Guardiola golft, Mourinho hadert, Twitter spottet

Mit der Blamage gegen den Tabellenletzten schenkt ManUnited Stadtrivale City den Titel. Die Häme auf Social Media folgt prompt.

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Der eine lochte gerade Bälle ein, der andere sah, wie sich sein Team bis auf die Knochen blamierte. Der eine verbrachte einen entspannten Nachmittag, der andere musste quälende 90 Minuten über sich ergehen lassen. Der eine erfuhr schliesslich, dass er golfend und als erster spanischer Trainer englischer Meister geworden war, während der andere ein 0:1 im eigenen Stadion gegen den Tabellenletzten erklären musste.

Die Gefühlswelten von Pep Guardiola und José Mourinho hätten an diesem Sonntag kaum unterschiedlicher sein können. Der katalanische Manager von Manchester City durfte sich im zweiten Jahr seines Engagements über seinen ersten Premier-League-Titel freuen, nachdem er tags zuvor im Anschluss an das 3:1 bei Tottenham gesagt hatte: «Die Liga ist alles. Das Team war neun Monate lang so gut. Alle Spieler verdienen meinen Respekt.» Diese Klarstellung galt in erster Linie den Kritikern, die sich nach dem deutlichen Scheitern in der Champions League gegen Liverpool auf den 47-Jährigen gestürzt hatten.

Überheblich nach Derby-Wende

Mourinho hingegen hatte keinen Grund, sein Personal zu loben. Ironischerweise hatte Manchester United in der Vorwoche auswärts im Direktduell mit einer spektakulären Wende vom 0:2 zum 3:2 den Triumph der Citizens hinausgezögert. Und nun überliess der Rekordmeister West Bromwich Albion im Old Trafford alle drei Punkte. Der markante Leistungsabfall innerhalb von acht Tagen liess den Portugiesen mit der Einstellung seiner Spieler hadern. Er habe die schlechte Darbietung im Vorfeld gerochen, sagte er und schloss aus dem lamentablen Auftritt, dass der Derby-Sieg einigen zu Kopf gestiegen war. «Wir haben es verdient, dafür bestraft zu werden», sagte Mourinho.

Auf Twitter löste der Misstritt gegen WBA zahlreiche hämische Reaktionen aus. So wies ein City-Supporter genüsslich darauf hin, dass ein Titelgewinn vor 70’000 United-Fans einem vor 3000 United-Fans vorzuziehen sei.

So liesse es sich auch formulieren:

Selbst das legendäre Theatre of Dreams, das schon so viele Sternstunden erlebt hat, musste zuweilen für spöttische Wortspiele herhalten.

Dieser United-Anhänger begegnete der Enttäuschung mit Humor und lobte seinen Club für dessen Grosszügigkeit.

Einige United-Fans nutzten die Gelegenheit, um ihren Unmut gegenüber Mourinho und seinem Fussball kundzutun.

Der Umstand, dass City seit 2012 drei Meistertitel, United aber nur einen gewonnen hat, muss für die Supporter der Red Devils besonders hart sein. Dazu passt diese Statistik.

Glaubt man Mourinhos Worten, weiss er immerhin, wie er seine Mannschaft zurück an die Spitze führen kann. «Du gewinnst keine Titel mit Inkonstanz. Du gewinnst sie natürlich mit Qualität, aber du brauchst eben auch Konstanz – und zwar auf allen Ebenen, nicht nur bezüglich Leistung. Vom ersten bis zum letzten Tag», sagt der 55-Jährige. Dass er fähig ist, dies hinzukriegen, daran zweifelt er nicht. «Ich habe keinen Grund, nicht an mich zu glauben. Mein letzter Premier-League-Titel ist nicht zwanzig, sondern drei Jahre her. Ich weiss, wie man gewinnt.» (kai)

Erstellt: 16.04.2018, 15:01 Uhr

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