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Ivan Ergic: «Intelligent spielen, sonst nehmen sie uns auseinander»

Der FC Basel muss heute im zweiten Champions-League-Spiel gegen Sporting Lissabon punkten. Spieler Ivan Ergic im Interview mit Redaktion Tamedia über Taktik und Verfassung des Teams.

Ivan Ergic, im vergangenen Februar verlor der FCB gegen Sporting im Uefa-Cup auswärts 0:2 und zu Hause 0:3. Jetzt soll er in Lissabon die Auftaktniederlage gegen Schachtjor Donezk korrigieren. Das klingt schwierig. Die Erinnerung an diese beiden Spiele ist noch da – und vielleicht waren sie eine gute Lektion für uns. Wir wissen nun, was auf uns zukommt und müssen uns perfekt darauf vorbereiten. Sporting ist spielerisch sehr stark. Es ist abgesehen von ein, zwei Spielern praktisch dieselbe Mannschaft geblieben. Wir müssen taktisch intelligent spielen und die Räume eng machen, sonst nehmen sie uns auseinander.

Das heisst, der FCB muss vorsichtig sein und zuerst einmal an die Defensive denken. Genau. Wir haben uns das Derby von Sporting gegen Benfica vom Wochenende angesehen (das Sporting 0:2 verlor und deshalb mit der ersten Saisonniederlage im vierten Spiel auf Platz 2 zurückfiel). Der Rhythmus in diesem Match war höher als in der Super League und die Spieler sind individuell sehr stark. Aber wir haben aus unseren Erfahrungen Lehren gezogen. Sie waren damals gegen uns wirklich überlegen. Wir müssen nun mit besserer Einstellung und taktisch gut ausgerichtet ins Spiel gehen. Dann glaube ich, dass wir ein gutes Resultat erzielen können.

Mit Ihrer Verletzung haben Sie den FC Basel zuletzt auch von aussen gesehen und miterlebt, dass er zuletzt Mühe hatte mit dem 1:2 gegen Schachtjor Donezk, mit dem 1:0 in Schötz und dem 1:2 gegen YB. Sind diese Leistungen nur eine Momentaufnahme oder schon ein negativer Trend? Wir haben drei Spiele schlecht gespielt, aber ich würde deshalb noch nicht von einer spielerischen Krise sprechen. Wir müssen abwarten. Drei Partien sind noch kein Weltuntergang. Ich sehe einen mentalen Reflex als Ursache für die jüngsten Schwierigkeiten. Wir stehen auf Platz 1 in der Super League, und wir haben die Champions League erreicht, das sorgt für eine gewisse Genügsamkeit. Ich bin nun lange genug in Basel (seit 2000) und erlebe dieses Phänomen der Zufriedenheit immer wieder. Wir stehen unter dem Druck, jedes Spiel gewinnen zu müssen, und wenn du deine Ziele erreicht hast, kommt das Nachlassen. Bis vor drei, vier Spielen waren wir in der Liga sehr souverän. Die Champions League haben wir zwar auch mit etwas Glück erreicht, aber dass wir uns qualifizieren konnten, zeigt auch, dass wir gut sind. Entscheidend ist, dass wir jetzt wieder mit starken Leistungen reagieren.

Würde eine Niederlage gegen Sporting schon die grosse Ernüchterung auslösen im Champions-League-Traum? Sicher würde eine Niederlage etwas Negatives auslösen. Allerdings hängt die Ernüchterung immer auch mit den Erwartungen zusammen. In der Euphorie, die eine Qualifikation für die Champions League oft auslöst, kann man die eigenen Fähigkeiten nicht mehr gut einschätzen. Doch nur, wenn du realistisch bist mit dir selbst weisst du, das erreichbar und möglich ist. Wenn wir uns bemühen, gut spielen und trotzdem verlieren, kann man Niederlagen akzeptieren. Die Leistung aber muss bei uns wieder stimmen.

Realistisch gesehen verfügen die Gruppengegner Schachtjor, Sporting und Barcelona über viel höhere Budgets und damit auch über die besseren Mannschaften. Es ist nicht einfach für uns gegen solche Vereine. Wenn wir in der Super League gewinnen findet man: Ja klar, Basel ist der Klub mit dem meisten Geld. Wieso sollten wir nun das nicht in der Champions League sagen dürfen? Diese Unterschiede beim Budget wirken sich einfach aus auf die Qualitäten der Mannschaften.

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