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Italiens unerträgliches Supertalent

Mario Balotelli spielt mit 20 schon für Italiens Nationalteam und Manchester City. Wegen seines schwierigen Charakters riskiert er nach Meinung eines prominenten Mitspielers aber die Karriere.

Balotellis missratenes Kabinettstückchen. Video: Youtube.

Die jüngste Episode in der an Skandalen reichen Vita von Mario Balotelli ereignete sich am Wochenende im Testspiel gegen Los Angeles Galaxy. Balotelli hätte den Ball nach einem gekonnten Dribbling eigentlich nur noch über die Linie schiessen müssen, entschied sich aber für einen aufreizend lässigen Hackenkick aus der Drehung. Mit unliebsamen Folgen.

Der Ball strich weit am Tor vorbei, im Gegenzug hätte Balotellis Mannschaft fast selbst einen Treffer kassiert. City-Trainer Roberto Mancini tobte und wechselte den überheblichen Angreifer aus. Um ihm eine Lektion zu erteilen und ihm zu zeigen, dass man im Fussball-Business immer professionell auftreten muss, wie Mancini nach der Partie erklärte.

Nigel de Jong, der für Manchester City als defensiver Mittelfeldspieler die Drecksarbeit verrichtet, kann den Zorn des Trainers verstehen. «Ich habe mit einer Reihe seltsamer Typen gespielt, aber so etwas habe ich noch nie gesehen. Es ist frustrierend. Er muss diese Dinge abstellen, sonst verschleudert er sein Talent», erklärte der holländische Vize-Weltmeister gegenüber dem «Guardian». Balotelli müsse endlich erkennen, dass ein solches Benehmen weder vom Trainer-Staff noch von den Mitspielern toleriert werden könne.

«...dann hätten wir ihm eine verpasst»

Die Spieler von Los Angeles Galaxy fassten Balotellis missglücktes Kabinettstückchen als beleidigende Unsportlichkeit auf. «So etwas will man auf dem Feld nicht sehen, auch wenn es nur ein Freundschaftsspiel war. Das geht höchstens in einer Bier-Liga», sagte Mike Magee, der das 1:1 für seine Equipe erzielte. «Wir sind ein gutes Team, auch wenn wir eine Stufe tiefer stehen als eines aus der Premier League. Hätten wir bei der Aktion schon 0:8 zurückgelegen, dann hätten wir ihm eine verpasst.» Mancini habe mit der Auswechslung Balotellis das Richtige getan, da dessen Auftreten auch dem Publikum missfallen habe.

28 Millionen Euro für drei Törchen

28 Millionen Euro hat Manchester City im vergangenen August für Balotelli an Inter Mailand überwiesen. Mehr als drei Tore in 17 Spielen brachte der teure Problemspieler aber nicht zustande. Er hinkt damit den Ansprüchen des schwerreichen Premier-League-Klubs meilenweit hinterher – und auch seinen eigenen. Als 18-Jähriger tauschte Balotelli mit Cristiano Ronaldo das Trikot und bemerkte danach, der Portugiese werde in ein paar Jahren sehr froh über diesen Tausch sein.

In Italien hat Balotelli wenig Freunde. «Das Schöne an ihm ist sein junges Alter. Das weniger Schöne sein Charakter, der noch grosses Potenzial nach oben hat», sagte Roma-Legende Francesco Totti einst über den Angreifer. «Wenn ich mich mit 18 Jahren so aufgeführt hätte, hätten mir Giannini und Cervone damals den Hintern versohlt.» Für die Fans war Balotelli stets eine Reizfigur. Weil es dunkelhäutige Spieler in zahlreichen Stadien wegen des grassierenden Rassismus ohnehin schwer hätten, meinen die einen, weil er ein Provokateur sei, die anderen.

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