Intensives Kennenlernen

Seit Mittwoch spät weilen die Young Boys im Trainingslager in Fügen. Die Spieler machen allmählich Bekanntschaft mit Trainer Gerardo Seoane. Zugang Sandro Lauper steht eine ungemütliche Aufgabe bevor.

Mit Ball, ohne Hektik: Die Young Boys mit Captain Steve von Bergen (vorne) bereiten sich im idyllischen Zillertal auf die neue Saison vor.

Mit Ball, ohne Hektik: Die Young Boys mit Captain Steve von Bergen (vorne) bereiten sich im idyllischen Zillertal auf die neue Saison vor.

(Bild: YB (Twitter))

Dominic Wuillemin

Der Moment wird kommen, dem ist sich Sandro Lauper bewusst, er hat sich ausgiebig damit beschäftigt. Irgendwann in den nächsten Tagen im Trainings­lager im österreichischen Fügen wird der YB-Mittelfeldspieler den neuen Teamkollegen beim gemeinsamen Abend ohne Trainerstab ein Lied vorsingen müssen, ein deutsches vorzugsweise, so weit ist er in seiner Vorbereitung schon. Den Rest lässt er auf sich zukommen. «Aus mir wird nie ein Sänger, was solls», sagt er.

Der 21-jährige Konolfinger geht das unliebsame Aufnahmeritual, das bei seinem früheren Club FC Thun nicht praktiziert wird, bei den Young Boys aber seit Jahren jedem Zugang blüht, mit einer für ihn ganz typischen Eigenschaft an: seiner fast unerschütterlichen Gelassenheit.

Laupers Vorteil

So hat er sich im Oberland vom unbeschriebenen Blatt zum wichtigen Ballverteiler gemausert, so will er nun den nächsten Schritt in seiner Karriere meistern. Dieser sieht vor, sich beim Titelträger festzusetzen, bei dem er Ende 2014 in der U-21 aussortiert worden war – vorzugsweise im Mittelfeld, falls nötig auch als Innenverteidiger.

Der Einstieg sei ihm leicht gemacht worden, sagt Lauper, am zehnten Tag im YB-Trikot, zumal er viele Teamkollegen schon länger kennt. ­Seinem Zimmergenossen etwa, Goalie David von Ballmoos, war er erstmals vor Jahren während gemeinsamer Stürmertrainings unter Stéphane Chapuisat in der U-16 von YB begegnet.

Lauper hat bei der Akklimatisierung einen gewichtigen Vorteil: Nicht nur für ihn ist vieles neu, sondern für sämtliche Kollegen. Schliesslich haben die Young Boys mit Gerardo Seoane erstmals seit Spätsommer 2015 einen neuen Trainer.

Deutlich länger und intensiver seien die Einheiten, hat Steve von Bergen beobachtet. «Zudem arbeiten wir vermehrt mit dem Ball.» Auch bei einem harten Konditionstraining wie am Freitagmorgen steht das Spielgerät im Zentrum, am Nachmittag üben die Young Boys in kleinen, nach Positionen aufgegliederten Gruppen – auch da nie ohne Ball. «So macht es Spass», sagt von Bergen.

Von Bergens Verantwortung

Dem 35-jährigen Captain, der seinen auslaufenden Vertrag ­Ende letzter Saison um ein Jahr verlängert hat, fällt beim Zu­sammenfinden von Trainer und Team natürlich eine wichtige Rolle zu, über das Innenleben der Mannschaft hat er sich mit dem nur vier Jahre älteren Seoane schon ausführlich unterhalten. Anders als Vorgänger Adi Hütter etwa will dieser über Verspätungen von Spielern nicht informiert werden, die Akteure sollen dies, angeführt von Routiniers wie von Bergen und Goalie Marco Wölfli, untereinander regeln.

Dass er in den nächsten Tagen die eine oder andere Busse erheben muss, davon geht Steve von Bergen nicht aus. Der Abwehrchef meldet: «Jeder ist fokussiert, jeder zieht mit.»

Berner Zeitung

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