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Jetzt kommt die Nations League

Revolution im europäischen Länder-Fussball: Die Uefa schafft die Freundschaftsspiele ab und führt eine neue Liga ein. Zu gewinnen gibt es Lukratives.

Alle europäischen Länder-Duelle sollen künftig zählen: Nati-Captain Gökhan Inler gegen Kroatiens Mateo Kovacic. (5. März 2014)
Alle europäischen Länder-Duelle sollen künftig zählen: Nati-Captain Gökhan Inler gegen Kroatiens Mateo Kovacic. (5. März 2014)
Keystone

Am Uefa-Kongress im kasachischen Astana haben alle 54 europäischen Fussball-Verbände der Einführung der sogenannten Nations League zugestimmt. Nach der Fussball-WM 2018 in Russland sollen demnach die meisten Tests durch Ernstkämpfe ersetzt werden.

Der genaue Modus wird nun ausgearbeitet. Klar ist , dass die Nationalmannschaften aufgrund ihres Koeffizienten absteigend in vier Divisionen (A, B, C, D) in ihrer Leistungsstärke eingeteilt werden. In den einzelnen Divisionen werden dann Untergruppen gebildet mit drei bis vier Teams. Diese spielen zwischen September und November 2018 bis zu sechs Länderspiele gegeneinander.

Bei einem Final-Four-Turnier 2019 küren die vier Divisionssieger sowie die vier Gruppensieger der A-Division den Nations League Champion der Uefa. Ebenso wird um den Auf- und Abstieg in den Divisionen gespielt.

Späte Playoffs für die Euro 2020

Weil sich 2019 nur 20 Teams direkt für die EM 2020, die in 13 Ländern ausgetragen wird, qualifizieren, bekommen auch vier nichtqualifizierte Mannschaften aus der Nations League die Chance auf die Teilnahme an der EM-Endrunde. Die EM-Playoffs werden erst spät – im März 2020 – durchgeführt. Die neue Nations League zieht auch terminliche Konsequenzen nach sich: Die Gruppen-Ausscheidungen beginnen nicht mehr im Herbst nach einem Turnier, sondern erst im März des folgenden Jahres.

Nicht nur helle Begeisterung

Der enge Terminplan mit Qualifikationspielen für die WM, die EM plus die Spiele der neuen Nations League lassen kaum Testpartien der Europäer gegen Nationen ausserhalb Europas zu.

Die Revolution sorgt indessen nicht nur für helle Begeisterung. Wolfgang Niersbach, der Präsident des Deutschen Fussball-Bundes (DFB), der auch im Uefa-Komitee sitzt, meinte gegenüber der deutschen Agentur sid: «Es war ein langer Prozess, und ich verhehle nicht, dass der DFB und auch ich persönlich ganz offen Bedenken geäussert haben. Die Skepsis ist sicherlich auch noch nicht total verschwunden. Aber wir müssen akzeptieren und respektieren, dass die Mehrheit der Verbände ganz einfach etwas ändern möchte. Da können auch wir uns nicht gegen stellen. Wir haben immer gesagt, wir brauchen keine Änderung, weil bei uns die Freundschaftsspiel auch so funktionieren. Ähnlich ist es bei den Holländern, den Engländer - und dann hört es aber schon auf.»

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