«Ich werde vor dem Spiel gut schlafen»

Der FC Thun wird heute (17.45 Uhr) in Vaduz von Marc Schneider gecoacht. Der 35-Jährige blickt dem Einsatz mit Zuversicht entgegen.

Der Taktgeber: In Vaduz wird Marc Schneider den Druck eines Cheftrainers spüren.

Der Taktgeber: In Vaduz wird Marc Schneider den Druck eines Cheftrainers spüren.

(Bild: Christian Pfander)

Stephan Dietrich

Marc Schneider wird zum Temporärarbeiter. Erstmals wird der 35-Jährige beim FC Thun in einem Pflichtspiel als Cheftrainer am Spielfeldrand stehen. Allzugross sei die Nervosität darob nicht, «es ist eine spannende Aufgabe, jedoch zeitlich begrenzt». Ein Praxistest sozusagen, Mitte Oktober wird Schneider nämlich die Prüfung für das A-Trainerdiplom absolvieren. Sollte er bestehen, geht die Ausbildung weiter zur Uefa-Pro-Lizenz. Vor seinem Trainereinsatz in Vaduz äussert sich Schneider...

...zum Abstiegskampf: «Es ist erst ein Viertel der Meisterschaft gespielt, deshalb sprechen wir nicht von Abstiegskampf. Es ist uns jedoch bewusst, dass der Saisonstart nicht gut verlaufen ist. Es fehlen Punkte. Jetzt wollen wir mit zwei, drei Siegen vom Tabellenende wegkommen – so schnell wie möglich.»

...zur «Thun-Viertelstunde» (der FC Thun hat bereits sieben Gegentore in den ersten 15 Minuten kassiert): «Für diese Startschwäche habe ich keine Erklärung. Die Matchvorbereitungen sind praktisch identisch mit jenen aus der letzten Saison. Wir sind in dieser Saison defensiv generell weniger stabil als gewohnt, und daran wollen wir arbeiten. Wir wollen uns an den erfolgreicheren Zeiten orientieren und uns auf unsere Tugenden aus der Vergangenheit besinnen. Ich bin überzeugt, dass dann die Resultate wieder stimmen.»

...zu den Sofortmassnahmen: «Wir müssen auf dem Feld kompakt stehen. So machen wir es dem Gegner schwieriger und werden weniger Tore erhalten. Wir haben uns unter der Woche stark mit der Organisation auf dem Spielfeld befasst – mit Videoanalysen, auf dem Spielfeld und mittels Einzelgesprächen. Neu ist das allerdings nicht, wir haben das Spielsystem bereits gegen St.Gallen und YB angepasst. Trotz guten Leistungen blieben wir leider ohne Punkte. Der Weg aber stimmt.»

...zur Thuner Heimschwäche mit 4 Niederlagen aus 5 Spielen: «Diese Statistik trifft uns hart. In der letzten Saison waren wir auswärts schwach, zu Hause aber eine Macht. Jetzt sind wir auch mit der Heimbilanz nicht zufrieden. Es ist jetzt unsere Aufgabe, das zu korrigieren.»

...zu Ciriaco Sforza: «Da ziehe ich den Joker. Die Mannschaft war über den Entscheid sicher überrascht, jedoch nicht geschockt. Wie immer bei einem Trainerwechsel sind einige Spieler eher froh, andere enttäuscht. Die Stimmung im Team war jedoch unter Sforza gut, und sie ist es immer noch.»

...zum Spiel in Vaduz: «Vaduz ist ein starker Gegner – gut organisiert und kampfstark. Wir haben gegen die Liechtensteiner in dieser Saison in drei Spielen nie verloren. Demzufolge ist klar, dass wir nicht ohne Punkte heimreisen wollen. Obs gelingt, hängt stark von uns ab, wir benötigen einen starken Auftritt. Sicher ist der Druck für mich als Cheftrainer grösser als in anderen Spielen. Belasten tut mich die Aufgabe jedoch nicht. Ich werde vor dem Spiel gut schlafen, und ich freue mich auf diesen Match.»

...zu seiner Zukunft: «Der kurzfristige Weg ist klar. Ich werde beim FC Thun unter dem neuen Trainer meine Arbeit als Assistent weiterführen. Als Fernziel kann ich mir einen Job als Cheftrainer auf jeden Fall vorstellen, darum will ich auch die nötigen Diplome erlangen.»

Berner Zeitung

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