«Ich frage mich, was ich verbrochen habe»

Zu den vier Rekordabsteigern in der Historie des deutschen Fussballs gesellt sich aktuell ein erst 23-jähriger Bundesliga-Profi, der vom Gück eigentlich begünstigt sein müsste.

Der dritte Abstieg droht: Steigt Felix Klaus auch mit Hannover 96 ab?

Der dritte Abstieg droht: Steigt Felix Klaus auch mit Hannover 96 ab?

(Bild: Keystone)

Thomas Niggl@tagesanzeiger

Das sind die Namen der bisherigen Rekordabsteiger in der Historie des deutschen Fussballs:

+++Andy Köpke: Der 54-jährige ehemalige deutsche Nationalkeeper stieg mit Holstein Kiel (1983) und dem SC Charlottenburg (1984) aus der zweiten Bundesliga ab. Dann ereilte ihn das gleiche Schicksal in der ersten Bundesliga mit Hertha Berlin (1986), dem 1. FC Nürnberg (1994), Eintracht Frankfurt (1996) und wieder Nürnberg (1999).

+++Jürgen Rynio: Der 67-Jährige ist mit Karlsruhe (1968), Nürnberg (1969), Dortmund (1972), St. Pauli (1978) und Hannover (1986) aus der ersten Bundesliga abgestiegen.

+++Andreas Keim: Den 53-Jährigen hat es in der ersten Bundesliga mit Karlsruhe (1985), Düsseldorf (1987), Homburg (1988) und zweimal mit den Stuttgarter Kickers (1989/1992) erwischt.

+++Stephan Passlack: Der 45-Jährige musste mit Uerdingen zweimal (1991/1993) sowie mit Gladbach (1999) und Nürnberg aus der Bundesliga absteigen.

Der aktuell grösste Absteiger der Bundesliga ist der 23-jährige Felix Klaus, der mit Hannover 96 abgeschlagen auf dem letzten Tabellenrang liegt und mit zehn Punkten Rückstand auf Frankfurt, Hoffenheim und Augsburg kaum noch Chancen hat, dem Abstieg zu entrinnen.

Mit Bürki und Mehmedi abgestiegen

Das gleiche Schicksal traf ihn 2013 mit Greuther Fürth und 2015 mit dem Freiburger SC, als er mit den Schweizer Nationalspielern Roman Bürki und Admir Mehmedi absteigen musste. «Ich frage mich, was ich verbrochen habe», erklärt Klaus sein ziemlich frustrierendes Fussballerleben gegenüber der «Bild»-Zeitung. Dabei sollte er eigentlich vom Glück beseelt sein. Denn sein Vorname Felix stammt aus dem Lateinischen (felix, felicis) und bedeutet «vom Glück begünstigt».

Ablenkung von den negativen Resultaten sucht Klaus bei vielen Spaziergängen im Wald. «Ablenkung ist wichtig, um die Lockerheit wiederzubekommen, die uns fehlt», versucht er sich etwas Mut zu machen. Klagen mag er trotz seiner misslichen Situation indes nicht: «Ich will nicht stöhnen. Wir Fussballer haben einen der schönsten Berufe der Welt.»

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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