YB: Hoffnung dank den Jungen

Nach sehr enttäuschender Vorrunde plant YB die Zukunft. In den letzten Monaten agierten die Young Boys äusserst wechselhaft. Vor allem auswärts muss sich das Team deutlich steigern.

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Fabian Ruch

Hinter YB liegt eine Vorrunde zum Vergessen. Saisonziel 1, einen Titel zu gewinnen, ist in sehr weite Ferne gerückt, bei 15 Punkten Rückstand auf Basel nach 18 Spieltagen sowie einem erneut frühen Ausscheiden im Schweizer Cup.

Saisonziel 2, das Erreichen einer europäischen Gruppenphase, verpassten die Young Boys in der Champions-League-Qualifikation gegen Monaco sowie in den Europa-League-Playoffs gegen Karabach deutlich. «Wir können sicher nicht zufrieden sein», sagt Sportchef Fredy Bickel. «Aber es ist nicht so, dass alles bei uns schlecht ist. Ich bin überzeugt, dass wir auf einem guten Weg sind und in den letzten Monaten die Weichen in eine erfolgreiche Zukunft gestellt haben.»

Schwache Naturrasenbilanz

Es existieren einige Kennzahlen, welche die Launenhaftigkeit der Young Boys in dieser Saison unterstreichen. So holte das Team in acht Auswärtspartien auf Naturrasen nur sieben Punkte – das liest sich beinahe wie die Bilanz eines Absteigers. Gegen Aufsteiger Lugano gewann YB bloss einen Punkt, dabei wollte man gegen die kleinen Teams weniger Zähler verlieren als letzte Saison (beispielsweise gegen Aarau).

Von den Spielern gefielen die jungen Florent Hadergjonaj und Aufsteiger Denis Zakaria, der wie Goalie Yvon Mvogo vor einer prächtigen Zukunft steht, am besten. Sie sorgen für Zuversicht im Verein. Aber die Youngsters agieren verständlicherweise noch wechselhaft, womit sie sich bei YB in Gesellschaft arrivierter Kräfte befinden.

Miralem Sulejmani bewies in den letzten Wochen nach schwierigem Start im Sommer wenigstens, warum er als grosser Hoffnungsträger im Klub gilt. Sulejmani könnte zum Berner Trumpf werden. «Wir haben unser Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft», sagt Bickel, der am Sonntag über eine halbe Stunde zur Mannschaft sprach und den Akteuren mit Nachdruck erklärte, was er im Frühling von ihnen erwartet. «Und wenn die erfahrenen Steve von Bergen und Guillaume Hoarau wieder dabei sind, werden sie eine grosse Stütze für unsere vielen jungen Spieler sein», sagt er.

Einige Veränderungen

Weil auch die Konkurrenz wie Sion, Zürich und Luzern keineswegs brillierte, überwintert YB trotz ungenügender Vorrunde auf Rang 3. Den Zweiten GC gilt es anzugreifen, als Vizemeister könnten die Young Boys erneut in der Champions-League-Qualifikation mitspielen. Von der europäischen Königsklasse zu träumen, wäre aber vermessen. «Wir müssen uns Schritt für Schritt in allen Bereichen verbessern», sagt Adi Hütter, was ein Trainer in solchen Situation zu sagen pflegt.

Der österreichische Coach ist gewillt, die Herausforderung in Bern anzunehmen. «Wir haben grosse Möglichkeiten», sagt er, «vielleicht weiss nicht einmal jeder hier bei den Young Boys, wie gross sie wirklich sind.»

Weitere Veränderungen sind zu erwarten. Gestern verpflichtete YB den Stürmer Philipp Zulechner, ausserdem kommt noch ein Ersatz für Renato Steffen, der in Bern nach abgelehnter Vertragsverlängerung keine Rolle mehr spielt.

Das Gesicht des Teams wird sich ändern bis zur nächsten Saison, zudem nehmen die Verantwortlichen im Staff Rochaden vor: Stefan Knutti ersetzt Paolo Collaviti als Goalietrainer, neuer Chef im Physiobereich ist Patrik Amstutz.

Erstes Spiel wegweisend

Es wird Hütter und vor allem Bickel über die Festtage nicht langweilig werden, schliesslich gilt es auch, Abnehmer für mehrere nicht mehr erwünschte Fussballer zu finden. Das Kader ist mit 26 Akteuren zu gross, zumal YB bloss in einem Wettbewerb engagiert ist.

Am 4. Januar wird Hütter sein Team zum Trainingsauftakt begrüssen, Mitte Januar folgt das elftägige Trainingslager im türkischen Belek mit Testspielen gegen Hamburg, Steaua Bukarest und Sturm Graz, am 6. oder am 7. Februar geht es in der Rückrunde gleich gegen GC los.

Mit einem Heimsieg kann YB das Jahr lancieren, in dem die hohen Ambitionen durch entsprechende Leistungen unterstrichen werden sollen.

Berner Zeitung

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