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Ist der FC Barcelona das beste Team aller Zeiten?

Derzeit fehlen den überragenden Katalanen um Lionel Messi die Gegner. Deshalb drängt sich ein Vergleich mit den Besten der Historie auf.

Stephan Roth

Mit den überragenden Vorstellungen in den Viertelfinals der Champions League gegen Arsenal verzauberte der FC Barcelona wohl jeden Fussball-Liebhaber der Welt. Angeführt vom kleinen Argentinier Lionel Messi zeigten die Katalanen Fussball am Rande der Perfektion.

Ihre Fussball-Kunst veredelten die Katalanen mit grosser Leidenschaft im Spiel ohne Ball und dem gänzlichen Verzicht auf Starallüren. Zudem zählt der FC Barcelona auf eine grosse Zahl von im Klub ausgebildeten Spielern und verzichtet im Gegensatz zur Konkurrenz auf den Schriftzug eines finanzkräftigen Sponsors auf dem Trikot und wirbt stattdessen für Unicef. Barça ist eigentlich zu gut für diese Welt, möchte man schon fast sagen.

Zu viel Qualität für Rivalen Real

Am Samstag doppelten die Blau-Roten gegen Erzrivalen Real auch in der Primera Division nach. Beim 2:0 im Madrider Bernabéu verwerteten Messi und Pedro jeweils die magistrale Vorarbeit von Xavi. Der Qualität des Teams von Pep Guardiola hatte Real Madrid trotz der Anwesenheit von Cristiano Ronaldo ausser Härte nichts entgegenzusetzen.

Im Moment ist Barcelona auf dem besten Weg, wie im Vorjahr die Champions League, wo allerdings im Halbfinal José Mourinhos Inter Mailand als Gegner lauert, die Meisterschaft und den spanischen Cup zu gewinnen. Bereits gewonnen haben die Katalanen den europäischen Supercup und die Klub-WM dieser Saison.

Aus Mangel an valablen Gegnern in der Gegenwart gerät man in Versuchung, Guardiolas Team mit den besten Mannschaften in der Geschichte des Fussballs zu vergleichen.

Das weisse Ballett um Di Stefano

Massstäbe hat dabei Real Madrid gesetzt. Die Königlichen um die Grössen Alfredo Di Stefano, Gento und zum Schluss Ferenc Puskas gewannen die ersten fünf Ausgaben des Europacups der Landesmeister.

Nach Real prägte Bela Guttmanns Benfica Lissabon mit einem technisch hochstehenden Fussball das Geschehen und holte sich den Pokal 1961 und 1962. Im zweiten Final, den die Portugiesen trotz drei Toren von Puskas 5:3 gegen Real gewannen, spielte auch Ausnahmespieler Eusebio mit.

Der «Totaalvoetbal» von Ajax

Für eine eigentliche Fussball-Revolution sorgte Ajax Amsterdam zu Beginn der 70er Jahre. Mit «Totaalvoetbal», dem totalen Fussball, bei dem alle zehn Feldspieler in Bewegung waren, verzauberte das Team um den charismatischen Johan Cruyff die Fans und holte den Meistercup dreimal in Folge (1970-73).

Abgelöst wurde Ajax von Bayern München, das die drei nächsten Ausgaben des prestigeträchtigen Wettbewerbs sicherte. Geprägt wurde die Mannschaft von «Kaiser» Franz Beckenbauer und Goalgetter Gerd Müller. Ausserdem gelang Franz «Bulle» Roth in zwei aufeinander folgenden Endspielen ein Tor.

Sacchis «Grande Milan»

Mit zwei Meistercup-Erfolgen leitete der FC Liverpool die Dominanz der englischen Teams, die sechs Jahre andauerte, ein. Das Team von Bob Paisley mit Kevin Keegan im Sturm holte sich 1977 und 1978 den Titel.

Als bisher letzter Verein konnte die AC Milan 1990 den höchsten Titel im europäischen Klub-Fussball verteidigen. Dabei sorgte Trainer Arrigo Sacchi mit Offensivfussball und Pressing für den nächsten grossen taktischen Fortschritt in der Fussballgeschichte. Die dominierenden Figuren des «Grande Milan» waren die Holländer Frank Rijkaard, Ruud Gullit und Marco Van Basten, die auch für alle fünf Tore in den beiden Meistercup-Endspielen besorgt waren.

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