«Mein Abgang bei GC war nicht gut»

Uli Forte versteht, dass ihn die GC-Fans nicht mit offenen Armen empfangen. Im sportlichen Bereich will er sich zuerst der Offensive widmen.

Uli Forte sagt, was er mit GC vorhat. (Video: Anja Stadelmann und Ueli Kägi)

«Cozy», also gemütlich, nennt Präsident Stephan Rietiker den Saal «Bernina» im Restaurant Au Premier in Zürich, wo er um 10 Uhr Uli Forte als neuen Trainer den Medien präsentiert. Wenn der designierte GC-Boss mit gemütlich eng meint, soll es eben so sein. Das Interesse am Nachfolger von Tomislav Stipic, der nach nur 33 Tagen seine Zelte in Zürich wieder abbrechen musste, ist gross. Das sagten Rietiker und Forte an der kurzfristig anberaumten Medienkonferenz über ...

... den bösen Empfang der Fans: Nach einer starken Saison 2012/13 (Rang 2), die GC mit dem Cupsieg krönte, wechselte Forte quasi über Nacht zu YB. Dass die Fans nun wenig Freude an der Rückkehr des «Verräters» haben, zeigten sie mit Transparenten, die sie in der Nacht auf Dienstag im GC-Campus und sogar vor Fortes Wohnung aufgehängt hatten. Forte dazu: «Ich verstehe die Enttäuschung. Ich würde meinen Abgang heute anders machen. Die Art und Weise war brutal.»

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Der 44-jährige Zürcher macht sich nichts vor. «Ich erwarte nicht, dass auf dem Campus alle klatschen, wenn ich komme. Ich will versuchen, mit Herzblut und Leidenschaft jeden einzelnen Fan auf meine Seite zu bringen», sagt er. Den Wechsel zu YB bereut Forte aber nicht. «Was viele nicht wissen: Ich habe dort die Frau meines Lebens kennengelernt. Deshalb war es ein super Transfer für mich», sagt er. Rietiker unterstützt seinen neuen Hoffnungsträger: «Wir werden mit den Fans das Gespräch suchen. Dass ein gewisser Frust vorhanden ist, verstehe ich. Ich nehme das zur Kenntnis, aber man muss es nicht überbewerten.»

... den Trainerwechsel: Der GC-Boss hat schon bei seinem Amtsantritt versprochen, dass er schnell handeln werde. Er hat Wort gehalten. Tomislav Stipic musste nach nur 5 Spielen (2 Niederlagen, 3 Remis) gehen. «Ich will mir nicht vorwerfen lassen, dass ich zu spät reagiert habe», so Rietiker. «Die Punktequote ist rein rational nicht genügend für den Ligaerhalt. Wir haben das Engagement von Stipic durchleuchtet und die Trainerfrage geprüft.» Er habe dann empfohlen, einen neuen Trainer einzustellen. Vor zehn Tagen habe er, begleitet von einem Headhunter, den Prozess aufgenommen. Am Montag hat Forte einen Vertrag bis Sommer 2021 unterschrieben. Rietiker: «Mit ihm schätzen wir die Chance für den Ligaerhalt als möglich ein.» Sollte das nicht der Fall sein, wird Forte auch in der Challenge League bleiben.

Video: Die Pressekonferenz in Kurzform

Die wichtigsten Aussagen von Forte und Rietiker. (Video: Tamedia)

... die Chance auf den Ligaerhalt: «Es ist eine sehr, sehr schwierige Situation, aber nicht unmöglich», so Forte. «Die Spieler sind zuletzt viel geprügelt worden.» Es gehe jetzt für ihn darum, sie möglichst schnell aufzubauen. Die Qualität für den Ligaerhalt sei vorhanden. «GC hat zu wenig Torchancen, schiesst viel zu wenig Tore. Taktisch werde ich dort den Hebel ansetzen, ohne die Defensive zu vernachlässigen.»

... eine mögliche Rückkehr der aussortierten Spieler: «Ein neuer Trainer bedeutet auch immer eine neue Chance», sagt Forte. Er wolle unbefangen an die Sache herangehen und erst einmal das Gespräch mit den Spielern suchen, eruieren, warum es überhaupt so weit kam. Die betroffenen Spieler sind: Arlind Ajeti, Julien Ngoy, Mersim Asllani, Shani Tarashaj, Nikola Gjorgjev und Raphael Holzhauser. Im Fall des Österreichers ist das allerdings nicht möglich. Rietiker: «Der Vertrag mit Holzhauser wurde aufgelöst und er wurde ausbezahlt.»

ete

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