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«Ich habe keine Angst – das ist mein Naturell»

Selbst unter höchstem Druck trumpft er auf: Basels Xherdan Shaqiri verblüfft die internationale Fussballszene seit Monaten.

Gut in Form und ein Publikumsliebling: Xherdan Shaqiri verzückte mit seinen Auftritten im Nationalteam.
Gut in Form und ein Publikumsliebling: Xherdan Shaqiri verzückte mit seinen Auftritten im Nationalteam.
Keystone

Er ist unbeschwert und lacht am Zürcher Flughafen, als ihm ein Angestellter der Zollbehörde vor der Reise auf den Balkan Glück wünscht. Shaqiri schüttelt in diesen Tagen viele Hände. Jeder will etwas von ihm. Auch Nationalcoach Ottmar Hitzfeld. Er wird in der wegweisenden Partie der EM-Ausscheidung im rechten Mittelfeld auf den FCB-Professional setzen. «Es gibt gute Voraussetzungen, dass er dem Erwartungsdruck standhält», denkt Hitzfeld und wird den forschen Basler vermutlich forcieren.

Ein 18-Jähriger als Hoffnungsträger? «Das ist mir zu übertrieben. Ich bin ein Junger. Die Verantwortung tragen noch immer die anderen.» Shaqiri versteckt sich nicht hinter PR-Deutsch. Der gegenwärtig reifste Fussball-Teenager der Schweiz umdribbelt die Fragen vor der heiklen Mission in Podgorica nicht, sondern bezieht klar Stellung. «Nein, ich habe keine Angst. Das ist halt mein Naturell. Wir sind in unserer Familie eigentlich alle so», betont er. Den Rummel der letzten Monate hat Shaqiri ziemlich gut bewältigt. «Ich gewöhnte mich rasch daran. Das gehört irgendwie dazu.»

Und wenn die (mediale) Situation ausser Kontrolle zu geraten drohte, intervenierten beim FCB die Entscheidungsträger – allen voran Thorsten Fink. Der Basler Trainer will nicht, dass sich der Jüngste vom Stamm zu jeder Bagatelle äussert. Er kennt die Tücken der grellen Branche. Alain Sutter, selber einst 17-jähriger Debütant im Nationalteam, verfolgt die Entwicklung des Hochbegabten ebenso aufmerksam: «Er bringt die nötige Dynamik mit, sich langfristig durchzusetzen.»

Belebendes Element

Hitzfeld findet an der erfrischenden, aber nie aufdringlichen Art des Emporkömmlings ebenfalls Gefallen. Shaqiri nimmt er als «belebendes Element» wahr. Er habe sein Potenzial in der Champions League gegen Bayern München mehr als nur angedeutet. «Er hielt mit.» Die Gefahr, dass Shaqiri nun plötzlich abheben könnte, hält der Star-Coach für relativ gering: «Er steckt den Rummel gut weg und ist mental stark. Shaqiri ist bodenständig und hat Sozialkompetenz.»

In der Familie Shaqiri ist der Zusammenhalt gross. Die Bereitschaft, kräftig mit anzupacken und sich gegenseitig zu helfen, hat Xherdan früh entwickelt; womöglich schneller als andere in seinem Alter. Deshalb freut ihn der Zuspruch von Hitzfeld. «Er hat gemerkt, dass ich auf dem Boden geblieben bin. Es ist vielleicht nicht mehr alltäglich, als Junger bescheiden zu bleiben.»

Keiner der «Wunderknaben»

Die zahllosen Komplimente nach der letzten Saison mit dem Double-Gewinn haben ihm die Sicht aufs Wesentliche nicht vernebelt. Die Teilnahme an der Champions League zog er der schnellen Euro-Million vor, obschon ihm Offerten ausländischer Klubs vorlagen. Andere wie die U17-Weltmeister Nassim Ben Khalifa (Wolfsburg) und Haris Seferovic (Fiorentina) entschieden sich für den (zu) frühen Absprung aus der Schweiz.

Shaqiri gehörte nicht zu jener Wunderknaben-Auswahl, die im November in Nigeria den WM-Titel gewann. Ein knappes Jahr später ist er aber weiter als alle anderen Juwelen der SFV-Organisation. Sieben Länderspiel-Teileinsätze – einen davon an der WM – und ein herrliches Tor gegen England hat er bereits vorzuweisen. Der 170 cm kleine «Junior» kann ein ganz Grosser werden.

Im Ferienort

In Podgorica will er die hohen Erwartungen erneut erfüllen und «auf den Platz gehen, ohne mir vorher allzu viele Gedanken zu machen. Die Entwicklung geht weiter. Von Match zu Match.» Dort, wo seine aus dem Kosovo stammende Familie im Sommer die Ferien verbrachte, plant «Shaq» das nächste Highlight seiner bereits erstaunlichen Karriere.

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