Heiss bleiben in der Kälte

Leader YB steht vor interessanten Aufgaben. Heute empfängt er den Letzten Sion – und am Dienstag im Cuphalb­final den Rivalen Basel.

Auch in der Kälte treffsicher: Die YB-Stürmer Guillaume Hoarau (links) und Roger Assalé. Foto: Christian Pfander

Auch in der Kälte treffsicher: Die YB-Stürmer Guillaume Hoarau (links) und Roger Assalé. Foto: Christian Pfander

(Bild: Christian Pfander)

Der Rhythmus bei YB ist 2018 ­wegen des Ausscheidens aus der Europa League erheblich gemächlicher als im hektischen Herbst 2017. Es ist ruhig rund um YB, auch die personelle Situation ist entspannt, einzig Goalie David von Ballmoos fällt verletzt aus.

Und weil Basel zuletzt unerwartete Schwächen offenbarte und zwei Heimspiele sensationell verlor, präsentiert sich auch die Super-League-Tabelle äusserst erfreulich. «Es war nicht davon auszu­gehen, dass der FCB zweimal zu Hause verliert», sagt Adi Hütter, «aber wir schauen auf uns.» Der YB-Trainer formuliert einen klaren Auftrag an seine Belegschaft: «Wir wollen und müssen am Samstag gegen Sion gewinnen.»

Chance für Nsame?

Es ist heute Abend das Duell Erster gegen Letzter. Doch so einfach, wie sich das anhört, ist die Ausgangslage für die Young Boys nicht. Der FC Sion hat sich unter dem neuen Trainer Maurizio Jacobacci gegen Lausanne (3:1) disziplinierter und kampfstärker ­gezeigt. Und weil Jacobacci Wert auf eine stabile Ordnung legt, dürfte YB auf einen defensiv eingestellten Gegner treffen.

«Wir sind gut drauf», sagt Hütter, «und orientieren uns nicht am Gegner.» Weil Basel in Lausanne die auf dem Papier schwierigere Begegnung zu bestreiten hat, bietet sich den Young Boys vielleicht die Gelegenheit, den Vorsprung von acht Zählern sogar noch zu vergrössern. «Wir waren auch in der Vorrunde mal acht Punkte voraus», sagt Hütter, «und dann waren es in der Winterpause noch zwei. Es kann schnell gehen.»

Sions verheerende Bilanz

Sion hat in Bern seit 1996 kein Ligaspiel mehr gewonnen (5 Unentschieden, 23 Niederlagen) – und schlägt YB im Stade de Suisse offenbar nur in Cupfinals. Das Pokalendspiel 2018 wiederum haben die Young Boys im Fokus, am Dienstag steht der Halbfinal zu Hause gegen den FCB auf der Agenda. Es ist ein grosses Spiel, doch Adi Hütter beteuert, einzig an den FC Sion zu denken.

«Ab Sonntag kümmern wir uns um den Halbfinal.» Zumindest im Hinterkopf werden die Berner das Treffen mit dem Rivalen bestimmt haben, selbst wenn Hütter sagt, bei der Aufstellung keinerlei Rücksicht darauf nehmen zu wollen. Es wäre dennoch keine Überraschung, würde etwa Stürmer Guillaume Hoarau heute geschont. Jean-Pierre Nsame musste nach starker Vorrunde zuletzt regelmässig auf der Bank Platz nehmen und könnte gegen Sion eine Chance erhalten.

Constantin-Sperre verkürzt

Sowohl die YB-Partie gegen Sion als vor allem auch jene gegen Basel wird im Stade de Suisse in klirrender Kälte ausgetragen, durch die Bise könnte die gefühlte Temperatur am Dienstag sogar deutlich unter minus 15 Grad liegen. Auch aus diesem Grund dürfte die Partie gegen den FCB nicht ganz ausverkauft sein – zumal die Begegnung am Schweizer Fernsehen übertragen wird.

Ganz sicher nicht im Stade de Suisse wird heute Abend Christian Constantin sitzen. Der Sion-Präsident ist bekanntlich wegen seiner Attacke auf TV-Experte Rolf Fringer gesperrt. Der Internationale Sportgerichtshof CAS in Lausanne verkürzte die Sperre gegen den 61-Jährigen am Freitag von neun auf fünf Monate. Die Begründung für die Strafminderung wurde nicht bekannt gegeben.

Ursprünglich war Constantin sogar für 14 Monate gesperrt worden. Der Walliser forderte die Annullierung des Urteils, weil es sich um eine Privatangelegenheit handle. Er und Fringer haben sich aussergerichtlich geeinigt. Nun darf Constantin erstmals am 18. März im Auswärtsspiel in Basel wieder an einem Sion-Spiel dabei sein.

«Ich bin zufrieden», sagt Constantin, «die ursprüngliche Sanktion kam nur wegen des grossen Drucks der Medien zustande.» Und er erklärt schmunzelnd: «Meine Sperre dauert bis zum 11. März um Mitternacht. An jenem Sonntag hat Sion um 16 Uhr ein Heimspiel gegen Thun. Vielleicht entscheidet die Walliser Polizei ja, die Partie um 24 Stunden zu verschieben, damit ich dabei sein kann.»

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