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Grosse Worte, aber kaum Taten

Der FC Zürich bleibt auch im elften Anlauf vor eigenem Publikum sieglos. Zwei grobe Abwehrschnitzer spielen Vaduz in die Karten.

Zürcher Chance: Gavranovic lupft den Ball über Jehler, dann aber stoppt ihn Stahel.
Zürcher Chance: Gavranovic lupft den Ball über Jehler, dann aber stoppt ihn Stahel.
Keystone
Ausgehebelt: Die FCZ-Defensive muss zusehen, wie Schürpf das zweite Tor für Vaduz erzielt.
Ausgehebelt: Die FCZ-Defensive muss zusehen, wie Schürpf das zweite Tor für Vaduz erzielt.
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Eine Etage höher: Nef im Duell mit dem Vaduzer 1:0-Schützen Sutter.
Eine Etage höher: Nef im Duell mit dem Vaduzer 1:0-Schützen Sutter.
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«Unsere Motivation ist riesig, wir wollen alles in den lang ersehnten Heimsieg investieren», hatte FCZ-Trainer Urs Meier nach zehn vergeblichen Anläufen am Tag vor dem Match gegen Vaduz gesagt. Seine Mannschaft liess den Worten in der ersten Halbzeit keine Taten folgen, sondern schenkte den Vaduzern mit haarsträubenden Unaufmerksamkeiten zwei Tore.

Als Berat Djimsiti fünf Minuten nach dem Seitenwechsel für die Zürcher ausglich, schien Meier doch noch Recht zu bekommen. Das Aufbäumen des Favoriten war jedoch nur von kurzer Dauer. So blieb es in einem enttäuschenden Heimspiel beim 2:2. Im Oktober 2014 gewann der letztjährige Cupsieger letzmals vor eigenem Anhang, 3:0 gegen Vaduz hiess es damals.

Weil Luzern bei YB mit 1:0 gewonnen hat, ist der Platz in der Europa League für den FCZ in grosser Gefahr. Sowohl der Fünfte St. Gallen als auch der Sechste Luzern liegen nur noch drei Zähler zurück. Vaduz hat zwei Runden vor Schluss vier Zähler Vorsprung auf Aarau.

Spielfilm:

4. Minute, 0:1:Nach dem ersten FCZ-Angriff fällt im Gegenzug der Führungstreffer für Vaduz. Während die Zürcher eine Offsideposition monieren, jubelt Sutter über seinen überlegten Torabschluss. Er profitiert von einer unfreiwilligen Kopfballvorlage von Nef, der eigentlich klären wollte.

19. Minute, 1:1: Quasi aus dem Nichts blitzt die grosse Klasse von FCZ-Captain Chikhaoui auf. Der Tunesier setzt Schneuwly mit einem Pass aus dem Fussgelenk in Szene, sein Teamkollege überwindet den Vaduzer-Keeper Jehle per Lupfer.

23. Minute: Rikan narrt die Vaduzer Defensive mit einem Aussenrist-Heber. Gavranovic lupft den Ball über Jehler, doch Stahel stoppt ihn vor der Linie.

34. Minute: Neumayr spielt in den Rücken der Zürcher Abwehr. Den Schuss von Hasler lenkt Djimsiti mit der Hacke ab. Die mit Abstand gefährlichste Vaduzer Szene seit der Führung.

39. Minute, 1:2: Wieder so ein Totalaussetzer in der FCZ-Defensive: Neumayr kann den Ball mustergültig in die Mitte legen, an Djimsiti vorbei und durch die Beine von Kezojevic. Schürpf muss nur noch einschiessen.

52. Minute, 2:2: Djimsiti gleicht nach Doppelpässen mit Rikan und Buff aus. Ein schönes Tor des aufgerückten FCZ-Verteidigers, der im Stil eines Klassestürmers den Ball an Jehle vorbei schiebt.

Herausragend beim FCZ: War da einer herausragend? Der Fussgelenk-Pass von Chikhaoui vor dem 1:1 hätte einen Preis verdient.

Herausragend bei Vaduz: Der zweifache Vorlagengeber Neumayr.

Verlierer des Abends: FCZ-Trainer Meier. Verpasst er im Saisonendspurt sogar noch die Europa League, steht ein dickes Fragezeichen hinter seiner Arbeit.

Stimmen zum Spiel:

Christian Schneuwly (FCZ): Ich freue mich über mein Tor, am Ende aber zählt sie Punkteausbeute. Wir müssen unsere Unaufmerksamkeiten unbedingt abstellen. Schon im nächsten Spiel in Luzern.

Michael Neumayr (Vaduz): Ich denke, der Punkt ist viel wert im Abstiegskampf. Man sieht, dass unsere Mannschaft lebt. Wenn wir nun GC daheim schlagen, sind wir durch.

So gehts weiter: Der FC Zürich spielt am Montag in Luzern und am Freitag gegen GC, Vaduz empfängt zunächst den Lokalrivalen des FCZ und tritt dann bei YB an.

FC Zürich - Vaduz 2:2 (1:2)

Letzigrund, 6553 Zuschauer (Saison-Minusrekord). - SR Amhof. - Tore: 3. Sutter (Neumayr) 0:1. 19. Schneuwly (Chikhaoui) 1:1. 39. Schürpf (Neumayr) 1:2. 52. Djimsiti (Buff) 2:2.

Zürich: Brecher; Djimsiti, Nef, Kecojevic (43. Elvedi), Philippe Koch; Buff, Kukeli; Schneuwly (78. Chiumiento), Chikhaoui, Rikan; Gavranovic (60. Chermiti).

Vaduz: Jehle; Stahel, Muntwiler, Untersee; Von Niederhäusern (90. Lang), Kryeziu, Ciccone, Hasler; Neumayr; Sutter (86. Burgmeier), Schürpf (83. Kaufmann).

Bemerkungen: Zürich ohne Alesevic, Raphael Koch, Schönbächler und Yapi, Vaduz ohne Abegglen, Flatz, Grippo (alle verletzt), Aliji und Sara (beide gesperrt). Verwarnungen: 26. Muntwiler. 64. Hasler. 66. Buff (alle wegen Fouls).

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