ist angesagt. Infolgedessen hat die sportliche Abteilung den Kader weiter verkleinert; wie aber gewirtschaftet wurde, bleibt unsicher. «Die Jahresrechnung ist noch nicht abgeschlossen», meint CEO Alain Kappeler.

Doch gerade in diesem Bereich kommen auf die Young Boys im neuen Jahr einige Veränderungen zu. Am Dienstag hat der Klub bekannt gegeben, dass der Vertrag mit dem aktuellen Ausrüster Jako nicht mehr verlängert und ab Sommer eine Zusammenarbeit mit Nike eingegangen wird. Der US-amerikanische Grosskonzern ist eine Weltmarke und im Fussball zusammen mit Adidas Marktführer. Es ist davon auszugehen, dass Nike YB mehr als Jako bezahlen kann, der Vertrag läuft vorderhand für drei Jahre.

«Das Geschäft mit den Ausrüstern ist sehr lebendig», erzählt Kappeler von den Gesprächen mit diversen Interessenten, die seit Herbst laufen. Die Jako AG kleidet auch den FC St.Gallen ein, ihr Hauptsitz befindet sich ebenfalls dort, der Besitzer kommt aus Deutschland. «Die Signale für eine Verlängerung waren nicht unbedingt spürbar», nennt Kappeler Beweggründe für die Neuausrichtung.

Grosse Kontinuität punkto Ausrüster hat es bei YB noch nie gegeben. Ins Stade de Suisse zog YB 2005 noch mit Leibchen der Marke Gems, danach kam der Wechsel zu Puma, bevor man auf Jako umstieg. Die Fluktuation ist bei den Schweizer Spitzenklubs und ihren Sportkleidungssponsoren aber gemeinhin sehr hoch. Einzig beim FC Zürich ist die Zusammenarbeit mit Nike ausserordentlich lang (seit 2002), weiter zählen in der Super League aktuell noch der FC Thun und Aarau zu den Partnern der Marke mit dem berühmten «Swoosh».

Bezahlt wird weiterhin bar

Eine weitere Neuerung kommt auf die Young Boys im Bereich des Stadioncaterings zu. Nachdem schon vor einem Jahr bekannt geworden ist, dass der Vertrag mit Partner Bell nicht mehr verlängert wird und im Sommer ausläuft, hat YB jetzt die Verpflegung seiner Kundschaft selber in Angriff genommen. «Bereits in der Rückrunde werden wir zwölf Essensstände selber betreiben», erklärt CEO Kappeler. Damit beschreiten die Berner ähnliche Wege, wie es der Stadionnachbar SC Bern mit der Sportgastro AG, die in der Postfinance-Arena eigene Restaurants betreibt, schon lange und sehr erfolgreich tut.

Am Sortiment ändert YB indes vorderhand noch wenig, im Sommer würden die Stände dann rundumerneuert. Muss sich der Berner Fussballkonsument nun auf bargeldloses Bezahlen, wie es etwa in St.Gallen oder der Bundesliga üblich ist, einstellen? «Nein, es soll weiter bar bezahlt werden», stellt Kappeler klar. Es gehe mehr darum, an digitalen Möglichkeiten, zum Beispiel der Bezahlung per Mobiltelefon, zu arbeiten.

Weiterhin suchen die Young Boys einen Hauptsponsor. Die BKW beendet ihr Engagement bei den Bernern auf Ende Juli 2015 und steigt als Hauptpartnerin bei Swiss-Ski ein. «Die Gespräche mit potenziellen Nachfolgern laufen», sagt Kappeler, «ideal wäre eine nahtlose Nachfolge im Sommer.» Auch, weil YB sonst den fehlenden Betrag anders berappen muss.

Gewinn mit Doumbia

Eine Möglichkeit dazu wären Einnahmen durch einen Transfer, an dem die Berner sportlich gar nicht mehr beteiligt sind. Der einstige YB-Stürmer Seydou Doumbia wechselt von ZSKA Moskau zur AS Rom – für rund 15 Millionen Franken. Die Young Boys können dabei als früherer Verein Doumbias auf Partizipationen von bis zu einer Million Franken hoffen. «Wir warten, bis der Transfer fertig abgewickelt ist», meint Kappeler vorerst.

Berner Zeitung

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